25.05.2012 15:08 | Meine Presse Merkliste 0

Geschmacksfrage: Mochi

02.02.2012 | 15:38 |  von Rainer Nowak (Die Presse - Schaufenster)

So stilsicher und smart, dass es wehtut: das Mochi. Aber irgendwie erinnert es an einen Kindergeburtstag.

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Der Beginn der Praterstraße mit seinen Bäumchen ist das schönste Stück Leopoldstadt und ein bisschen Paris, Wien-19-geschniegelt ist es aber nicht und bei Song, dem kopflastigen Bekleidungsanbieter, fühlt man sich wie in Williamsburg. Nun hat hier ein Sushiladen eröffnet, der die Wiener Stil- und Trendszene zu Tränen rührt. Ein Wunder, dass es noch keine allabendliche Bobo-Partyschlange vom Karmelitermarkt hierher gibt, aber vielleicht führt die bald Florian Holzer an. Das Mochi betreiben zwei Paare mit richtigem Wien-2-Lebenslauf. Kein Grafikerjob bei Jung von Matt/Limmat, kein Volontariat beim „Falter“, sondern ein richtiger Urbanjob: Tobi Müller führte in Berlin eines der Kuchi-Lokale. Dort werkte auch Edi Dimant, der aus Tel Aviv kommt und vor dem Szene-Japaner in Berlin bei Pierre Gagnaire lernte. Gemeinsam mit ihren Frauen wagen sie nun das Experiment, in der Akakiko-Hochburg Wien das kalifornisch angehauchte Partysushi neu zu interpretieren.

Natürlich wurden junge Architekten mit Vorliebe zu Dunkelheit engagiert, die das kleine Lokal zu einem lässigen Raum mit filigraner Bar-Decken-Konstruktion ummodelten. (Werden eigentlich Eigentumswohnungsbesitzer in fünf Jahren dann auch brav ihre Heime als schwarze Höhlen gestalten lassen? Die armen Kinder.) Das Publikum stürmt bereits, bestellt genau, wovon die Kritiker schwärmen, berichtet der Chef. (Ich flehe Sie an: Essen Sie immer andere Gerichte, als ich beschreibe. Danke.) Herr Müller weiß schon nicht mehr, ob er wirklich schon für Ostern reservieren soll. Aber reden wir über das Essen: Vieles hier gelingt auf (c) Teresa Zötl einem sehr, sehr hohen Niveau, etwa ein geschnittenes Prime Rib mit Teriyaki-Sauce oder – klingt so pervers! – eine subtil säuerliche Kreation aus Sashimi von der Dorade und Yuzu-Trüffel-Vinaigrette, in der man den derben Pilz kaum schmeckt. Anderes gelingt ganz gut: das ordinäre Sushi etwa oder die Spießchen, die mit Hühnerhaut zum Beispiel – ja, eh lustig! Wirklich warm werde ich mit den süßlichen Mochi-Rollen-Varianten aber nicht: In Rohfisch-Kombinationen getrüffelte oder geschärfte Mayonnaise oder gebackene Paprikastreifen zu packen, erinnert geschmacklich irgendwie an Kindergeburtstagsessen. Deluxe halt. Es hat einen Grund, warum diese Ideen ursprünglich aus Kalifornien stammen. Und nicht aus der Leopoldstadt.  

TIPP
Mochi, Praterstraße 15, 1020 Wien. 01/9251380. Mo bis Sa 11.30 – 22 Uhr

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15 Kommentare
Gast: gehbitte
25.03.2012 03:08
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Asiatische Desserts gibt es nicht

Endlich eine Kritik, die nicht vom Bobo für den vermeintlichen Bobo geschrieben ist!
Ich finde es ja geradezu entzückend, wie diese immer in deren Lokale gelotst werden und bin immer froh, wenn in anderen Lokalen mehr Platz für mich ist, der sich nicht irgendeiner Trendküche hingeben will...

Nachspeisen, die wirkliche Gaumenorgasmen auslösen, bei einem Asiaten - speziell bei einem "Japaner" zu suchen, gilt in meinem Bekanntenkreis als mission impossible und ich habe mich schon einmal darüber ausgelassen, dass die Nachspeisen im so viel gelobten Mochi mehr als merkwürdig anmuten!
Noch einmal will ich auf diesem Weg für Spätberufenen oder wegen der Buchungssituation für verspätete Tester einen kulinarischen Leckerbissen in eben diesem Lokal hervorheben, was nicht unbedingt einer Empfehlung gleich kommt:
Probieren Sie die "grüne" Crème Brulé - wobei ich eigentlich schon wieder zu viel verraten habe!
In diesem Sinne: 食欲がよい

0 0

süßi

die sauce zu den spießchen war derartig süß dass ich mir die nachspeise sparen konnte :) ansonsten sehr gut und vor allem sehr sehr freundlich!

Gast: S. Neudecker
03.02.2012 12:05
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Namenlose Frauen?

Ach, Herr Nowak, hat Ihnen der Holzer einmal eine Freundin ausgespannt?

Wenn ja, dann kann man ihr nur zu ihrem Wechsel gratulieren, denn wenn jemand von vier Personen, die ein Lokal eröffnen, nur die Männer namentlich nennt (weil man bei denen ja auch, boah, all die tollen Stationen, wo sie vorher waren, aufzählen kann), lässt das schon ein wenig tief blicken.

Antworten Gast: no
05.02.2012 17:02
0 0

Re: Namenlose Frauen?

Liebe Kollegin, schön Sie zu lesen. Nein, das war nicht ganz so. Stimmt, die dritte im Bunde hätte ich erwähnen sollen. Hat sich dem Tester nicht vorgestellt, proaktiv wollte ich nicht fragen. Die vierte ist, so glaube ich, nicht direkt beteiligt, sondern in Karenz eines anderen Jobs. Und tief blicken immer gerne. lg no

th.brunner
02.02.2012 21:44
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Sehr geehrter Herr Nowak:

Ich lese Ihre Kommentare jetzt schon lange Zeit, aber diesmal habe ich die Muehe auf mich genommen, mich zu registrieren und auch einmal zu antworten.
Sie sind ein sehr boeswilliger Mensch, in Ihren Kommentaren vernichtend, in der Sache inkompetenter Laie, der fuer ein Zeitungshonorar Existenzen vernichtet.
Welche Kompetenz haben Sie eigentlich?
Sind Sie gelernter Koch/Kellner? Sind Sie Hobbykoch? Astrologe? Oder nur gelernter Wiener Raunzer?
Erleuchten Sie uns!
Und sitzen Sie das nicht in gelernter Oesimanier aus!

Antworten Gast: UKW
04.02.2012 22:31
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Re: Sehr geehrter Herr Nowak:

Er hat es sehr gekonnt umschrieben, dass es ihm eigentlich überhaupt nicht geschmeckt hat. Das muss man auch einmal können.

Antworten Antworten Gast: no
05.02.2012 17:17
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Re: Re: Sehr geehrter Herr Nowak:

Zu viel der Ehre. Einige Gänge haben mir sehr geschmeckt.

Antworten Gast: beschwerer
04.02.2012 17:46
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Re: Sehr geehrter Herr Nowak:

herr nowak ist ein tiroler wichtigtuer, der halbgültige kompetenz hinter wortlawinen verschleiert und apodiktisch zur wahrheit erhebt. that's all. so isser meist auch als politikredakteur. man nennt es small man syndrome.

Antworten Antworten Gast: ip kralicek
13.02.2012 12:47
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Re: Re: Sehr geehrter Herr Nowak:

Gregor F.

Antworten Antworten Antworten Gast: Gregor Fauma
13.02.2012 23:40
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Re: Re: Re: Sehr geehrter Herr Nowak:

würde schon gerne wissen, warum ip kralicek hier Gregor F. postet.

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Sehr geehrter Herr Nowak:

Nowak ist kulinarisch sicherlich ohnehin mehr der ländlich-konservativen als der urbanen Küche zugetan.

Während ihm asiatische Küche regelmäßig zu süß ist, so auch bei Tim Raue in Berlin :

http://diepresse.com/home/leben/ausgehen/geschmacksfrage/715164/Geschmacksfrage_Tim-Raue?<-vl_backlink=/home/leben/ausgehen/geschmacksfrage/index.do

feuert er auf Küche mit eindeutig provinziellem Charakter (Schweinsohren, Kalbskopf, Ochsenschwanz & Co,
Holy Moly) wahre Lobeshymnen ab :

http://diepresse.com/home/leben/ausgehen/geschmacksfrage/715718/Sonntagstafel_HolyMoly-?_vl_backlink=/home/leben/ausgehen/geschmacksfrage/index.do


Antworten Antworten Antworten Gast: no
05.02.2012 16:57
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Re: Sehr geehrter Herr Nowak:

Danke für die Links, aber einmal hätte gereicht. Tim Raue kann man nicht mit dem netten Mochi vergleichen, der Berliner ist eine andere Liga. Und ja, zu viel Süße schätze ich nicht, das ist aber weder typisch städtisch noch asiatisch. Und ländlich mag ich, allerdings kocht Christian Petz gar nicht so. Bitte ausprobieren. LG no

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Extrem fleischlastige Küche und Esser machen sich jedenfalls verdächtig.

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Sehr geehrter Herr Nowak:

Nowak ist kulinarisch sicherlich ohnehin mehr der ländlich-konservativen als der urbanen Küche zugetan.

Während ihm asiatische Küche regelmäßig zu süß ist, so auch bei Tim Raue in Berlin :

http://diepresse.com/home/leben/ausgehen/geschmacksfrage/715164/Geschmacksfrage_Tim-Raue?<-vl_backlink=/home/leben/ausgehen/geschmacksfrage/index.do

feuert er auf Küche mit eindeutig provinziellem Charakter (Schweinsohren, Kalbskopf, Ochsenschwanz & Co,
Holy Moly) wahre Lobeshymnen ab :

http://diepresse.com/home/leben/ausgehen/geschmacksfrage/715718/Sonntagstafel_HolyMoly-?_vl_backlink=/home/leben/ausgehen/geschmacksfrage/index.do


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Sehr geehrter Herr Nowak:

Nowak ist kulinarisch sicherlich ohnehin mehr der ländlich-konservativen als der urbanen Küche zugetan.

Während ihm asiatische Küche regelmäßig zu süß ist, so auch bei Tim Raue in Berlin :

http://diepresse.com/home/leben/ausgehen/geschmacksfrage/715164/Geschmacksfrage_Tim-Raue?<-vl_backlink=/home/leben/ausgehen/geschmacksfrage/index.do

feuert er auf Küche mit eindeutig provinziellem Charakter (Schweinsohren, Kalbskopf, Ochsenschwanz & Co,
Holy Moly) wahre Lobeshymnen ab :

http://diepresse.com/home/leben/ausgehen/geschmacksfrage/715718/Sonntagstafel_HolyMoly-?_vl_backlink=/home/leben/ausgehen/geschmacksfrage/index.do