Wellness zum Trinken? Der Schein trügt

Aludose  Photo: Michaela Bruckberger
Bild: (c) (Michaela Bruckberger) 

Foodwatch schlägt Alarm: diverse Wellness-Getränke enthalten statt Kräutertees und Früchten, Unmengen an Zucker, Aromen und anderen Zusatzstoffen.

 (DiePresse.com)

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat vor irreführender Werbung bei sogenannten Wellness-Getränken gewarnt. Besonders Kräuterteegetränke würden oft nicht halten, was sie versprechen, kritisierte Foodwatch am Mittwoch, den 27. Jänner. Viele Hersteller würden auf den gesundheitsfördernden Ruf von Tee setzen. In den Getränken befänden sich aber meist nur sehr geringe Mengen an Tee, stattdessen viel Zucker, Aromen und häufig Zusatzstoffe wie Konservierungs- und Säuerungsmittel.

Versprochene Inhaltsstoffe fehlen

Als Beispiel nannte Foodwatch Teegetränke der Hersteller Pfanner, Gerolsteiner, Nestea, Lipton und Volvic. Beim Teegetränk "Der Gelbe: Zitrone-Physalis" von Pfanner etwa mache der namensgebende Gelbe Tee nur 15 Prozent an dem Getränk aus. Physalis - auch Kapstachelbeere genannt und häufig zur Dekoration von Desserts genutzt - befinde sich gar nicht in dem Getränk, der Geschmack werde lediglich mit Aromen erzielt. Die auf der Packung abgebildeten Physalis würden den Verbraucher daher in die Irre führen.

Auf der Suche nach den Alpenkräutern

Pfanner habe zwei Gutachten in Auftrag gegeben, um zu klären, ob einerseits die Zusammensetzung des Physalis-Getränkes den gesetzlichen Vorgaben entspricht und andererseits, ob die Werbung dafür irreführend ist, sagte eine Sprecherin des Unternehmens zu den Vorwürfen. Das Getränk bestehe zur Gänze aus Tee - zu den 15 Prozent gelber Tee kämen 85 Prozent Tee aus "gelben Kräutern aus den Alpen" die klassisch aufgegossen und nicht aus Extrakten gemacht würden. Physalis werde als Aroma zugesetzt, bestätigte sie.

47 Stück Würfelzucker in zwei Litern

Wenn Pfanner in Zusammenhang mit dem Getränk von "heilsamen Kräften der Natur" spreche, dann sei das "Budenzauber", kritisierten die Verbraucherschützer weiter. Auch die von Pfanner hervorgehobenen "wohltuenden Eigenschaften" der verwendeten Kräuter dürften sich angesichts der Verarbeitungs- und Lagermethoden "schlichtweg erledigt" haben. Ein weiteres Minus ist Foodwatch zufolge der hohe Zuckeranteil des Getränks: "Pfanner vergleicht seinen aromatisierten Tee ausgerechnet mit zuckrigen Softdrinks - ein plumper Versuch, die umgerechnet 47 Stück Würfelzucker im Zwei-Liter-Karton einfach hinwegzuwerben", kritisierte Henrik Düker von Foodwatch.

Auch einer zu Hause aufgegossenen Tasse Tee würden üblicherweise 1,5 Stück Würfelzucker eingerührt, damit der Tee gut schmeckt, sagte dazu die Sprecherin. Der Vergleich mit Softdrinks entspreche den gesetzlichen Vorgaben.

Foodwatch wendet sich mit seiner Kampagne "abgespeist.de" gegen irreführende Werbepraktiken von Lebensmittelherstellern. Dazu stellt die Organisation auf ihrer Internetseite regelmäßig Produkte vor, die nach ihrer Auffassung nicht halten, was sie versprechen.

(Ag.)

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3 Kommentare
Gast: Grauwolf
01.02.2010 12:12
0

Eigenverantwortung

Wo liegt die grosse Überraschung?
Wohl nur, dass viele Konsumenten immer noch zu unfähig sind, die Verpackung in die Hand zu nehmen, umzudrehen und die Inhaltsangaben und Kalorientabelle zu lesen!
Selber Schuld, wenn man sich dann alles mögliche von den Herstellern einreden lässt.

Gast: nachdenker
27.01.2010 22:35
0

budgetsanierung

wie wärs mit einer zuckergewinnnungssteuer auf industriell hergestellten Zucker (raffinierte), dann wäre natürlich Honig ausgenommen, was auch gut wäre, denn die Bienen werden eh jedes Jahr weniger...

gut so,

stellt sie an den pranger diese lügner!

ausserdem stimmt das überhaupt nicht, dass tee nur mit zucker gut schmeckt. blödsinn. so ein statement kann nur von so einem verein kommen.

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