So eine Weinkost im Radio ist komisch. Weil das Ohr so ziemlich das unbeteiligtste Organ ist. Riechen, schmecken, sehen, o. k. Aber akustisch ist da nicht viel zu holen. Trotzdem hielt die Radiojournalistin das Mikro andächtig in die Runde, als ein paar Wein- und Journalisten-Heinis den Ö1-Wein 2012 kürten. Was an der mittlerweile Tradition gewordenen Ö1-Wein-Prämierung so lässig ist: Es spielen dort Weingüter mit, die noch nicht in aller Munde sind, sich aber auf dem besten Weg dorthin befinden.
Wie etwa das Weingut Kehringer aus Mönchhof im Burgenland. Mit der „Grande Cuvée“ 2010 stellen sie den Rotweinsieger. Dunkel, wuchtig, kräftig. Auf der Homepage lese ich bei der Cuvée aus Zweigelt und Ráthay:„Prämierungen: vom aktuellen Jahrgang noch ausständig.“ Ist mittlerweile überholt. Das gilt auch fürs Weingut Maurer aus Röschitz im Weinviertel, den Ö1-Sieger in Weiß. Der Grüne Veltliner Stoitzenberg 2011 ist der perfekte Kosterwein. Tolles, volles Aroma, schöne Fülle am Gaumen und genügend PS (sprich 13,5 Volumsprozent). Ein schöner Lichtblick im schwierigen Veltliner-Jahr 2011. Zurück zur Akustik des Trinkens: Als kleiner Bub hat mich immer fasziniert, wie die Bauern den Wein laut schlürfend und schmatzend verkostet haben. Riechen, schmecken und schauen war damals, glaub ich, noch nicht so wichtig.
Weingut Maurer: Grüner Veltliner Stoitzenberg (7,30 Euro)
VorkosterRestaurants im Test
VerkosterGerhard Hofer degustiert im Keller
Life BallWas hat Zilk mit dem Life Ball zu tun?
HaremshoseDie Kostüme der Gäste
BackstageDer Life Ball von hinten
AnkunftDer Life Ball ist gelandet