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„Vertrauensvorschuss“: Warum die Ärzte doch nicht streiken

Bild: (c) Presse Fabry 

Die Ärztekammer beendet ihre Blockade und begründet diesen Schritt mit Zugeständnissen. Dabei stand sie zuletzt ziemlich allein da. Der Gesundheitsminister begrüßte die Entscheidung der Ärzteschaft.

 (Die Presse)

Wien/Pri. Wie sich die Zeiten ändern. Wochenlang waren Streiks im Raum gestanden, Proteste und Demonstrationen gegen die geplante Gesundheitsreform. Am Freitag, drei Tage nach der Grundsatzeinigung zwischen Bund, Ländern und Sozialversicherungen, gab die Ärztekammer überraschend ihren Widerstand auf: Man habe den Reformverhandlern – Bund, Ländern und Kassen – einen Vertrauensvorschuss gegeben und von einer Fortsetzung der Kampagne abgesehen, berichtete Präsident Artur Wechselberger im Anschluss an die Vollversammlung des Ärzteparlaments.

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Was war geschehen? Er habe Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) Mitte der Woche das Versprechen abgerungen, dass der niedergelassene Bereich – also die Kassenärzte – ausgebaut würden, um die Spitalsambulanzen zu entlasten, sagte Wechselberger. Allerdings war diese Maßnahme lange vor diesem Gespräch als eines der wesentlichen Reformziele definiert worden. Dass eine zunehmende Isolation der Ärztekammer der eigentliche Grund für die Kursänderung war, schloss der Präsident aus. Vielmehr hätte die Mobilisierung dazu geführt, „dass man uns gehört hat“. Worin genau dieses Erhören bestanden hatte, vermochte Wechselberger nicht restlos zu klären.

 

Stöger: „Vernünftige Kräfte“

Denn auch die anderen Zugeständnisse, die er dem Minister abgerungen haben will, stehen seit Längerem fest: Über Honorare und neue Kassenarztstellen wird die Kammer weiterhin stellvertretend für die Ärzte mit den Sozialversicherungen verhandeln dürfen (allerdings anhand der Versorgungspläne von Ländern und Kassen). In ihrem Verantwortungsbereich bleiben außerdem die Ärzteausbildung und im Wesentlichen auch die Qualitätssicherung (über die ÖQMed).

Der Gesundheitsminister begrüßte die Entscheidung der Ärzteschaft, ihren Widerstand aufzugeben. Offenbar hätten sich die vernünftigen Kräfte in der Kammer durchgesetzt, sagte ein Sprecher Stögers. Es gelte weiterhin, was der Minister stets betont hat: dass in den weiteren Reformverlauf alle Gesundheitsberufe und damit auch die Ärzte eingebunden würden.

Weitere Proteste wollte Wechselberger dennoch nicht ausschließen, zumal es nach wie vor einige Bedenken gebe. Es sei der Kammer etwa nicht gelungen, den Deckel bei den Gesundheitsausgaben zu verhindern (bis 2016 soll der erwartete Kostenanstieg um 3,4Milliarden Euro gedämpft werden). Man werde daher „beobachten“, ob es nicht doch zu Verschlechterungen für Ärzte und Patienten komme. Und notfalls eingreifen.

Die Reform soll spätestens 2014 in Kraft treten und eine Strukturveränderung mit sich bringen: Spitäler, Arztpraxen werden künftig gemeinsam von Ländern (Spitalsverwalter) und Sozialversicherungen (verantwortlich für die niedergelassenen Ärzte) geplant. Profitieren soll nicht nur der Steuerzahler, sondern auch der Patient: durch mehr Kassenärzte bzw. kürzere Warte- und flexiblere Öffnungszeiten in den Ordinationen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.12.2012)

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18 Kommentare
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zum kämpfen

braucht man Soldaten..
und diese fehlen der Ärztekammer seit Jahrzehnten ...
ein Berg wird kreisen und eine Maus wird wieder geboren werden..
ich höre schon wieder das Jammern der Politiker vom "am Rücken der Patienten" ausgetragenen Kampf um Ärzte-Privilegien..
und viele Ärzte werden sich wieder erpressen lassen..
bis Österreich ärztefrei ist...

Re: zum kämpfen

oder halt Parteisoldaten.

Die Knauserei mit der Wertschätrzung

zeigt die Verschwendung der Human Resources.
Das ist ja ganz typisch - das leistet man sich in Österreich, weil Geld keine Rolle spielt.

ärztebashing

warum sollen sich ärzte nicht melden dürfen. warum sollen ärzte wirtschaftliches risiko tragen wenn die politik sie beschränken will
warum sollten sich ärzte noch engagieren wenn sie eh nur beschimpft werden
warum will stöger nicht diskutieren und alles geheim halten?
wir werden uns zu wehren wissen. und leute wie bachinger und konsorten noch sehr einschränken. ich bin niemandes sklave, kein minister keine sozialversicherung kann mich bremsen
ach ja, warum sollen ärzte nichts mehr verdienen dürfen und sich die klagen der leute über dinge anhören die die politik verzrsacht hat? ich gebe den leuten die tel nummern vom minister und vom hauptverbandschef usw.

Re: ärztebashing

Geld verdienen ist was anderes als die Lizenz Geld selbst zu drucken, die niedergelassene Kassenärzte haben.

Österreich ist reich

Der enorme Reichtum Österreichs ist ein Tabu, ein geradezu vehement gehuetetes Geheimnis, das nur selten gelüftet wird.
-Die Finanz hat sogar noch viel Geld zum Verzocken.-
Es stellt sich natürlich die Frage, warum ausgerechnet an der Gesundheit gespart werden soll.


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Re: Österreich ist reich

ja stimmt.wir zahlen dem bundesheer täglich ihr gratis essen,das 5mal am tag plus die rationen die sie stets bei sich haben dürfen(dosenfutter)-für den akuten appetit.

hingegen in der "gruft" mariahilferstrasse kein wasserhahn hinführt und das wasser aus der toilette entnommen wird.

wer das für zufal hält nicht informiert ist-ich verständigte die polizei,als sie mir zeigten,wie sie das wasser entnahmen und zwar direkt knapp über der schüssel unter dem sitz-der polizist sagte wild-aber is ja klar,das nennt sich militärische grundversorgung,oabeiten tun s ja ned dafür.als ich mit dem -aber das bundeheer-argument entgegnete fing er an mit ja die sorgen für schutz und so,brach aber abprubt ab,sagte,sonst kommens noch her,wenn ma vom teufel spricht,weil wir san österreich und des gespräch wär offiziell,des würd ihr system gefähren,wer sie für uns san oder so und verflüchtigte sich.

na kloar hörten wir plötzlich eine stimme durch die wand östlich des eingangsbereiches-wer er is und offiziell für uns is-mämlich kein polotiker,was er hiermit wär,sonderne ins taatsfeind,und dagegen gibts nix,ich hab schon verständigt,jetzt is die sache der entscheidung von oben.er kann da warten oder sich schleichen.

der andere fall wäre das st elisabeth krankenhaus und dazugehörig-elisabethbrot in der ungargasse,-das essen wird den patienten serviert,die reste werden den bedürftigen gegeben.
(erklärung folgt im antworttext)

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Re: Re: Österreich ist nicht reich

korrektur für unverständnis:die wasserhähne wurden erst vor wenigen jahren installiert,zuvor gab es nur die toiletten
(dass man nicht annähme im keller einer kirche gäbe es logisch wcs und waschbecken)

die becken wurden erst genehmigt vom bundesheer als jemand(ich) der unter dem gerngrossgebäude eine liegenschaft hat(ein bunker) einen etwa 80m2 raum zwischen kirche und gerngross der kirche spendete(also direkt unter der mariahilferstrasse),wo es nichts gibt in jenem raum als einen brunnen-das bundesheer lediglich sagte,sobald dort luxusgarnituren hineinkommen der spass vorbei wäre,und damit dies nicht doch über umwege erfolge indem sie sogar versuchen würden den raum offiziell zu bekommen,bzw immer mehr obdachlose einzuweihen,sie die waschbecken erlaubten.

bis damals das bundesheer den obdachlosen jeden cent abknöpfte da sich unter dem erotikshop gegenüber des gerngross (wie auch unter der neubaugasse)prostituierte aufhalten-wobei das preisniveau bei 10 -30euro pro einheit liegt,statt wie bei offiziellen damen bei 50 für nur 15 minuten(cirka)
den rest das bundesheer kassierte,da dies alles ja von nur von ihnen ermöglicht wurde.


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Re: Re: Re: Österreich ist nicht reich

in jenen tagen spendete ich dem verein etwa 2 millionen euro in bar,die jedoch vom bundesheer in derselben nacht aus dem raum und schliessfach eines der dortigen mitarbeiter entnommen wurde.hierzu sie den ganzen raum vergasten und eindrangen,das geld an sich nahmen.

es gibt dazu geheimaufzeichnungen,die eines tages ans licht kommen könnten.

da kann also unser gutes heer viel angeben mit ihrer abc ausrüstung und waffen,doch zur anwendung kommen sie regulär unter der stadt und wenn es sein muss auch in wien und zwar gegen jene die es und sie schützen sollten bzw sogar diese alle bezahlten.

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Re: Re: Österreich ist reich

es liegen viele alte menschen in dem krankenhaus und es stinkt unaufhörlich in deren räumen nach kot,da die patientInnen nicht gewaschen werden,bzw die räume gelüftet-sobald der essenswagen ankommt das essen gestanksverseucht ist.

soweit verständlich-als der schritt unternommen wurde,dass von anfang an essen im ausgangszimmer gelassen wurde und nur teilweise mitgeführt durch die schwestern,beobachtet wurde,wie aus dem keller mädchen in das krankenhaus eindrangen,bis in jenes stockwerk hochgingen und in jenen raum eindrangen.

der portier hatte bis zuletzt die aufnahmen der krankenhausfremden mädchen und die essensbehälter später nach dem offensichtlichen akt geprüft wurden,was eindeutige ergebnisse lieferte.

bundesheerabgesandte später diskutierten,ob nicht in das personal von ihren mädchen welche inkludiert werden sollten,als "militärische aufpasser quasi",doch die antwort lautete,das wurde abgehört und wird sicher als beweis aufgeführt da die person bei uns registriert sein muss als vom bundesheer auch wenn nicht offiziell angegeben-somit die anklage erfolg haben würde,so wie bisher jedoch sie weiterhin nur die schritte einleiten bzw unterstützen bräuchten.

der witz weiters,dass die esensausgabestelle in der ungargasse,also "elisabethbrot" 15 minuten vor der ausgabe an bedürftige im krankenhaus selbst das essen ausgibt,da bei dem transport dorthin schon lüftung geschähe,etwas zumindest,jedoch im Kh es nur "warten" kann-mit geschlossenen deckeln-sonst bundesheer kommt.

Re: Österreich ist reich

WO wird gespart ???

Re: Re: Österreich ist reich

So wird "gespart":Es fliegen ständig Medikamente aus der grünen Box
Die Kassen sind im Plus, und wir Ärzte wissen natürlich auch , wie.
Durch Leistungskürzungen:
1. Viel gebrauchte Medikamente fliegen aus der grünen Box des Erstattungskodex des Hauptverbands der Österreichischen Sozialversicherungsträger, das trifft vor allem die Ärmsten der Armen, nämlich die von der Entrichtung der Rezeptgebühr befreiten Patienten.
2. Die chefärztliche Bewilligungspraxis bei Krankengeld, Physikalische Therapie und Psychotherapie wird extrem restriktiv gehandhabt.
3. Durch ABS - das automatisierte Bewilligungssystem - treibt uns der Hauptverband durch i-Tüpfelreiterei überhaupt
in den Wahnsinn.

Re: Re: Re: Österreich ist reich

1., Wieviele? Schon mal an Generika gedacht?
2., Ja, und?
3., Also ich erlebe das in der Praxis meines Arztes nicht so: Antrag eintippeln (Begründung). Warten. In 30 Minuten Bewilligung. Und da hat der Arzt Gar nichts gemacht, sondern die Sprechstundenhilfe 1 Minute getippt. Schrecklich!!!

Re: Re: Re: Re: Österreich ist reich

Ad 2) na und?
Da wird so manchem Versicherten sein Krankenversicherungsschutz entzogen.
Da sagen Sie na und. Es ist ein Skandal.

Re: Re: Re: Re: Österreich ist reich

Der Ablehnungen der Antraege sind gar viele. Die lassen sich auch ausdrucken.
Generikaverschreibungen sind laengst Standardmedikation, das ist nur noch imm Spital ein Problem.
Buscopan , z.B. aus dem Erstattungskodex zu schmeißen, ist zynischer Machismo, pure Frauenfeindlichkeit.

Re: Re: Re: Re: Re: Österreich ist reich

Ach, wie, bekommen nur Frauen Gallenkoliken?

(Ich weiß schon, sie meinten die Regel...)

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Österreich ist reich

Ja, sogar auch mehr Gallensteine.

Vertrauensvorschuss?

Oder wollte man sich einfach nicht weiter ins Schussfeld der öffentlichen Kritik rücken?

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