Schlechte Raumluft: Müdigkeit, Kopfschmerzen

Lüften ist eine Möglichkeit, für bessere Luft in Wohnungen und Büros zu sorgen. In vielen heimischen Klassenzimmern herrscht "dicke" Luft. Ein Buch informiert und gibt praktische Anleitungen für ein gesundes Raumklima.

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Symbolbild – (c) Www BilderBox com (Www BilderBox com)

Bis zu 90 Prozent des Tages verbringen wir in Innenräumen, sei es am Arbeitsplatz, in der Schule, in den Wohnräumen. Mehr als 20.000-mal am Tag atmen wir da ein. Welche Luft aber?

Die gute, gesunde Luft soll frei von Staub und Verunreinigungen sein und ein ausgewogenes Verhältnis von Sauerstoffgehalt, Temperatur und Feuchtigkeit haben. Schlechte Luft riecht auch schlecht, „abgestanden“, wie der Volksmund sagt. Sie hat aber auch eine höhere Konzentration von Kohlenstoffdioxid, CO2, das vom Menschen ausgeatmet wird. Das macht schneller müde, kann zu Kopfweh, Stimmungsschwankungen, Appetitlosigkeit, Reizung der Schleimhäute führen.

„Je höher der CO2-Wert ist, umsoschlechter kann ich mich konzentrieren“, sagt Umweltmediziner Hans Peter Hutter von der Medizinischen Universität Wien. „Die Leute wissen immer noch nicht, oder vernachlässigen es einfach, dass sie mehrmals am Tag lüften – und zwar stoßlüften, nicht nur das Fenster kippen – sollen.“

In dem Buch „Auf der Suche nach dem Gesunden in der Raumluft, Reiseführer durch die Welt der Wohn- und Arbeitsräume“ geben Hutter und andere Experten aus Forschung, Wissenschaft und Praxis Informationen und praktische Anleitungen, was man selbst für gesunde Raumluft tun kann. Buchautorin Julia Posch, auch als Wirtschaftstrainerin und Coach tätig, hat die Tipps zusammengestellt.

 

Neue Möbel können schuld sein

Der Buchherausgeber, die unabhängige Plattform „MeineRaumluft.at“ hat unlängst mit einer Studie aufhorchen lassen: Demnach herrscht in Österreichs Klassenzimmern „dicke Luft“. 1000 Schulklassen hatten an der Studie, bei der die Raumluft gemessen wurde, teilgenommen – in jeder zweiten Klasse sind die CO2-Werte zu hoch, in jeder dritten Klasse ist die Luft zu trocken. Häufige Folge: Die Schüler sind müde, ihre Konzentration lässt nach, manche reagieren auch mit Kopfschmerzen.

Zurück zum Buch, in dem der Chemiker Christian Scherer vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik sagt: „Aufgrund von Energiesparmaßnahmen sind die Gebäude heute viel besser abgedichtet. Daher braucht man eine gezielte Lüftung und eine optimierte Feuchtigkeitsregelung.“ Besonders belastet sei die Innenluft durch chemische Luftschadstoffe und flüchtige, organische Kohlenwasserstoffe, ihre Konzentration ist in Innenräumen rund drei- bis viermal höher als in der Außenluft. Verursacher können neue Möbel und Fußböden oder frische Anstriche sein.

„Die meisten Dinge in Bezug auf gesunde Raumluft sind logisch. Riecht es in meiner Wohnung komisch, muss ich die Geruchsquelle suchen und beseitigen“, rät Dagmar Seidl von der Umweltmedizinischen Beratungsstelle der MA39. Sie warnt unter anderem vor Schimmelpilz, „jeder sichtbare Schimmel ist ungesund“.

 

Duftkerzen belasten Luftqualität

Die meisten von uns kümmern sich nur wenig um die Raumluft, „man muss den Menschen bewusst machen, dass sie selbst wesentlich zur Qualität ihrer Raumluft beitragen können, etwa bei der Auswahl der Ausstattung der Innenräume“, erwähnt Peter Tappler, Sachverständiger für Innenraumschadstoffe und Leiter des Arbeitskreises Innenraumluft im Lebensministerium. Zu den Forschungsprojekten des Arbeitskreises zählt unter anderem, wie gute Innenraumklimatologie die Leistungsfähigkeit steigern kann. Zu den praktischen Hinweisen im Buch zählen etwa auch, dass Duftkerzen und Räucherstäbchen die Luftqualität belasten oder dass das Aufwischen mit einem feuchten Mopp gesünder ist als Staubsaugen. Dem Buch angeschlossen sind zehn Lösungen für gute Raumluft und Informationsstellen über gesunde Raumluft. (nie)

„Auf der Suche nach dem Gesunden in der Raumluft, Reiseführer durch die Welt der Wohn- und Arbeitsräume“, 86 Seiten, Herausgeber Plattform MeineRaumluft.at. Das Buch kann gratis auf der Homepage bestellt werden und steht außerdem gratis als Download zur Verfügung.

WEITERE INFORMATIONEN UNTER

www.meineraumluft.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.12.2012)

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