„Schreib doch was über Eiswein, haha“, hieß es. Aber ich hatte mir den Gemischten Satz vom Weingut Mayer am Pfarrplatz vorgenommen. „Hat indirekt auch was mit Eis zu tun“, sagte ich. „Mit Eishockey nämlich.“ Denn sowohl das Weingut als auch der Eishockeyklub Vienna Capitals gehören dem Unternehmer Hans Schmid. Und während die Eis-Hackler reihenweise ausrutschen, ist er mit den Weinen äußerst erfolgreich unterwegs. Wenn kommenden Donnerstag auf dem Wiener Opernball Schuldenbremse, Sparpaket und Co. Pause haben, wird sein Gemischter Satz serviert.
Das nenn ich einen sozialen Aufstieg. Schließlich galt der Sorten-Mischmach früher als der Wein der einfachen Leut‘. Jetzt gehört er zur Haute Volée. Jahrzehntelang war die önologische Promenadenmischung verpönt. Man kredenzte reinsortige Weine oder Cuvées. Bis sich ein paar Wiener Topwinzer mit Akribie und Schmäh – pardon: Marketinggeschick – anschickten, den Gemischten Satz zu reanimieren. Operation gelungen, Patient lebt und gedeiht. Jener vom Mayer am Pfarrplatz besteht übrigens aus Grünem Veltliner, Riesling, Rotgipfler und Zierfandler. Eine ziemlich klassische Mixtur also. Trinkt sich lebendig, frisch und duftet nach Äpfeln und Birnen. So schmeckt Optimismus.
Wiener Gemischter Satz 2011, 9,50 Euro ab Hof.
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