Schon sehr witzig. Jetzt nennt sich das Mittelburgenland seit Tag und Jahr „Blaufränkischland“, die Schilder hängen hier überall herum, und trotzdem haben die Blaufränkisch-Winzer in jüngster Zeit ein kleines Problem geortet. Denn mittlerweile gibt es Blaufränkischen überall. Und jede Rotweinregion hat ihre „Wahnsinnslage“ mit so viel PR-Power in die Hirne der Weinschreiber, Weinhändler und Weinfreaks getrommelt, dass einem schon ganz schwindlig wird. Eisenberg, Leithaberg, Spitzerberg. Diese Weinberge stehen für „unverwechselbare“, „einzigartige“, „Terroir-typische“ Rotweine. Kein Wunder, dass bei all dem Blabla die Weinbauern im Mittelburgenland jetzt ebenfalls nachrüsten müssen. Die Winzergruppe „Vitikult“ brachte dieser Tage ihren V-Max heraus.
Ein „unverwechselbarer“, „einzigartiger“, „Terroir-typischer“ Blaufränkisch. Eh klar. Natürlich haben die in Neckenmarkt, Deutschkreutz und Horitschon andere Weine als auf dem Eisenberg und sonst einem Berg. Und sie sind eigen, sie sind zum Teil natürlich großartig. Wie jener vom Weingut Lang. „Mittelburgenland DAC – Grande Réserve 2009“. 30 Monate im kleinen Eichenfass. Viel Beerenfrucht, schönes Säuregerüst, tolle Länge. Tolle PR sowieso. Selbst die besten Weine kommen ohne Blablabla nicht mehr aus.
Im Keller: Noch mehr Blaufränkisch
31.05.2012 | 18:10 | von Gerhard Hofer (Die Presse - Schaufenster)
Ein "unverwechselbarer", "einzigartiger", "Terroir-typischer" Blaufränkisch.
TIPP
Weingut Lang, www.rotweinelang.at, Mittelburgenland DAC Grande Réserve 2009, 38 € ab Hof
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