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Thymian, ein Tausendsassa unter den Kräutern

Bild: (c) Wikipedia 

Bekämpft Husten, Schmerzen und Bakterien - Thymian wurde zur Duftpflanze des Jahres 2013 gewählt. Über seine Bedeutung für die medizinische Aromatherapie wird demnächst auf einer Tagung gesprochen.

 (Die Presse)

Er ist ein altbewährtes Hausmittel gegen Husten, hilft bei der Fettverbrennung, kräftigt das Immunsystem, wirkt verjüngend auf den Gehirn- und Nervenstoffwechsel und hemmt Entzündungen sowie Schmerzen. Der Thymian schenkt uns einen unvorstellbaren Reichtum an Aroma, Geschmacksstoffen und therapeutisch nutzbaren Molekülen“, schreibt Klaus Oberbeil in dem Buch „Kräuter & Gewürze als Medizin. Gesund und schlank mit Vitalkräften aus der Apotheke der Natur. Krankheiten und Beschwerden auf natürliche Weise vorbeugen“ (Systemed Verlag, 240 Seiten, 20,60 €).

Auch „Der große Kräuterführer“ aus dem Bassermann Verlag (256 Seiten, 10,30 €) widmet diesem Kraut und seinen vielen Sorten entsprechend Raum. Jekka McVicar informiert unter anderem auch darüber, dass das ätherische Öl des Krauts zur Herstellung von Zahnpasten und Mundwasser verwendet wird und einige Tropfen des Öls im Badewasser rheumatische Schmerzen lindern.

 

Sehr gut erforscht

Ob seiner Vielfalt – es gibt rund 215 Species – und seiner vielfachen Wirkungsweise, die sich Menschen seit Jahrtausenden zunutze machen, wurde Thymian von der österreichischen Gesellschaft für wissenschaftliche Aromatherapie und Aromapflege und von Vaga, der österreichischen Vereinigung für Aromapflege und gewerbliche Aromapraktiker, zur Duftpflanze des Jahres 2013 auserkoren. „Wir haben diesen Lippenblütler auch deswegen gewählt, weil er bei uns heimisch und wissenschaftlich sehr gut erforscht ist“, berichtet Vaga-Vorsitzende Ingrid Karner.

So wurde in zahlreichen Studien – unter anderem auch an der Universität Graz – nachgewiesen, dass die ätherischen Öle des Thymians antibakteriell und fungizid, also pilzabwehrend, wirken. „Man kann diese Öle daher zur Raumbeduftung verwenden. Die in der Luft zirkulierenden Moleküle können dann Bakterien oder Pilzsporen schwächen oder beseitigen“, erwähnt Karner. „Das wird pflegerisch auf einigen Krankenhausstationen eingesetzt.“ Erste Hinweise zeigen, dass die ätherischen Thymian-Öle auch eine schwache antivirale Wirkung haben könnten.

Karner persönlich bereitet in Grippezeiten oder für Verwandte, die ins Spital müssen, immer ein Deo aus einer Mischung aus ätherischen Thymianölen und Hydrolaten oder Alkohol vor, um so das Risiko einer bakteriellen Infektion (zum Beispiel Ansteckung mit Grippe oder Krankenhauskeimen) zu reduzieren. „Das ist in der wissenschaftlichen Theorie nicht nachgewiesen, aber in der gelebten Praxis hundertfach erprobt.“

 

Wirkungsvoll wie Antibiotika

Ganz wissenschaftlich ging es der deutsche Chemiker Erich Schmidt an: Er und Kollegen analysierten in ihrer wissenschaftlichen Arbeit die chemische Zusammensetzung der vier Chemotypen des ätherischen Öls von Thymian vulgaris und prüften ihre antibakteriellen Eigenschaften. „Die höchste Aktivität zeigt der Chemotyp Thymol, er kann es hinsichtlich Wirkstärke mit etlichen künstlich hergestellten Antibiotika aufnehmen“, sagt Wolfgang Steflitsch, Lungenfacharzt und Präsident der österreichischen Gesellschaft für wissenschaftliche Aromatherapie und Aromapflege. Auf der 2. Wintertagung dieser Gesellschaft (Näheres unter Thymian auf der Wintertagung der Aroma-Experten) wird Steflitsch über die Duftpflanze des Jahres 2013 und ihre Bedeutung für die medizinische Aromatherapie referieren. „Der Chemotyp Thymol des Thymians ist überhaupt eines der stärksten pflanzlichen Antibiotika.“ Sanfter sind die Chemotypen Linalool oder Tujanol.

Relativ unbekannt, so Fachmann Steflitsch, seien die psychischen Wirkungen des Thymians. „Seine Öle können die Stimmung aufhellen, wirken ausgleichend und konzentrationsfördernd.“ Derlei könne man mit Duftlampen oder Inhalationen erreichen.

Auch Petra Zizenbacher, Allgemeinmedizinerin und Notärztin in Wien, schätzt dieses unscheinbare Pflänzchen. „Thymian hat sich unter anderem bei Entzündungen der Atemwege sehr bewährt. Ein Tee oder eine Inhalation hilft also gegen Husten, Schnupfen und Heiserkeit.“ Bei Scheidenentzündungen seien Scheidenspülungen oder Sitzbäder angebracht und bei entzündlicher Akne Waschungen mit Thymianaufguss. Auch Zahnfleischentzündungen ließen sich bessern, wenn mit Thymiantee oder -aufguss gegurgelt wird. „Und wer zu Entzündungen im Magen-Darm-Trakt neigt, soll reichlich mit Thymian würzen. Erstens, weil er entzündungshemmend wirkt und weil er zweitens Speisen verträglicher macht“, empfiehlt die Ärztin und rät, Thymian entweder selbst anzubauen oder in einem Bioladen oder in der Apotheke zu kaufen. „Der Thymian aus dem Supermarkt hat nicht immer entsprechende Qualität.“

 

Gut auch gegen Stress

Die Liste des therapeutischen Einsatzes von Thymian ließe sich lange fortsetzen. In dem Buch „Aromatherapie in Wissenschaft und Praxis“ (Verlag Stadelmann), das im Februar auf den Markt kommt, sind unter „Indikationen des ätherischen Öls von Thymian vulgaris“ unter vielem anderem Angstzustände, Bronchitis, Durchblutungsstörungen, Fußpilz, Insektenstiche, Konzentrationsstörungen und Stress angeführt.

Ebenso mannigfaltig ist die Palette der möglichen Ideen zu einem Wettbewerb rund um Thymian (www.thescenteddrop.eu). Karner: „Bei diesem Projekt können Künstler genauso mitmachen wie Wissenschaftler, da kann man ein tolles Rezept mit Thymian genauso einschicken wie ein Rezept für eine besonders gute Salbe, ein Bild mit Thymian oder einen Song rund um die Duftpflanze des Jahres 2013.“ Warum schließlich soll so ein Tausendsassa unter den heimischen Kräutern nicht auch besungen werden?

WEITERE INFORMATIONEN UNTER

www.aromapraktiker.at

www.aromainfo.at

Thymian auf der Wintertagung der Aroma-Experten

Thymian wird seit Jahrtausenden als Heilmittel eingesetzt. Schon die alten Ägypter verwendeten ihn zur Einbalsamierung der Toten.

Zur Duftpflanze des Jahres 2013wurde Thymian gewählt. Er ist auch unter Hustenkraut, Duftholz, Küchenpolich oder Liebfrauenbettstroh bekannt. Über seine medizinische Bedeutung in der Aromatherapie wird auf der 2. Wintertagung der österreichischen Gesellschaft für wissenschaftliche Aromatherapie und Aromapflege berichtet (26.Jänner, Hotel Schloss Weikersdorf in Baden bei Wien).

Ätherische Öle in der Pflege, neue wissenschaftliche Erkenntnisse der Aromatherapie, Qualitätskontrolle ätherischer Öle oder Schlaf fördernde Effekte von Lavendelöl sind weitere Themen der Tagung.

WEITERE INFORMATIONEN UNTER

www.oegwa.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.01.2013)

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Mehr aus dem Web

27 Kommentare
 
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Die Kraft der Kräuter

Dass Thymian besonders bei Erkrankungen der Atemwege hilfreich ist, konnte ich selbst schon erleben. Dass er jedoch so viele andere Wirkungsfelder hat, war mir neu. Finde es immer wieder erstaunlich, welche Kraft natürlich Pflanzen und Kräuter wie eben hier Thymian oder auch der Sonnenhut (Echinacea, beispielsweise in Echinacin enthalten) haben und wie wenig wir darüber eigentlich wissen. Würde es sehr begrüßen, wenn bereits den Kindern in der Schule mehr Wissen über derartige Kräuter und Pflanzen gelehrt werden würde!

Heilkräuter

Es ist schön einen Bericht über ein Heilkraut zu lesen, dass einem evtl. unnötige Medikamente ersparen kann. Sowohl die westliche als auch die chninesische Medizin verfügen über ein reichhaltiges Wissen an Heilkräutern gegen eine Reihe von Beschwerden. Zwar ersetzt das nich die moderne Medizin, aber es ergänzt sie allemal.

Vielen Dank für diesen artikel. Ich würde mich freuen mehr zu dem Thema lesen zu dürfen.

An euch zwei (alles Wissenden) Duellanten: Wie bekömmlich ist der Knoblauch? Kommt mir jetzt nicht mit dem Dracula!


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Re: An euch zwei (alles Wissenden) Duellanten: Wie bekömmlich ist der Knoblauch? Kommt mir jetzt nicht mit dem Dracula!

Nicht jeder verträgt den Knoblauch.
Die vielgepriesenen Wirkung gibt es. Allerdings nur bei regelmäßiger Einnahme sozialunverträglicher Dosen. Und dann kann man hoffen....

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Dem Tausendsassa auf den Zahn gefühlt!

http://de.wikipedia.org/wiki/Thymol

Kategorien:
Gesundheitsschädlicher Stoff
Ätzender Stoff
Umweltgefährlicher Stoff
Terpenalkohol
Phenol
Sekundärer Pflanzenstoff

Diese Kategorien zeigen, dass überschwengliche Euphorie, wie diese in den Kräuterbüchern verbreitet ist, nicht angezeigt ist.
Anwendung ja, aber mit Bedacht!
Außerdem ist typisch, dass hier unter dem Schutz- und Deckmantel Natur, Kraut, Bio auf jegliche Gefahrenreflexion offenbar von vorne herein verzichtet wird. Aber es wäre die Hölle los, wenn es sich um etwas handelte, dass mit "Chemie" assoziert werden würde. Hier würden unsere Bio und Naturapostel vom Aroma-Heiltherapeuten bis zum appr. Arzt nach Püfungen ohne Ende rufen!

Alles Wappler?

Lieber Aquilo,
sind das alles Wappler

Gesellschaft für Phytotherapie e.V. (Deutschland)
Schweizerische Medizinische Gesellschaft für Phytotherapie - SMGP
European Scientific Cooperative on Phytotherapy - ESCOP
Kooperation Phytopharmaka
Wiener Internationale Akademie für Ganzheitsmedizin - GAMED
Gesellschaft für Arzneipflanzenforschung - GA
Österreichische Pharmazeutische Gesellschaft - ÖPhG
Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft - DPhG
Department für Pharmakognosie Wien

All diese finden das Thymiankraut wertvoll ist!

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Wiener Internationale Akademie für Ganzheitsmedizin - GAMED

Diesen esoterischen Glaubensklub sollten Sie besser nicht erwähnen!!!!!!

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Das "natürliche" Weltbild

Die Vorstellung, dass die natürliche Schöpfung zum Heil des Menschen existiert, ist ein frommer Wunsch. Die Natur existiert für niemanden und nichts.
Ob irgend ein Stoff oder irgend ein Kräutlein hilfreich, heilend und gut ist, muss nachgeprüft werden. Das Prädikat natürlich hilft hier nicht weiter. Es dient nur der Werbung.
Die hier in diesem Werbeartikel für dieses Buch von irgendwelchen Armoagesellschaften, die sich mit der größten Selbstverständlichkeit als wissenschaftlich bezeichen, vollmundigen Versprechungen werden bei allen Kräutern gemacht.
Fest steht, dass die ätherischen Öle (ätherisch steht für leicht flüchtig)keine unbedenklichen pharmakologischen Eigenschaften haben. Ob sie gut riechen, hat damit nichts zu tun.
Des weiteren muss angemerkt werden, dass ein antibiotische Wirkung noch gar nichts darüber aussagt, dass dies in vivo, am Menschen, genauso gut ist wie im Labor in der Petrischale. Das ist alles sehr diffizil und mit Vorsicht zu betrachten und die derart allgemeine Behauptung einer antibiotischen Wirkung ist eigentlich eine grobe Täuschung. Hier wird eine Anwendung bzw. eine Wirkung suggeriert , die so nicht vorhanden ist.

Re: Das "natürliche" Weltbild

"Ob irgend ein Stoff oder irgend ein Kräutlein hilfreich, heilend und gut ist, muss nachgeprüft werden."

Wenn Sie warten wollen bis jedes Kräuterlein in jeder Hinsicht von Wissenschaftlern inkl. Toxikologen und Pharmakologen geprüft ist können Sie lange warten.
Bis es so weit ist, warum nicht sich vielfältige Erfahrungswerte, die über sehr lange Zeiträume gewonnen wurden, zu Nutze machen?

"Das Prädikat natürlich hilft hier nicht weiter"
Der Mensch hat sich über Millionen von Jahren recht gut an die Natur angepasst, sich mit ihr intensiv auseinandergesetzt und letztlich auch Erfahrungswerte gewonnen.
In diesem Sinne verstehe ich den Informationsgehalt des Prädikats "natürlich". D.h. einerseits keineswegs bedeutungslos aber anderseits nicht blauäugig mit unbedenklich zu verwechseln.

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Re: Re: Das "natürliche" Weltbild

Was Sie hier als intensiv auseinandergesetzt bezeichnen, ist leider zu einem großen Teil reiner Aberglaube, und keineswegs glaubwürdige "Erfahrung". Dazu gehören Blödsinnigkeiten wie Nashorn oder Tigerknochen als Potenzmittel, Hai und Mistel als Antikrebsmittel etc. Und gerade toxische und allergische Wirkungen sollten auch nicht unterschätzt werden, auch weil die Wirkstoffkonzentration oft alles andere als konstant ist. Andererseits verstehe ich Ihren Pessimismus nicht was die Untersuchung durch Pharmakologen/Toxikologen betrifft. Versuchen Sie es mal auf folgender homepage der European Medicines Agency, hier zB der Link zu den Thymian Monographien: http://www.ema.europa.eu/ema/index.jsp?curl=pages/medicines/herbal/medicines/herbal_med_000029.jsp&mid=WC0b01ac058001fa1d . Zu Thymian läuft offensichtlich gerade eine Consultation.

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Re: Re: Re: Das "natürliche" Weltbild

Der Pessimismus beginnt, wenn mit Bio und natürlich geworben wird.
Des weiteren werdenb mit schöber Regelmäßigkeit in vitro mit in vivo Befunden durcheinandergemischt.
Im vorliegenden Fall ist es eine Werbung für Aromatherapiestationen für die der Thymian herhalten muss. Und eine Wrksamkeitsstudie, wie sie für Arzneimittel gefordert ist, tun sich die Hersteller von Hustensäften nicht mehr an. Daran andert auch die EMA nichts.
Und die Vermaqrktung erfolgt auch hier mit dem Unterschwell gifitge Medikamente böse Schulmedizin!

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Der Mensch hat sich über Millionen von Jahren recht gut an die Natur angepasst, sich mit ihr intensiv auseinandergesetzt und letztlich auch Erfahrungswerte gewonnen.

Das mit den Erfahrungen ist so eine Sache. Die Erwartungshaltung und das Auf und Ab von ERkrankungen haben schon Tausende von Jahren die Menschheit geprellt! Und bitte nicht mit der Evolution und der Anpassung argumentieren. Dieses Thema solln Sie besser den Zuständigen überlassen. Wallfahrten und Aderlass siond ei gutes Beispiel dafür, was es nicht alles an unwirksamen und doch höchst erfahrenen Mumpitz gab. Erst die moderen Naturewissenschaft hat hier Klarheit geschaffen. Dieses Buch ist nichts anderes als ein Werbebucgh mit halbe unvollständigen Aussagen. Eine Lobeshymmne voll von Halbwahreheiten und Annahmen. Selbstverständlich ist Thymian ein gutes Hausmittel, aber so gut ist es nicht, dass man darauf nicht verzichten könnte!

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„Das ist in der wissenschaftlichen Theorie nicht nachgewiesen, aber in der gelebten Praxis hundertfach erprobt.“

Oh Du heiliger Hahnemann bitte für uns!
Laß uns alles glauben, was wir spüren
damit uns kann jeder verführen
mit Verheißungen aller Art,
damit uns keine Dummheit bleibt erspart!

Re: „Das ist in der wissenschaftlichen Theorie nicht nachgewiesen, aber in der gelebten Praxis hundertfach erprobt.“

Obergscheit!

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Re: Re: „Das ist in der wissenschaftlichen Theorie nicht nachgewiesen, aber in der gelebten Praxis hundertfach erprobt.“

Können Sie auch darlegen, was an meinem Kommentar unrichtig ist?
Der ganze Artikel ist nichts anderes als eine Buchbesprechung um auf die diversen Aromatherapieinstitue aufmerksam zu machen!

Googeln Sie mal für Thymol, dem wertbestimmenden Hauptbestandteil die vorgeschriebenen Warn- und Gefährdungshinweise.

Re: Re: Re: „Das ist in der wissenschaftlichen Theorie nicht nachgewiesen, aber in der gelebten Praxis hundertfach erprobt.“

Empfehlenswerte Literatur zum Thema Pflanzenmedizin
R.F. Weiss, V. Fintelmann:
Lehrbuch der Phytotherapie; Hippokrates Verlag, Stuttgart
H. Wagner, M. Wiesenauser:
Phytotherapie; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart

M. Pahlow:
Das große Buch der Heilpflanzen; Bechtermünz Verlag

W. Kubelka, R. Länger (Neuauflage 2001):
Phytokodex – Pflanzliche Arzneispezialitäten in Österreich

V. Schulz, R. Hänsel:
Rationale Phytotherapie; Springer Verlag 1999

H. Schilcher, S. Kammerer:
Leitfaden Phytotherapie Urban & Fischer, München

K. Kraft:
Checkliste Phytotherapie Thieme Verlag, Stuttgart

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Re: Re: Re: Re: „Das ist in der wissenschaftlichen Theorie nicht nachgewiesen, aber in der gelebten Praxis hundertfach erprobt.“

Bei den Pharmakognosten ist etwas Vorsicht geboten. Die Pharmakognosie beschäftigt sich mit der Beschreibung, Vorkommen etc. von Heilpflanzen, der Identifikation der Inhaltsstoffe, der Isolierung, der Synthese derselbigen etc. Nicht jedoch Fachgebiet ist die Pharmakologie der Heilpflanzen. Das heißt, dass sie nicht über die Wirkung im Organismus etc. forschen. Natürlich referieren sie daüber gerne und schwafeln auch darüber gerne, aber es ist nicht ihr Fachgebiet! Sie können und müssen dafüer Pharmakologen zitieren!

Re: Re: Re: „Das ist in der wissenschaftlichen Theorie nicht nachgewiesen, aber in der gelebten Praxis hundertfach erprobt.“

Forschung: Thomas Braun, Lars Kunz und Manfred Gratzl, Anatomisches Institut der Ludwig-Maximilians-Universität, München; Petra Voland und Christian Prinz, II. Medizinische Klinik und Poliklinik, Technische Universität München
Veröffentlichung Gastroenterology, Vol. 132(5), pp 1890-1, DOI 10.1053/j.gastro.2007.02.036

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Re: Re: Re: Re: „Das ist in der wissenschaftlichen Theorie nicht nachgewiesen, aber in der gelebten Praxis hundertfach erprobt.“

Ich betrachte medizinische Forschung, vor allem wenn es sich um zeitgesitige Themen handelt, um äußert anfällig für unseriöse Behauptungen und Wunschergebnisse!
Hier wird Das Erdmagentfeld mit Plastikchips ausgerichtet, jede Menge an Bioinformationen und Bioresonanzen durchschwirren die Leiber, mit Wandcremen wird Wohlbefinden herbeigecremt und dergleichen mehr.

Re: Re: Re: „Das ist in der wissenschaftlichen Theorie nicht nachgewiesen, aber in der gelebten Praxis hundertfach erprobt.“

Gewürze riechen und schmecken nicht nur gut, sie können auch die Verdauung beeinflussen. Münchner Mediziner haben zeigen können, dass Thymian und Gewürznelken spezialisierte “Sensorzellen” im Darm aktivieren, die wiederum die Darmtätigkeit steuern.
Dieser Mechanismus könnte die Bekömmlichkeit entsprechend gewürzter Speisen erhöhen, vermuten die Forscher um Thomas Braun und Manfred Gratzl von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Umgekehrt könnte die Allgegenwart von Aromastoffen in Nahrungsmitteln, Kosmetika und Waschmitteln auf diesem Wege vielleicht auch Reizdarmprobleme bedingen.
Die Mediziner studierten enterochromaffine Zellen aus dem menschlichen Dünndarm. Diese Zellen schütten nach Aktivierung den Botenstoff Serotonin aus und beeinflussen so die Arbeit der Darmmuskulatur und die Sekretion von Verdauungssäften. Mit einer Reihe von Methoden konnten die Forscher zeigen, dass diese Sensorzellen mindestens vier Duftstoffrezeptor aufweisen, wie sie auch die Riechzellen der Nase bilden. Und tatsächlich werden sie aktiv und schütten Serotonin aus, nachdem Thymol bzw. Eugenol, die Hauptaromastoffe von Thymian und Gewürznelken, zu den Zellkulturen gegeben wurden.
Nach Ansicht der Mediziner könnten ihre Resultate neue Ansätze liefern, um Beschwerden wie Verstopfung, Durchfall oder Darmentzündungen mit Hilfe von Aromastoffen zu behandeln.

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Münchner Mediziner haben zeigen können, dass Thymian und Gewürznelken spezialisierte “Sensorzellen” im Darm aktivieren, die wiederum die Darmtätigkeit steuern. Dieser Mechanismus könnte die Bekömmlichkeit entsprechend gewürzter Speisen erhöhen, vermuten die Forscher um Thomas Braun und Manfred Gratzl von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Umgekehrt könnte die Allgegenwart von Aromastoffen in Nahrungsmitteln, Kosmetika und Waschmitteln auf diesem Wege vielleicht auch Reizdarmprobleme bedingen.

Finden Sie nicht, dass Sie hier verdammt viel in der Möglichkeitsform schreiben?
Eine der hervorstechendesten Eigenschaften von Medizinern ist, dass wenn Sie selbst etwas beobachten, jede andere Mögklichkeit außer ihrer Erwartungsghaltung ausschließen! Deswegen gibt es ja soviel aklternative, komplementäre und ganzheitliche Medizin! UNd hier haben alle immer so super Erfahrungen -oder nicht?

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Nach Ansicht der Mediziner könnten ihre Resultate neue Ansätze liefern, um Beschwerden wie Verstopfung, Durchfall oder Darmentzündungen mit Hilfe von Aromastoffen zu behandeln.

Nach Ansicht heißt im Klartext: "NIX IST FIX!"
Und ich muss wohl nicht erläutern, was mit derZauberformel "nach Ansicht" alles angestellt werden kann und wird!
Nach Ansicht der Homöopathen wirkt das Molekül im Kubiklichtjahr!

Re: Re: Re: „Das ist in der wissenschaftlichen Theorie nicht nachgewiesen, aber in der gelebten Praxis hundertfach erprobt.“

Thymol zeichnet sich durch eine starke desinfizierende fungizide und bakterizide Wirkung aus und wird wegen seines angenehmen Geschmacks in Mundwässern, Zahnpasta und in 5-prozentiger alkoholischer Lösung zur Hautdesinfektion beziehungsweise lokal gegen Hautpilze eingesetzt, wie zum Beispiel als Bestandteil von Vaginalkapseln oder zur Behandlung von Mundhöhlenpilz bei AIDS-Patienten. In der Veterinärmedizin wird Thymol ebenfalls seit vielen Jahren zur Behandlung von Hautpilzinfektionen, aber auch als Verdauungsförderer verwendet. In der Bienenpflege findet Thymol eine Anwendung als Wirkstoff gegen Milbenbefall (Varroose).


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Kräuterbücher mit wissenschaftlichen Aufmotz gibt es zum Saufüttern!


Re: Kräuterbücher mit wissenschaftlichen Aufmotz gibt es zum Saufüttern!

Therapeutisch relevante Wirkungen:
Expektorierende Wirkung: Ätherisches Thymianöl induziert die Sekretion von Bronchialsekret und steigert die Zilienbewegung in den Bronchien.
Spasmolytische Wirkung: am Meerschweinchenileum (1/5 der Papaverinwirkung) und an der Meerschweinchentrachea (1/700 der Papaverinwirkung) ausgetestet.
Antimikrobielle Wirkung: Das ätherische Thymianöl und auch Komponenten daraus zeigten in zahlreichen Testsystemen Hemmwirkung sowohl gegen grampositive als auch gramnegative Bakterien. Wäßrige Extrakte von Thymus vulgaris hemmen das Wachstum und die Urease-Aktivität von Helicobacter pylori signifikant.

Unerwünschte Wirkungen:
Unverdünntes Öl besitzt eine starke lokale Reizwirkung.
Vorsicht bei Kleinkindern und Säuglingen: stark riechende Substanzen (z. B. Thymianöl) können, wenn sie im Bereich der Nase appliziert werden, einen Glottiskrampf auslösen.

Indikationen:
Wissenschaftlich belegt:
Symptome der Bronchitis und des Keuchhustens, Katarrhe der oberen Luftwege.
Erfahrungsmedizin:
Völlegefühl, Blähungen.

Empfohlene Dosierung:
Mittlere Tagesdosis: 4,5 g Droge (= Berechnungsgrundlage).

Re: Kräuterbücher mit wissenschaftlichen Aufmotz gibt es zum Saufüttern!

Thymiankraut

Wirkungen:
antimikrobiell
expektorierend
spasmolytisch
Indikationen:
Atemwegserkrankungen
Blähungen (Erfahrungsmedizin)
Dyspeptische Beschwerden, Verdauungsstörungen (Erfahrungsmedizin)
Krampfhusten
Inhaltsstoffe:
Ätherisches Öl
Lateinische Bezeichnung(en):
Thymus vulgaris L.
Thymus zygis L.
Stammpflanze:
Thymus vulgaris L., Thymus zygis L. (Lamiaceae)

Inhaltsstoffe:
Ätherisches Öl: 1-2,5 %, vorwiegend die isomeren Phenole Thymol und Carvacrol. Aufgrund des Vorkommens chemischer Rassen ist das ätherische Öl je nach Herkunft unterschiedlich zusammengesetzt.
Weitere Inhaltsstoffe: Flavonoide, Gerbstoffe, Phenolcarbonsäuren.

Verwendeter Pflanzenteil:
Von den Stengeln abgestreifte Blätter und Blüten (Thymi herba).

Offizinell:
Thymi herba: mind. 1,20 % ätherisches Öl und mind. 0,50 % wasserdampfflüchtige Phenole.
Thymi aetheroleum: Gewinnung durch Wasserdampfdestillation aus dem frischen Kraut. Für 7 Komponenten sind enge Konzentrationsbereiche vorgeschrieben.
Extractum Thymi fluidum
Gallerta saponata camphorata (Opodeldok): Schweineschmalz wird mit Natriumhydroxid verseift, Zusatz von Campher, Ammoniak, Rosmarinöl und Thymianöl.
Sirupus Thymi
Sirupus Thymi comp.: Zusatz von Natriumbromid.
Species pectorales: je 10 Teile Malvenblüte, Königskerzenblüte und Thymianblatt, je 20 Teile Eibischblatt und Eibischwurzel, 25 Teile Süßholzwurzel, 5 Teile Anis.

 
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