Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Alle wollen "Gesundheit made in China"

Alle wollen Gesundheit made
Thai-Chi / Bild: (c) Die Presse (Clemens Fabry) 

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Ernährung nach den Fünf Elementen sowie Tai-Chi und Qigong gewinnen immer mehr Anhänger. Und orientieren sich zunehmend am westlichen Geschmack.

 (Die Presse)

Die Praxis in der Wiener Innenstadt ist geschmackvoll eingerichtet, österreichischer Biedermeier mit einem Flair von Shanghai-Luxus: viel Weiß, mit einigen wenigen roten Akzenten, chinesische Kalligrafien in dem einen Behandlungsraum, barocke Bilder im anderen, leise Musik, ein Hauch von Orient in der Luft. Die Bühne ist vorbereitet für eine Konsultation vom Feinsten: Der Arzt ist ganz Auge und Ohr für Puls, Zunge und Befindlichkeit des Patienten. Zeit zählt nicht, solange man dafür zahlt. Nach einer Stunde ist das Gespräch zu Ende, die erste Behandlung beginnt: spitze Nadeln, weiche Decken, leise raunende Musik, beruhigend. Wohlfühlen pur. Ganze eineinhalb Stunden lang.

Einige Bezirke weiter geht es etwas bodenständiger zu. Das Wartezimmer ist voller Menschen in Schlapfen, die Schuhe haben sie alle brav an der Eingangstür abgestellt. Und das ist nicht alles, was man abgibt, wenn man bei Dr. X. in Behandlung ist. „Frau A. nach links, Erstgespräch“, sagt Dr. X. kurz, abgehackt und ein wenig streng. „Sie zwei, dorthin, ich komme gleich kassieren und neuen Termin machen. Die anderen mit mir.“ Der Weg führt nach nebenan, in einen nicht sehr großen Raum, in den sechs Liegen gepfercht wurden, immerhin durch dünne Paravents voneinander optisch getrennt. „Ausziehen, bis auf die Unterwäsche“, sagt Dr. X. „Komme gleich.“ Lang wird einem die Wartezeit nicht. Man kann darüber nachdenken, woran der Nachbar Herr B. eigentlich genau leiden könnte. Ganz schlau wird man aus seinem Krankengespräch mit Dr. X. nämlich nicht. Oder man kann sich fragen, ob der Einstich der Akupunkturnadeln genauso wehtun wird wie offenbar bei Frau C. auf der anderen Seite. Irgendwann setzt auch hier leise Musik ein. Und lautes Schnarchen.

Das sind nur zwei Varianten der „Gesundheit made in China“, die den langen Marsch durch Österreich angetreten hat. Die Patienten können derzeit offenbar gar nicht genug bekommen von der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) – sei es in Form eines eher luxuriösen westlichen Hybrids, in dem sich die Klienten die Zeit und volle Aufmerksamkeit des Arztes einiges kosten lassen; sei es als gemildert-authentischer Abklatsch dessen, wie es in TCM-Praxen in China zugeht.

Ernährungsberatung nach den Fünf Elementen boomt ebenso wie die Bewegungskurse Tai-Chi oder Qigong, die zur Fitness auch gleich ein wenig Heilung und ein bisschen Selbstfindung mitliefern. Da Österreich mit dieser Begeisterung für die fernöstliche Gesundheitslehre nicht allein dasteht, zahlt sich das Geschäft mit der TCM auch für die Volksrepublik zunehmend aus. Der Exportwert von TCM-Produkten betrug 2010 bereits 1,9 Milliarden Dollar.

89 Prozent für TCM. Die Zahlen in Österreich sind jedenfalls beeindruckend: „89 Prozent der Österreicher sind Befürworter der TCM und wollen die Schul- und die Komplementärmedizin nebeneinander haben“, erklärt Gerhard Litscher, Leiter der Forschungseinheit für biomedizinische Technik in Anästhesie und Intensivmedizin an der Medizin-Uni Graz. „Jeder vierte Patient hat bereits Erfahrung mit Akupunktur.“ Litscher erforscht seit 15 Jahren gemeinsam mit chinesischen Kollegen die wissenschaftlichen Grundlagen der Akupunktur und entwickelt schmerzfreie Hightech-Varianten wie Laser-Akupunktur (siehe Interview).

Die westliche Ärzteschaft, die der TCM einst kritisch gegenüberstand, hat auf die steigende Nachfrage reagiert: Mit Stand September 2011 gab es in Österreich 3708 Mediziner mit einem Akupunktur-Diplom der Österreichischen Ärztekammer (ÖAK) und 233 Ärzte mit einem ÖAK-Diplom für Chinesische Diagnostik und Arzneitherapie. Zum Vergleich: Nur 649 Ärzte haben ein ÖAK-Diplom für Homöopathie. Die – nicht gerade billigen – Ausbildungen für TCM-Ernährungsberater sind ebenfalls regelmäßig überbucht, viele Institute müssen Wartelisten anlegen. Unter den Kursteilnehmern sind viele Ärzte und Apotheker.


Kranke Schulmediziner.
Den größten Zulauf erhalten TCM-Ärzte von Menschen, bei denen die Schulmedizin an ihre Grenzen gestoßen ist, vor allem bei der Behandlung chronischer Krankheiten, oder von Menschen, die keine befriedigende Diagnose für ihre Beschwerden erhalten. So ging es etwa Andrea Scholdan, selbst Schulmedizinerin und bis vor Kurzem noch praktizierende Ärztin. „Ich war wirklich ziemlich krank“, sagt sie. „Ich hatte 30 Hörstürze hinter mir, Tinnitus und einen kranken Darm.“ Deshalb achtete Scholdan besonders auf das, was gemeinhin als richtige Ernährung gilt: viel Obst, viel Gemüse, viel Joghurt, viel Vollkorn. „Man hätte mir ein Denkmal für gesundes Essen setzen können“, meint sie. „Blöderweise hätte das die Form eines Grabsteins gehabt.“

Der Wendepunkt für Scholdan kam, als sie zur Akupunktur ging. „Kalte Niere“, sagte die TCM-Ärztin. „Zusammenhang mit Ohren.“ Nach einer Sitzung war der Tinnitus weg, sagt Scholdan. Als bei ihr auch noch Zöliakie festgestellt wurde, gab das den Anstoß für die eingehende Beschäftigung mit der Fünf-Elemente-Ernährung. „Ich aß nur noch püriert, nur noch warm, viele Suppen. Es hat mir zwar nicht geschmeckt, aber meine Hände waren wieder warm und meine Koliken waren weg.“ Scholdan machte ihre neue Leidenschaft zum Beruf und gründete gemeinsam mit Laurence Koblinger „Suppito“, eine Küche, die Leute mit mehr Geld als Zeit mit gesunder Fertignahrung versorgt, die nach der Fünf-Elemente-Lehre gekocht wurde. „Ich weiß, dass unsere Produkte teuer sind“, sagt Scholdan. „Aber den Leuten ist es das offenbar wert.“

TCM als Vorsorge. Vor allem viel wert ist den Menschen auch der Vorsorge-Aspekt. In China wurde der Arzt traditionellerweise bezahlt, solange die Menschen gesund waren. Dieses Prinzip wollen auch hierzulande viele Praktiker der chinesischen Gesundheitslehre noch stärker in den Vordergrund rücken. „Wer beschäftigt sich schon gerne mit Krankheit“, meint Scholdan. „Es ist doch viel angenehmer, etwas für seine Gesundheit zu tun.“ So sieht das auch Petra Pfann, diplomierte TCM-Ernährungsberaterin. „Einige meiner Klientinnen kommen zu mir, um gar nicht erst krank zu werden. Sie wollen einfach wissen, welche Ernährung ihrem Typ entsprechen würde. Leider ist für diesen Vorsorge-Aspekt in unserem Gesundheitssystem noch nicht genug Platz.“

Pfann ist überzeugt davon, dass viele Menschen, die von TCM, den Fünf Elementen oder Tai-Chi angezogen werden, mehr suchen als nur Gesundheit. Vielen geht es um eine Genesung im weiteren Sinn, um eine Anleitung zum Wohlfühlen oder um Anregungen, wie man das eigene Leben insgesamt umgestalten könnte: „Viele von uns leben mit einer ständigen Reizüberflutung und immer höheren Anforderungen. Das erzeugt eine Schieflage, die sich aber ausgleichen lässt.“ Die chinesische Medizin mit ihrer 4000 Jahre alten Tradition, ihrer fernöstlichen Philosophie, ihrer leicht mysteriösen Form der Diagnose und ihrem individualisierten Patientenbild kommt da vielen gerade recht. „Für viele gestresste Menschen ist es ja schon ein Luxus, wenn sich einmal jemand nur mit ihnen beschäftigt oder wenn sie selbst sich eine Stunde nur auf sich selbst oder nur auf eine Aktivität konzentrieren können“, meint Pfann.


Medizin als Inszenierung. Viele Gesundheitspraktiker versuchen daher auch, die Erwartungen ihrer Klienten zu erfüllen – nicht zuletzt mit einer entsprechenden Inszenierung. Diese Inszenierung aber verblüfft viele, die die chinesische Gesundheitslehre am genauesten kennen: in Wien lebende Chinesen. „Im Westen neigt man dazu, die förmliche Seite zu übertreiben“, sagt Yonghui Deissler-Yi, Lehrerin für Tai-Chi und Qigong im Shambala-Zentrum in Wien. „Ich war am Anfang etwas schockiert: überall Kerzen, Räucherstäbchen und viel Verbeugen. Es war lustig, ganz anders als in China.“ Deissler-Yi kam 1990 nach Wien, um Kunst zu studieren, ihr Mann Nikolaus lehrt chinesische Kampfsportarten.

Nicht nur Entspannung. Tai-Chi und Qigong sind für Deissler-Yi Beispiele für unterschiedliche Erwartungen. „Qigong hat einen gesundheitlichen, einen sportlichen, einen meditativen, einen persönlichkeitsbildenden und einen sozialen Aspekt“, sagt sie. „Oft wollen sich Menschen aber nur entspannen. Doch die Entspannung beim Qigong muss man sich verdienen.“

Ihr Leben in zwei Kulturen hat den Deisslers oft gezeigt, wie sehr westliche von östlichen Interpretationen abweichen können, etwa bei der Ernährung. „Fünf Elemente ist in China nicht so ein Thema“, meint Yonghui. „Wir essen Dinge, die zur Jahreszeit passen.“ Diese Ansicht teilt Akupunktur-Forscher Gerhard Litscher: „Ich habe meine Freunde in China oft gefragt: Wer kocht nach den Fünf Elementen? Zu meinem Erstaunen habe ich niemanden gefunden.“ Was kein Wunder ist. Denn was in China als Medizin eingesetzt wird, ist im Westen offenbar dabei, fixer Lifestyle-Bestandteil zu werden. Und irgendwann wird „zum Chinesen gehen“ wohl etwas anderes bedeuten, als einen Abend im Restaurant ums Eck zu verbringen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.11.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

36 Kommentare
 
12

mich interessieren diese neumodischen trends nicht,

da bleib ich lieber bei meiner alten, bewährten juju-medizin aus westafrika.

wenn schon, denn schon!

Re: mich interessieren diese neumodischen trends nicht,

Da haben Sie recht. Auch ich bleibe bei der traditionellen Humoralpathologie.

Sollen diese wissenschaftlichen Giftspritzer doch sehen wo sie bleiben. Wenn ich mal einen Herzinfarkt habe, lasse ich mich einfach zur Ader. Das schont den Geldbeutel und wirkt absolut ganzheitlich.

Ich bin auch für TCM

Nächste Woche fahre ich auf Nashornsafari.

Hoffentlich kann ich ein paar Hörner mitbringen; eins behalte ich mir, die anderen verkaufe ich teuer.

Wenn meine Geschäfte gut laufen kann ich 2013 in die Jagd auf die letzten frei lebenden Tiger investieren.

Ist alles viel aufregender und gewinnträchtiger als dieses westliche Medizinzeug mit der langwierigen Forschung und dem ewig dauernden Zulassungsamtsweg.

Die Verblödung der Österreicher und vor allem Innen korelliert mit ebendieser der Journalisten und vor allem Innen

89% der Österreicher befürworten also Voodoo? Sensationell!

Denn in China selbst hält man nichts von diesem aus der kommunistischen Not geborenen und verordneten TCM-Hokuspokus, sondern geht bei ernsthaften Krankheiten auch zu ernsthaften Ärzten.

Verblödung kontra Integration

Sie beurteilen die Sache nicht ganz richtig. Das führende Stichwort, das dem ganzen Sinn verleiht, ist Integration. Nachfolgend oder begleitend ist noch der Umstand, dass es keine naturwissenschaftlichen Aussagen gibt, sondern nur gleichgwertige Meinungen.
Für die Medizin bedeutet das z. B: Die naturwissenschaftlich erhärtete Tatsache, dass es Viren gibt, an denen man bei entsprechender Infektion stirbt, ist nur eine Meinung. Gleichwertig zu dieser Meinung ist die gegenteilige Meinung, dass es gar keine Viren gibt und diese nur eine Erfindung der bösen Pharma ist. Nicht lache, viele Homöopatrhen sehen das so.
Es liegt also keine Verblödung vor sondern die Leute verhalten sich nur politisch korrekt! Viele Gesundheitspolitiker und Innen sind für die Integration!

Alle die hier jetzt gegen TCM sind, sind doch sehr

engstirnig und nicht offen für Neues! Ich muss zugeben, ich war auch skpetisch als ich das erste Mal eine TCM Behandlung gemacht habe. Etwas zu hinterfragen und nicht leichtgläubig zu sein, ist immer gut! Aber strikt etwas abzulehnen finde ich auch falsch! Ich litt lange unter Gastritis, wobei mir die Medizin nicht geholfen hat - ich wollte auch keine Medikamente schlucken. Ich ernährte mich gesund, trotzdem half alles nix und ich hatte nach wie vor Beschwerden. Dann habe ich TCM ausprobiert. Zu Beginn stellte sich keine Besserung ein und die Kräuter, die ich als Teeaufguss trinken sollte, verschlimmerten meine Beschwerden. Ich nahm diese dann nicht mehr. Jedenfalls habe ich die Behandlungen für mehr als 2 Monate fortgesetzt. Schließlich waren meine Beschwerden ganz weg! Dank TCM. Ich denke, die TCM sollte man als Ergänzung zur herkömmlichen Medizin betrachten. Natürlich muss man, wenn man akute und schwere Krankheiten hat, diese schulmedizinisch-behandeln lassen. Aber man sollte sich nicht vor alternativen Heilmethoden verschließen und offen dafür sein! Schließlich gibt es die TCM nicht umsonst schon seit Hunderten von Jahren und hat vielen Menschen geholfen.

Leiden Sie auch an Wahrnehmungsumkehr?

Lieber Freund des Alternativen, Komplementären und Ganzheitlichen etc.
Sie müssen lernen Kuhfladen von Kaufladen zu unterscheiden. Das ist nicht schwer und funktioniert auch im Fall der Medizin.
Das was sie als Fortschritt ansehen, ist ein Festhalten an überholten und widerlegten Ansichten. Es ist ein Rückschritt in die Steinzeit der Medizin. TCM ist ein dogmatisches nicht erweiterbares und nicht entwicklungsfähiges Lehrgebäude. Eine Glaubensmedizin. Überholte medizinische Ansichten gehören entsorgt und nicht als Neuigkeit und altes Wissen aufgewärmt. Wesentlich für eine moderne wissenschaftsbasierte Medizin ist, dass diese erweitert werden kann, mit neuen Erkenntnissen verbessert werden kann, damit mehr und sicherere Wirkung bei weniger Nebenwirkung und Risiken erzielt wird.

Re: Leiden Sie auch an Wahrnehmungsumkehr?

Liebe/r Aquilo ich wünsche Ihnen nie chronische gesundheitliche Probleme mit denen Sie von einm Arzt zum anderen pilgern, unterschiedlichste Diagnosen und Behandlungsmethoden kennenlernen und wieder vergessen weil's wieder nichts gebracht hat. Und wenn Ihnen so etwas doch einmal passieren sollte wünsche ich Ihnen eine/n TCM-Mediziner/in, der/die, so wie in meinem Fall innerhalb kurzer Zeit die Zusammenhänge erkennt und erfolgreich behandelt. Doch ich wünsche Ihnen sehr, dass Sie dann erkennen auf welcheem Holzweg Sie sich mit Ihrer derzeitigen meinung befinden..

Re: Re: Leiden Sie auch an Wahrnehmungsumkehr?

Die Zuzsammenhänge von denen Sie schwärmen, sind nur im Kopf aber nicht im Körper.
Sie können mit diesen Zusammenhängen immer so viel "heilen" wie die Placeborate erwarten läßt. Und ich kenne genügend chronisch Erkrankte, um das behaupten zu können. Und ich kenne auch genügend Menschen die zu Wunderheilern TCMlern und dergleichen mehr pilgern. Der Erfolg hält sich in den Grenzen des Placeboeffektes und der Erwartungshaltung. Beides hält nicht lange an. Ist also nicht nachhaltig! Nachhaltig ist nur der Umsatz!

Re: Re: Leiden Sie auch an Wahrnehmungsumkehr?

Die Zuzsammenhänge von denen Sie schwärmen, sind nur im Kopf aber nicht im Körper.
Sie können mit diesen Zusammenhängen immer so viel "heilen" wie die Placeborate erwarten läßt. Und ich kenne genügend chronisch Erkrankte, um das behaupten zu können. Und ich kenne auch genügend Menschen die zu Wunderheilern TCMlern und dergleichen mehr pilgern. Der Erfolg hält sich in den Grenzen des Placeboeffektes und der Erwartungshaltung. Beides hält nicht lange an. Ist also nicht nachhaltig! Nachhaltig ist nur der Umsatz!

Re: Leiden Sie auch an Wahrnehmungsumkehr?

In der Tat finden sich doch immer jemand, dessen Lebenszweck sich in der Beleidigung anderer Menschen erfüllt.
Ich hoffe hier im Forum einen aufgeklärten Rationalisten zu anzusprechen, der den Chinesen endlich erklärt, dass sie seit tausenden Jahren mit einer Heilmethode arbeiten, die nicht funktioniert.

Re: Re: Leiden Sie auch an Wahrnehmungsumkehr?

Wenn mir jemand erklärt, wie die Meridiane aussehen, wo diese genau liegen und welche Strukturen diesen Meridianen zu Geunde liegt, also die "Leitungen" in denen die göttliche Lebenskraft fließt, dann nehme ich alles zurück.
So aber, wenn jemand mir erklärt, dass dieses Konzept ein Fortschritt ist, dann muss ich eine Wahrnehmungsstörung annehmen. Und auch Sie bitte können mir gerne aufzählen, welche Erkenntnisse wir der chinesischen Medizin verdanken.
Welche nachweislichen Krankheitsursachen hat die TCM herausgefunden?

Re: Re: Re: Leiden Sie auch an Wahrnehmungsumkehr?

Und wenn man das Ihnen erklärt, dann beleidigen Sie niemanden?
Übrigens:
60000 Tode im Jahr durch Schulmedizinische Medikamente (Wechselwirkungen), 30000 Tode im Jahr durch mangelnde Krankenhaushygiene.
Wie viele Tote durch Akupunktur, TCM und andere?

Re: Re: Re: Re: Leiden Sie auch an Wahrnehmungsumkehr?

Sie erklären mit halben Wahrheiten nichts! Die ganze Wahrheit würde bedeuten, scih die auf Narutwissenschaft beruhende Medizin wegzudenken. Diese Todesrate mag ich mir nicht vorzustellen!

Sehr geehrte Frau Kraus!

Wie oft dürfen's denn jetzt für diese Entblödung gratis im Suppito essen?

Was im Artikel noch vergessen wurde, zu erwähnen:

Tigerknochen als Medikament gegen Rheuma -> Gefährdung der Tigerpopulation, besonders der sibirischen
Geriebene Rhinozeroshörner als Potenzmittel und gegen Fieber -> Nashörner stehen am Rande der Ausrottung
Bärengalle als Medikament gegen Augen- und Leberkrankheiten sowie Bluthochdruck -> die Bären werden mitunter jahrelang in so engen Käfigen gehalten, dass sie sich kaum bewegen können. Sonst würden sie sich womöglich die Kanülen herausreissen, mit denen die Bärengalle laufend abgezapft wird.
Kurz gesagt: Ganz ganz lieb, die TCM, und so naturverbunden.

Ein Artikel mit allenfalls homöopathischem Inhalt

Ein inferiorer Artikel (wieder ein mal) zur Glorifizierung alternativer Methoden (von Medizin mag ich gar nicht sprechen). Sobald eine Methode auf "traditionellem " oder besser noch auf "uraltem" Wissen beruht muss ja offensichtlich was dran sein. Ein trügerischer Schluss - die aktuelle Datenlage wird vorsichtshalber gänzlich ausgeblendet, die GERAC-Studie zur Akupunktur gleich gar nicht erwähnt (Scheinbehandlung und Akupunktur schneiden hierbei gleichwertig ab!).
@KraxiFaxi (Nomen ist hier wohl Omen...)
dieses ewige Geraunze über die böse konventionelle Medizin - die uns Ihrer Meinung nach nichts gebracht hat und nur Symptome behandelt. Die Kindersterblichkeit ist dramatisch gesunken, wir leben länger, sterben nicht mehr zwangsläufig an Blinddarmentzündung, Sepsis, Tetanus oder Krebs und auch nach einem Herzinfarkt ist meist die Lebensqualität recht beachtlich - und diese Leistungen sind in Österreich praktisch JEDEM zugänglich.
Tja, aber sonst hat die (Schul-)Medizin nichts erreicht.
Die 5-Elemente-Ernährung gehört, ähnlich wie die Blutgruppen-Diät, bei euphemistischer Betrachtung bestenfalls in den Wellness bereich. Das Wort Medizin ist in diesem Zusammenhang echter Etikettenschwindel.
Ach ja, wer sich übrigens nicht für Ursachen interessiert, sondern ausschließlich für Symptome sind die Homöpathen (lesen Sie mal S.Hahnemann).

Re: Ein Artikel mit allenfalls homöopathischem Inhalt

Die Zahl der Versuche Gesundheitsjournalisten und Journalistinnen die einfachsten Basisdaten in Biologie etc. zu verklickern ist Legion. Irgendwie denkt man, es kann eigentlich nicht mehr Zufall sein, dass Unbildung und Aberglauben derart hatnäckig und penetrant vertreten werden. Es ist ja nicht so, dass es sich um höchst schwierige und äußerst komplexe Zusammenhänge handelt, die eben nur von ausgewiesenen Fachleuten beurteilt werden könnten. Seriöse Information steht ja zur Verfügung. Und zum Erkennen ist Humbug und Aberglauben mit ein ganz klein wenig Skepsis und Nachdenken mehr oder weinger sofort.

Einer "Qualitätszeitung" nicht würdig

Dieser Artikel ist eine Frechheit: Völlig einseitig, unkritisch und schlecht recherchiert. So etwas hätte ich mir in der Woman erwartet aber nicht in der Print-Ausgabe der Presse.
TCM ist zum größten Teil Esoterik und Geldmacherei!

Ein eigenes Journalisten-Wikipedia auf Kindergartenniveau könnte dem Gesundheitsjournalismus durchaus gut bekommen!

Oder aber, die Damen und Herren der allgemeinen Volksverblödungsmaschinerie geben jeweils unter dem Titel einen Warnhinweis etwas so: Achtung, dieser Artikel wurde nicht mit Wikipediawissen abgeglichen. Der Inhalt ist daher bestenfalls unterhaltsam und mit Sicherheit transreal!

Neulich ein Chinese über TCM:

Westliche Medizin wirkt, TCM tut gut, schadet nicht, und ist viel billiger. Wie sollen wir denn sonst 1 Milliarde Menschen gesundheitlich versorgen, das könnten wir uns mit westlicher Medizin niemals leisten! Dem Westen können wir die westliche Form des TCM auch gut verkaufen, und das sind nur 2 von mehreren Gründen, warum wir TCM, mit einer 3000 jähriger Tradition, weiter fördern müssen.

Es handelt sich natürlich um die Aussage einer fiktiven Person. Ganz real geantwortet hat mir allerdings ein Chinese auf die Frage, wo er mit Schmerzen hingehen würde: in ein westliches oder ein Krankenhaus indem TCM angeboten wird. Seine Antwort: in das westliche natürlich (er konnte es sich offenbar leisten). Auch habe ich in China Antibiotika in einer Apotheke bekommen, wie ich sie gebraucht habe - und dass ganz ohne Arzt.

Man bilde sich seine Meinung.

PS: Sich selbst etwas gutes zu tun kann die Heilung einer Krankheit natürlich verbessern, daß wissen wir aber in der klassischen Medizin auch schon seit längerem.


TCM bewirkt sehr viel

zum Beispiel die Ausrottung der Breitmaulnashörner aber auch einiger anderen Tierarten, aber natürlich verdienen sehr viele sehr gutes geld damit.


Fortsetzung von unten

Niemand kann auch nur eine Krankheit oder eine maßgebliche, grundlegende Erkenntnis nennen, die sich der traditionellen chinesischen Medizin verdankt.
Heilen lassen sich damit leere Geldbeutel mit dem Geld derer, die an Blöderitis habitualis, Deppesis progressiva, Trottulosis perpetua erkrankt sind, kurzum all derer, die zu viel Zeitgeist genossen und Zeitungen gelesen haben.
Mit dem mächtigen Vokabeln „traditionell“ und Diplomen von Ärztekammern und Universitäten a la Viadrina in Frankfurt wird Wirkung vorgegaukelt.

ES gibt nur eine Medizin und die sollte wirken!

Alles, was wir heute über Leben wissen, was wir über Biologie wissen, verdanken wir den aufgeklärten Naturwissenschaften. Der Beitrag der chinesischen Medizin ist genau NULL. Das gesamte "Wissen" der chinesischen Medizin, das mit dem Beiwort „alt“ geschickt einer Beurteilung entzogen wird, ist nichts anderes als eine wilde, esoterische Spekulation beruhend auf unhaltbaren und abstrusen Annahmen. Bis dato gibt es nichts, das auch nur irgendwie einen Hinweis auf die Realität eines Chi oder der Meridiane gegen könnte. Desgleichen unsinnig ist auch die Signaturenlehre, die Grundlage der Anwendung der chinesischen Kräuter ist und auch Ursache dafür, dass alle möglichen und unmöglichen Ausstülpungen und abstehenden Körperteile, am besten von mächtigen männlichen Tieren, als potenzsteigernd angesehen werden.
Und nun soll ein Lehrgebäude, welches mit unhaltbaren Dogmen zusammengezimmert wurde, auf einmal Grundlage einer modernen hochwirksamen Therapie oder Medikation sein? Im gesamten alten China wurde bis von 200 Jahren kein menschlicher Leichnam seziert. Im pathologischen Museum der Stadt Wien, im Narrenturm, einer ehemaligen Sozialeinrichtung, sind mehr historische Schaustücke zum Verständnis des menschl. Körpers und seiner Funktionsweisen zu bewundern als im gesamten China jemals vorhanden waren. Wobei "mehr" ein Understatement ist, denn eigentlich gab es das überhaupt nicht.

 
12

Schlagzeilen Gesundheit

AnmeldenAnmelden