Formulieren wir es so: Dass es das Novelli nach dem Ausgleich noch gibt, ist erfreulich, in Wien sind gute mediterrane Restaurants rar. Wir hoffen aber auch, dass die Quote für die Lieferanten und der von Gastronomen sonst immer hochgelobten Produzenten halbwegs in Ordnung war. Die Küche ist es zumindest wieder.
Zu Mittag kocht man im Brasserie-Stil, mit teils hoher Kenntnis von Gemüse: Sowohl die in Olivenöl gegarte, mit Kräutern, Pinienkernen und Rosinen gefüllte Artischocken schmecken neu, leicht und sinnig als auch der mit Gratin versehene Kohlrabi-Gang, der einen kleinen Ziegel erhitzten Ziegenkäses und Babyspinat abbekommen hat. Eine witzige und ausbaubare Linie für Wien. Den gebratenen Kabeljau mit Safran, Muscheln und bissfestem Pak Choi gab es auch früher – er schmeckt stimmig und gut. Nun vertrauen wir darauf, dass Exkoch Konstantin Fillipou bald eine Kochstelle findet. Zu lange nichts zu tun schadet jedem Talent.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.02.2012)
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