Schmerztherapie bei Krebs ist ein Menschenrecht

So vielseitig wie das Erscheinungsbild von Krebserkrankungen sei, so vielseitig sind auch die Schmerzen, die sie verursachen. Patienten haben das Recht auf eine entsprechende Therapie.

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Bei etwa 38.000 Österreichern wird pro Jahr die Erstdiagnose einer Krebserkrankung gestellt. Bei Fortschreiten der Erkrankung leiden neun von zehn Patienten an Schmerzen. Zu diesem Thema haben jetzt die Österreichische Krebshilfe und die Österreichische Schmerzgesellschaft eine Informationsbroschüre herausgegeben. Schmerztherapie sei ein Menschenrecht, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung. So vielseitig wie das Erscheinungsbild von Krebserkrankungen sei, so vielseitig seien auch die Schmerzen, die sie verursachen. Oft sorgten der wachsende Tumor und Metastasen dafür, weil sie sich in umliegendes Gewebe und Nerven ausbreiten. Auch begleitende Erkrankungen und die Therapie selbst könnten Schmerzen verursachen.

"Für die Österreichische Krebshilfe stellt eine angemessene Schmerztherapie ein fundamentales Menschenrecht dar, genauso wie der uneingeschränkte Zugang zu den neuesten Krebstherapien," wurde Krebshilfe-Präsident Paul Sevelda zitiert. "Es ist wichtig, dass Patienten dem behandelnden Arzt sofort melden, wenn sie Schmerzen haben - und gegebenenfalls auch hartnäckig bleiben. Patienten haben das Recht auf eine entsprechende Schmerztherapie - in jeder Phase ihrer Krebserkrankung," sagte der Gynäkologe.

"Unter Schmerzen leiden etwa 80 Prozent aller Tumorpatienten. Mit den zur Verfügung stehenden medikamentösen und nicht medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten kann zwar nicht in jedem Fall Schmerzfreiheit erreicht werden, eine Schmerzlinderung auf ein erträgliches Ausmaß ist jedoch immer möglich. Zentrales Behandlungsziel ist die Lebensqualität und die Selbstständigkeit des Tumorpatienten aufrechtzuerhalten", sagte Gabriele Grögl-Aringer, Präsidentin der Österreichischen Schmerzgesellschaft.

WHO-Stufenschema

Durch die Anwendung des sogenannten Stufenschemas der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist sehr oft eine zufriedenstellende Schmerzlinderung erreichbar. Bei diesem internationalen Schema wird je nach Intensität, Qualität und Lokalisation der Schmerzen zwischen drei Therapiestufen unterschieden. Es wird immer auf der niedrigsten möglichen Stufe begonnen. Bleiben die Schmerzen oder nehmen sie an Intensität zu, wird auf die nächsthöhere Stufe übergegangen. Dabei gibt es keine Höchstdosis für starke Schmerzmedikamente.

In der neuen Broschüre informieren die Krebshilfe und die Österreichische Schmerzgesellschaft über die Ursachen und die Entstehung von Tumorschmerzen und zeigen die Möglichkeiten der Abhilfe auf. Außerdem finden sich viele Informationen zum Leben mit der Diagnose Krebs und zu den Unterstützungsangeboten der Österreichischen Krebshilfe (www.krebshilfe.net und www.oesg.at) zur Verfügung.

(APA)

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