Finger weg von Aluminium

Das Gesundheitsministerium empfiehlt, den Gebrauch von aluminiumhaltigen Trinkflaschen, Deodorants und Antazida zu reduzieren.

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Deodorant – Imago

Das Gesundheitsministerium hat am Mittwoch auf seiner Webseite eine Studie der wissenschaftlichen Literatur zu möglichen gesundheitlichen Auswirkungen von Aluminium veröffentlicht. Vorsorglich solle man Kontakt möglichst reduzieren, hieß es in einer Aussendung von Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ).

Die Literaturstudie trägt den Titel "Aluminium-Toxikologie und gesundheitliche Aspekte körpernaher Anwendungen" und fasse den aktuellen Wissensstand in Bezug auf mögliche gesundheitliche Auswirkungen von Aluminium und seinen Verbindungen in verbrauchernahen Produkten zusammen, hieß es. Stöger empfehle den Verbrauchern eine Reduktion aluminiumhaltiger Produkte. "Zwar kann die Gesundheitsgefährdung derzeit weder bestätigt noch widerlegt werden, es ist allerdings ratsam, vorsorglich auf Produkte zu verzichten, die Aluminium enthalten."

Alzheimer und Brustkrebs

Einige toxische Auswirkungen von Aluminium beim Menschen seien demnach seit vielen Jahren aus klinischen Untersuchungen bekannt, dazu gehören Anämie, Knochenerkrankungen und Demenz, die zuerst bei nierengeschädigten Personen im Verlauf von Dialysebehandlungen beobachtet wurden. Auch die Alzheimer-Erkrankung könnte möglicherweise ursächlich mit Einwirkungen von Aluminium zusammenhängen, dies ist allerdings noch umstritten.

Eine anderen Erkrankung widmet die Studie ebenfalls ein eigenes Kapitel, dem Mammakarzinom. Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen. in den letzten Jahrzehnten stieg die Häufigkeit von Tumoren im äußeren, oberen Quadranten der Brust von 31 Prozent im Jahr 1926 auf 61 Prozent im Jahr 1994. Als eine mögliche Ursache dafür sehen  Wissenschaftler die Verwendung von aluminiumhaltigen Antiperspirants.

Das Fazit der Studie besagt zwar, dass die gegen Aluminium zahlreich bestehenden Verdachtsmomente derzeit auf wissenschaftlicher Basis weder erhärtet noch widerlegt werden können. Ein präventiver Verzicht wird jedoch empfohlen, da die Langzeiteffekte bisher nicht erfasst werden konnten. Derzeit kommt der Gebrauch von Aluminium in Lebensmitteln, Kosmetika, Lebensmittelkontaktmaterialien und rezeptfreien Antazida (Arzneimittel zur Reduktion von Magensäure) vor.

Die Empfehlungen des Gesundheitsministeriums:

  • Verwenden Sie keine unbeschichteten Gefäße aus Aluminium und keine Alufolie zum Zubereiten und Aufbewahren von stark säurehaltigen Lebensmitteln (wie z. B. Tomatensauce, Rhabarberkompott, Apfelmus, etc.).
  • Achten Sie bei Trinkflaschen aus Aluminium darauf, die Innenbeschichtung nicht zu beschädigen. Sollte die Innenbeschichtung Beschädigungen, wie z.B. Kratzer oder Dellen, aufweisen, verwenden Sie die Flasche nicht weiter.
  • Verwenden Sie nach Möglichkeit aluminiumfreie Deodorants. Deodorants und Antitranspirantien mit aluminiumhaltigen Inhaltsstoffen sollten nicht auf verletzter bzw. gereizter Haut oder unmittelbar nach einer Rasur aufgebracht werden. Kinder sollten keine aluminiumhaltigen Deodorants oder Antitranspirantien verwenden.
  • Fragen Sie Ihre Ärzte oder Apotheker bei Bedarf nach Alternativen zu aluminiumhaltigen Antazida.

Link: Studie "Aluminium-Toxikologie und gesundheitliche Aspekte körpernaher Anwendungen"

 

(APA/sh.)

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