Es ist schon interessant: Da fahr ich jedes Jahr auf Skiurlaub, immer auf denselben Berg, immer in das selbe Quartier, treff dieselben Leute und hab nach dieser Woche immer dieselben körperlichen Beschwerden. Aber für nichts auf der Welt möchte ich auf meine überteuerte Dosis Massentourismus verzichten. Diese Lust am Mainstream hab ich jüngst übrigens auch in Sachen Wein verspürt. Als ich zu meinem Beuscherl ein Glas Wein bestellte, servierte man mir einen ziemlich guten Grünen Veltliner. Frisch, leicht und knackig. Ich fragte, was das sei. Und die Antwort lautete: GrüVe 2011 vom Jurtschitsch. Der Wein wurde Ende vergangenen Jahres die Marketing-Orgel rauf und runter gespielt. Seit 25 Jahren gibt es diese Jungwein-Schöpfung aus Langenlois mit den grellen Etiketten von Maler Christian Ludwig Attersee. Karl Jurtschitsch hat natürlich völlig recht, dass die Wortschöpfung seines Bruders „GrüVe“ ein Wahnsinn ist. Aber trotzdem wurde dieser Wein Kult. Mittlerweile überschwemmen 200.000 Flaschen GrüVe den Jungweinmarkt. Nicht nur, weil er gut vermarktet wird, weil ein berühmter Maler auf ihm herumpinselt, sondern weil der Wein sehr gut ist. So wie unsere Skigebiete toll sind. Geheimtipps gibt‘s erst wieder, wenn mein Muskelkater nachgelassen hat. Das kann aber dauern, ich sag‘s gleich.
Im Keller: Der Urlaub wird schön
02.02.2012 | 15:41 | von Gerhard Hofer (Die Presse - Schaufenster)
Diese Lust am Mainstream hab ich jüngst übrigens auch in Sachen Wein verspürt.
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