Es muss ja nicht immer ein vornehmes Restaurant sein, oft reicht ein kleiner Imbiss – vor allem, wenn man eigentlich nicht allzu viel Zeit für das Essen einplanen möchte. Dass auch ein Imbisslokal durchaus Charme haben kann, zeigt seit einigen Wochen der kleine Vietnamese „Tiger“ in der Burggasse. Das beginnt schon bei der hellen und freundlichen Einrichtung, die mehr oder weniger komplett vom Vormieter übernommen wurde – der hatte unter dem Namen „La Pâte“ einige Monate lang versucht, Langos als Essen für zwischendurch zu etablieren, allerdings ohne Erfolg.
An drei kleinen Holztischen kann direkt im Lokal gegessen werden, alle Speisen gibt es aber auch zum Mitnehmen. Die Bestellungen werden schnell und freundlich abgewickelt – und das Essen selbst ist fast schon ein bisschen zu gut für das, was man von einem Imbiss erwarten würde. Die Goi Cuon, kleine Röllchen aus Reispapier, die mit Schrimps, Hühnerfleisch und Reisnudeln gefüllt sind, eignen sich perfekt als kleine Vorspeise (je nach Füllung 3,30 bis 3,90 Euro). Die gebratenen Bandnudeln Pho Xào (5,50 Euro mit Tofu, 6,30 Euro mit Rind- oder Hühnerfleisch) sind ein schneller und frischer Hauptgang. Und wer die sehr ausgiebige Súp My (6,30 Euro), eine Suppe mit Wan Tan, Hühnerfleisch und Nudeln versucht, wähnt sich fast schon mitten in Asien.
Eines lässt sich prognostizieren: Den Tiger wird es sicher um einiges länger geben als den Langos-Laden.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.06.2012)
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