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Fasten für Fortgeschrittene: Die Lichtesser

Bild: (c) Michaela Bruckberger 

Sie verspüren weder Durst noch Hunger - obwohl sie seit Jahren kaum mehr essen oder trinken. Wie ernst kann man die Pranaisten nehmen, die sich angeblich nur von kosmischen Partikeln ernähren?

 (Die Presse)

Sophie war weg. Drei Wochen lang tauchte ihr Name in keinem Kalender ihrer Freunde auf. „Viel Zeit allein“ würde sie in nächster Zeit brauchen, hatte sie gesagt. Der letzte gemeinsame Lokalbesuch wirkte wie ein Abschied. Ein Abschied von der alten Sophie, ein Abschied ohne Abschiedstrunk und -essen – Sophie nippte an diesem Abend nur am gespritzten Apfelsaft. Warum? Weil sie in den folgenden drei Wochen auf drastische Weise Diät halten würde, um sich auf eine Ernährungsform umzustellen, die mit Bier und Brathuhn nun wirklich nichts zu tun hat.

Lichtnahrung oder Pranaismus wurde zuletzt Ende der 90er-Jahre heftig diskutiert. Die Anhänger dieses Kults verzichten auf Nahrung (manche nach eigenen Angaben auch auf Flüssigkeit), um sich von „kosmischen Partikeln“ zu ernähren. Das Ziel: die ansonsten für Verdauung verbrauchte Energie im Alltag und für ein spirituell intensiviertes Dasein zu nutzen.


Stofflichkeit der Ernährung. Sophies Comeback ins irdische Leben kam als SMS mit vielen Rufzeichen: „Ich habe die letzten 21 Tage Nichtessen gut überstanden; ich freue mich, euch bald wiederzutreffen.“ 21 Tage nicht essen? Was die 22-jährige Wirtschaftsrechtstudentin durchgemacht hat (sie selbst würde es „erfahren“ nennen), könnte man auch als Radikaldiät inklusive sozialer Abgeschiedenheit bezeichnen. Doch das ist es nicht – zumindest nicht für jene, die das Konzept „Pranaismus“ (von pr?na, Sanskrit für Lebensenergie) überzeugt hat.

Komprimiert man die Webseiten voller tagebuchartiger, spirituell durchdrungener Selbsterfahrungsberichte auf ein Statement, geht es im Pranaismus vor allem um eines: sich in drei Wochen des Nichtessens (und erschreckenderweise auch: Nichttrinkens) von der Stofflichkeit regulärer Ernährung zu verabschieden. Vom Endziel wollten Sophies Freunde, beide nüchtern veranlagte Studenten naturwissenschaftlicher Fächer, wenig wissen: das, was man zum Leben braucht, aus der omnipräsenten Energiequelle schlechthin zu gewinnen – aus Licht. Wie das gehen soll, woher der Körper seine Energie nimmt, wie das Blut flüssig bleibt? „Das geht. Anders eben“, war Sophies stereotype Antwort auf immer schärfer gestellte Fragen.

Der 21-Tage-Prozess, eine Art Initiationsritus auf dem Weg zum Lichtesser-Dasein, geht auf die Australierin Ellen Greve zurück, die sich unter dem Pseudonym Jasmuheen in der New-Age-Szene der 90er einen Namen machte. Ihr 1997 in deutscher Sprache publiziertes Buch „Lichtnahrung“ liefert die Anleitung für drei Phasen des Nahrungsentzugs. In den ersten sieben Tagen verzichtet der künftige Pranarier vollends auf die Zufuhr von Flüssigkeit, dann trinkt er stark verdünnte Säfte. Greves zweifelhafte Radikalkur eroberte Esoterik-Bestsellerlisten, die heute 52-Jährige tourte um die Welt – bis ihr Ruhm einen Dämpfer erfuhr: Drei ihrer Anhänger kostete die 21-Tage-Kur das Leben.

Der Münchener Timo Degen fällt im Sommer 1997 am zwölften Tag des Prozesses ins Koma, stürzt nach seinem Erwachen und erliegt seinen Kopfverletzungen; die Australierin Liane Morris klagt über Lähmungserscheinungen, kollabiert und stirbt; die 49-jährige Verity Linn wird am 16. September 1999 tot nahe eines Sees im schottischen Hochland gefunden – die Polizei stößt in ihrem Zelt auf ein Tagebuch, in dem Linn die „spirituelle Reinigung“ im Zuge ihrer Hungerkur beschreibt.


Weniger Radikalität. Wie es sein kann, dass die lichtblonde Ikone des Prana-Kults, die sich auf ihrer Website mit grellrosa Heiligenschein präsentiert, noch heute munter esoterische Lebensweisheiten publiziert und sich „Botschafterin des Friedens“ nennt? Ganz einfach: weil sie bewiesen hat, dass sich ein Selbstverständnis als „Medium“, ausgeprägter Geschäftssinn sowie gewiefte Reaktionsfähigkeit in unangenehmen medialen Situationen nicht widersprechen.

Von den medialen Attacken nach den Todesfällen ließ sich die ehemalige Geschäftsfrau Greve nicht aus der Ruhe bringen. Eher sprach sie von falschen spirituellen Voraussetzungen bei den Verstorbenen und brachte rechtzeitig, bevor das mediale Echo vollends verhallte, eine abgespeckte, weniger radikale Version ihres Buches heraus. Und wandte sich nun jenen zu, die sich unter den potenziellen Zielgruppen am wenigsten zur Wehr setzen können: den Bewohnern der Dritten Welt. Sie sollte der Pranaismus endgültig von ihrer Not befreien. „Licht statt Hunger“ war das neue Motto – über ausgedehnte Afrika-Reisen Ellen Greves, um ihre Lehren dort ohne die sonst üblichen teuren Honorare zu verbreiten, ist aber nichts bekannt.

Abgesehen vom Businesstalent der Australierin gibt es auch eine andere Facette ihres Verhaltens, die ihr bald wieder Ruhe verschaffen sollte: Ellen Greves vermeidet, so wie die meisten Pranarier, radikale Statements – und damit jegliches Anecken bei der Wissenschaft. So räumt sie etwa mit auffälliger Bereitwilligkeit ein, ab und zu Tee oder ein Stück Schokolade zu sich zu nehmen (obwohl sie nach eigenen Angaben seit 1993 hauptsächlich von Licht lebt).

Auch die Aussagen des populärsten deutschen Lichtessers passen zur Strategie, wenigstens nicht jeglichen Grundzug moderner Ernährungslehre zu vernichten: „Ich beiße schon mal bei der Pizza meiner Kinder ab, aber dabei geht es nicht um Hunger, sondern um Appetit“, sagt der in der Schweiz lebende Chemiker Michael Werner. Zu Silvester 2010 waren es neun volle Jahre, in denen der heute 60-Jährige feste Nahrung nur mehr in der Menge eines Bissens, Flüssigkeit nur noch schluckweise zu sich genommen haben will. „Dass ich zugebe, ab und zu zu essen, ist das Friedensangebot an die Ungläubigen – dann kehren sie sich schnell wieder ab.“


Minimum an Kalorien. Den Entschluss, auf Lichtnahrung umzustellen, hat Werner aus mehreren Gründen gefasst: Neugier war einer davon, ein hoher Blutdruck sowie das spirituelle Bedürfnis die anderen. Wie es ihm heute geht? „Super. Ich treibe Sport, bin mein Übergewicht los, ich muss einfach nicht mehr essen.“ Genau – er muss nicht. Aber er tut es. Hin und wieder zumindest – oder so ähnlich. Denn wer Werner fragt, wie viel er genau konsumiere, bekommt alles andere als Antworten. „So kann man das nicht sagen“, meint er auf die Frage, ob seine „Lichternährung“ nicht einfach als jahrelange Umstellung auf ein Minimum an Kalorienzufuhr zu verstehen sei.

Bleibt zu klären, wie ein Chemiker einen derart eklatanten Widerspruch zur Naturwissenschaft akzeptieren kann. „Das ist es ja: Ich kann es nicht. Lichtnahrung ist ein Beispiel, dass die Wissenschaft ergänzungsbedürftig ist – ich verliere täglich Wasser und gleiche das kaum aus, da muss woanders Materie entstehen.“

Ellen Greve hat sich genau deswegen für eine mehrtägige Studie zur Verfügung gestellt. Als Zeichen von Dehydrierung auftraten, brach die begleitende Ärztin das Experiment ab – wieder kein Beweis für die Kraft der kosmischen Partikel. Dabei wäre – zynisch gesprochen – die Freiwilligkeit der Ellen Greve gar keine schlechte Voraussetzung, auch für die Medizin nicht. Denn eindeutige Zahlen, wie lange ein Mensch tatsächlich ohne Nahrung und Flüssigkeit überleben kann, gibt es bis dato nicht. Auch Erfahrungswerte von Hungerstreikenden oder unfreiwillig von der Umwelt Abgeschnittenen lassen keine genauen Werte zu: Die reine Nahrungskarenz mit Flüssigkeitszufuhr lässt sich je nach Allgemeinzustand, Umgebungstemperatur, körperlicher Aktivität sowie mentalem Zustand grob auf 50 bis 80 Tage eingrenzen. Und wer weder isst noch trinkt? Nun, der Vorarlberger Andreas Mihavecz, der 1979 irrtümlich in einer Arrestzelle vergessen wurde, überlebte 18 Tage ohne Nahrung und „trank“ nur Kondenswassertropfen, die die Wände hinabrannen.

„Man kann mental sehr viel im Körper steuern – wer also stark genug ist, könnte seinen Grundumsatz längerfristig drastisch zurückschrauben“, sagt die Wiener Ernährungsmedizinerin Sonja Schwinger. Sie steht dem Phänomen kritisch gegenüber, will es aber nicht vollends als Scharlatanerie abtun: „Möglicherweise ist nicht alles mit heutigen naturwissenschaftlichen Methoden nachweisbar.“ Sie könne sich auch vorstellen, dass das Konzept „Lichtnahrung“ eher in der subjektiven Wahrnehmung jedes einzelnen Lichtessers existiere als in der Realität: „Menschen leben in unterschiedlichen Wirklichkeiten – es ist daher möglich, dass manche im Glauben leben, nichts zu essen, es nach unserer Wahrnehmung aber doch tun.“


Versteckte Magersucht? Sophie jedenfalls hat inzwischen wieder zu essen begonnen – anfangs geriebene Karotten und Äpfel, dann auch mal Brot, ab und zu vegetarische Gerichte. „Essen muss nicht sein, manchmal auch einen Tag lang nicht. Aber es schmeckt mir, deswegen habe ich wieder angefangen.“ Was ihr von den intensiven Erfahrungen des 21-Tage-Prozesses geblieben sei? „Ich fühle mich viel leichter als vorher, bin lebensfroher – außerdem habe ich gesehen, dass mein Wille so groß ich, dass ich problemlos aufs Essen verzichten kann.“ Dass manche sie der Magersucht verdächtigen, muss sie dabei in Kauf nehmen. „Ich bin einfach ein junger Mensch, der Dinge ausprobieren will – das der Außenwelt zu vermitteln ist schwierig.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.02.2010)

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36 Kommentare
 
12
Gast: EasyStu
10.07.2010 10:41
0 0

Beispielhaft

Diese Art von Eso-Quatsch ist genau der Grund, warum echte Spiritualität so oft belächelt wird. Da kommt jemand mit einer ernsthaften Wirklichkeitsverzerrung daher und möchte losgelöst von Stoffkreisläufen nur von Licht leben und dann auch noch echt spirituell sein. Solange diese MEnschen nicht begreifen, dass gerade die "begrenztheit" und abhängigkeit des Körpers und Geistes von allem die wahre Herausforderung zu spirituellem Wachstum ist, werden sie sich selsbt und andere belügen in einer erweitereten Form von Narzissmus, eine der höchsten Formen von Egoismus. Gebt ihnen mal Ken Wilber zu lesen ;)

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vielfältig

Die angeborene Wichtigtuerei des Menschen ist eben vielfältig - die Fantasie eines Einzelnen reicht da niemals aus.

Gast: Kuno
22.02.2010 16:28
0 0

Lichtnahrung

Mein Gott! Hier will sich vermutlich jemand wichtig machen. Ohne zu essen, kann man ja eine ganz schön lange Zeit überleben. Mit dem Verzicht auf das Trinken wird es gefährlich. Licht ist naturwissenschaftlich Materie und elektromagnetische Strahlung zugleich. Die Materie sind Photonen, die Strahlen elktromagnetischen Wellen mit Frequenz und Wellenlänge. Allerdings kann man daraus nicht ableiten, dass so einfach aus Photonen Körpersubstanz entstehen könnte. Vor Durstexperimenten kann ich als Arzt nur warnen. Wer nicht trinkt kann innerhalb weniger Tage in einen Zustand geraten, aus dem er sich selbst nicht mehr befreien kann und in dem die Rettung schwer wird.
Das sollte bei Nachahmung gut bedacht werden. Kurz gesagt: ich rate davon ab!

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Entscheidungshilfe

Als jemand der täglich mit Esoterik unfreiwillig konfrontiert ist und sich mit unsinnigen Ansichten auseinandersetzten muß, ist ein Artikel der Schwachsinn nicht ganz eindeutig als Schwachsinn bezeichnet eine Zumutung. Was soll das für eine Qualitätszeitung sein, die sich von einem Gratisbezirksblättchen in Punkt Information nicht unterscheidet?
Also am Sonntag nicht "Die Presse lesen", bringt Entspannung. Es genügt wenn man die Woche über mit Esoterik konfrontiert wird.

Gast: Lesewurm
22.02.2010 11:54
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Geschichte gelesen

Habe das erste Mal von so etwas in einer Sammlung von Erzählungen von J. Heimlich (Blumfeld) gelesen. Dachte damals, dass es reine Erfindung wäre. Da soll ein "Lichtesser" den Beweis erbringen. Dazu lebt er in einem durchsichtigen Wohnmobil - und niemanden fällt auf, wie er stirbt. Schuld sind natürlich die anderen, denen der Glaube fehlte.

Wer auf diesen Schwachsinn reinfällt reißt kein großes Lpch in die Entwicklung der Menschheit


Stichwort "Darwin-Award":

http://de.wikipedia.org/wiki/Darwin_Award

"Kriterien für Preisträger:

1. Der Preisträger muss aus dem Genpool ausscheiden, also sterben oder unfruchtbar werden.
2. Es muss eine außergewöhnlich dumme Fehleinschätzung der Situation vorliegen.
3. Der Preisträger muss sein Ausscheiden selbst verschuldet haben.
4. Der Preisträger muss zurechnungsfähig sein, Jugendliche unter 16 Jahren sind ausgeschlossen.
5. Das Ereignis muss nachweislich stattgefunden haben.

Umstritten ist, ob der Darwin Award auch an einen Menschen verliehen werden sollte, der lebende Kinder hat – seine „Idiotie-Gene“ hat er ja bereits weitergegeben. Andererseits wurde eine ältere Dame ausgezeichnet, die ihren einzigen Sohn tötete."

Ein paar Freunde von mir...

...waren Ender der 90er mal in psychischer Geiselhaft von so einem Selbsternannten Guru. Der nannte sich selber auch einen Lichtmenschen, und behauptete weder zu essen, noch zu trinken. Irgendwie hat er aber doch immer ein wenig gegessen oder getrunken, ganz hat man das nie so rausgefunden. Eine seiner "Schülerinnen" wurde auch Schwanger, da war dann schnell klar das es nicht nur um "nicht Essen" ging...
Einer meiner Freunde hat dann auch so eine "Kur" gemacht, dem ist es körperlich nicht so gut gegangen. Natürlich mußte er auch jegliche Bewegung einschränken, da er sonst sofort kolabiert wäre. Zumal er auch echt seltsame Theorien über das Leben erfand, so meinte er wenn ein Kind in einem (ehemaligen) Kriegsgebiet auf eine Mine stieg, dies etwas darüber auszusagen habe das das Kind ein Problem mit den Beinen haben würde. Wie er das meinte, konnte er mir in fast 1 Stunde nicht erklären. Aber er war überzeugt davon, das Unfälle Leute immer nur auf etwas hinweisen zu versuchen würden. Kurzfristig völlig durchgeknallt der Gute. Heute ist er von der Esotherikschiene wieder abgekommen und isst wieder wie jeder normale Mensch, sein Körper wird es ihm Danken ;)

"lichtblonde Ikone", "Magersucht" etc. pp.

Selten so einen Quatsch gelesen; Esoterik-Bashing reinsten Wassers.

Weder gibt es einen Pranaismus noch ist dieser ein Kult; und wer mag, legt sich mal sommers an den Strand und staunt, wie wenig Appetit er hat.

Ausprobieren statt totschreiben, Magdalena.


Gast: DieEinfacheFormel
21.02.2010 15:23
4 3

lautet

Lichtesser = Esoterik = Schwachsinn Pur !

Gast: Phil
21.02.2010 15:08
1 0

Naturgesetze.

Niemand setzt sich über die Naturgesetze hinweg , ohne Nahrungszufuhr stirbt man.

Da ist die Natur eindeutig ohne Esoterisches Geschwätz.

Gast: Novalis
21.02.2010 13:29
3 5

Bitte keinen Glaubenskrieg daraus machen

Es scheint tatsächlich Menschen zu geben, die sich mit der Energiezufuhr durch Licht versorgen können. Und genauso ist es unbestritten, dass Menschen bei entsprechenden Versuchen gestorben sind. Also : für einige ist es offenbar möglich und für andere nicht.

Insoferne ist es nicht sinnvoll, hier einen Glaubenskrieg zu führen - nach dem Motto "Was ich nicht verstehe, kann's nicht geben" bzw. "Menschen mit Lichtnahrung sind die besseren und spirituelleren Menschen".

Lichtnahrung ist offensichtlich ein Hinweis darauf, wie unvollständig ein rein materialistisches Weltbild ist. Und das ist ja eigentlich nichts Neues.

Antworten Gast: graviton
21.02.2010 16:29
3 1

Re: Bitte keinen Glaubenskrieg um die Schwerkraft machen

Es scheint tatsächlich Menschen zu geben, die der Schwerkraft trotzen können. Und genauso ist es unbestritten, dass Menschen bei entsprechenden Versuchen gestorben sind. Also : für einige ist es offenbar möglich und für andere nicht.

Früher hat man das ...

Magersucht genannt.

Gast: stimmt
21.02.2010 13:13
5 8

Es gibt wirklich Leute die sich nur von Sonne ernähren.

Kannte selbst so eine Person, die nichts gegessen hat (getrunken schon) und trotzdem nicht spindeldürr wurde.

Es ist also durchaus möglich ausschließlich vom Licht zu leben - und dabei völlig gesund und gut genährt zu sein.

Re: Es gibt wirklich Leute die sich nur von Sonne ernähren.

Probieren sie es doch mal selber aus, wenn sie der Meinung sind es funktioniert bzw. Sinn macht. Die Menschheit frisst eh zu viel...

Gast: CROPfm
21.02.2010 12:56
1 2

Sendung zum Thema

Cropfm setzt sich sachlich und vorurteilsfrei mit unbeachteten Randthemen auseinander.
Hörenswerte Sendung zum Thema Lichtnahrung:

http://cropfm.at/past_shows.htm?showid=lichtnahrung

"Jede Erkenntnis durchläuft drei Phasen. In der ersten wird sie verlacht, in der zweiten bekämpft, und hat sich die Sache einmal durchgesetzt, hört man den Vorwurf: Warum wurde das nicht schon früher erkannt ?"

- Arthur Schopenhauer

Re: Sendung zum Thema

Dass die meisten Erkenntnisse (nicht etwa jede) diese drei Phasen durchlaufen heißt aber noch lange nicht, dass alles was verlacht und bekämpft wird auch tatsächlich eine Erkenntnis ist und daher auch die dritte Phase erreicht.

Sehr viele Dinge wurden verlacht, bekämpft, stellten sich dann tatsächlich als falsch heraus und sind damit erledigt gewesen.

Was sich schlussendlich als große Erkenntnis feiern lassen wollte musste sich erstmal beweisen. Und verlacht werden taugt eben nicht als Beweis.

Antworten Gast: Iman Itram
21.02.2010 17:21
2 0

Re: Sendung zum Thema

Auf dieser Seite, deren Aussehen schon esoterisch genug ist, beginnt der Schwachsinn mit folgenden Worten:

Die Australierin Jasmuheen hat vor einigen Jahren einen Prozess entwickelt, der sich besonders bei "westlichen Menschen" dazu eignet, den Körper von fester und flüssiger Nahrung auf feinstoffliche Nahrung umzustellen. Lichtnahrung, ein kontroversielles Thema, das bei vielen Verwunderung und einigen sogar Ablehnung hervorruft.



Mein nächster Gast, Anira, studiert Pädagogik in Innsbruck und beschäftigt sich seit ihrer Kindheit mit Lichtwesen und Esoterik. Anira hat die Technik der Australierin Jasmuheen praktiziert und über Monate keine Nahrung zu sich genommen. Wie es ihr dabei erging, was ihre Beweggründe waren und welche Möglichkeiten Lichtnahrung eröffnet, wird sie uns in der kommenden Sendung selbst erzählen..

Merke: Wo feinstofflich draufsteht ist grober Unsinn drinnen!!


Einmal zum Nachrechnen

Ein paar Annahmen zum Nachrechnen

Körperdaten einer Probandin:
--------------------------------------
Angenommene Masse: 55kg
Grundumsatz+50%: 1700kcal/d

Körpereigenen Energielieferanten:
Fett: 9 kcal/g
Proteine (Muskelmasse, Organe): 4 kcal/g

Mit 20% Körperfett besteht eine Energiereserve von ca. 100.000 kcal

Während des Fastens werden aber außerdem Muskelmasse (inkl. Herzmuskel!) und Organe (!) abgebaut. Angenommen, es werden während der drei Wochen ca. 3kg an körpereigenen Proteinen (Muskeln, Organe) verarbeitet => 12.000 kcal

Für 21 Tage werden insgesamt 36.000 kcal benötigt. Nach Abzug der o.a. Proteine bleiben 24.000 kcal. Diese Energie kann mit ca. 1/4 des gesamten Körperfetts geliefert werden.

Als ernährungstechnisch interessierter Mensch (aber doch Laie) kann ich also folgern:
Rein rechnerisch kann man also 21 Tage durchaus ohne Essen auskommen. Der Vitaminmangel wird sich nicht wirklich bemerkbar machen, wenn man nach diesen 21 Tagen die Nährstoffe zuführt.

Man darf aber folgendes nicht vergessen: Wasser und Salze müssen dringendst nachgeführt werden. Sinken speziell Natrium-, Kalium- und Magnesiumspiegel zu stark ab, funktioniert die Reizweiterleitung der Nerven nicht richtig (Na-K-Pumpe). Die Folge sind Lähmungserscheinungen und Krämpfe. Mg ist im Herzmuskel für die Reizentstehung wichtig (Sinusknoten), ein Mangel führt zu Herzrhythmusstörungen.

Wer sich besser auskennt, möge Korrekturen und Ergänzungen anführen

Antworten Gast: Iman Itram
21.02.2010 17:14
2 0

Aufrichtigen Dank für Ihre Darstellung

Zur Strafe werden Sie in eine schwarze Liste eingetragen, wo alle Personen gelistet sind, die nie mehr in der Presse etwas schreiben dürfen.

Gast: Iman Itram
21.02.2010 09:30
4 1

Esoschaß hoch 3

Ein Wunder, daß nicht unsere Superjournalistin Claudia Richter, das alternative-komplementäre Ganzheitsgirl zugeschlagen hat. Aber, oh Wunder, auch diese gewohnte Qualität ist noch zu toppen!

Leut'ln fehlt es Euch an biologischer Hardware oder Software oder gar an beiden, wenn ihr an eine Tastatur herankommt?

Ist etwas gar ein Dooffrautest oder Doofmanntest abzulegen, um Presseartikel zu schreiben?

Wenn solcher Wahnsinn geschrieben wird, wie sieht es dann in den anderen Sparten aus?
Wie soll ich beurteilen, was richtig oder einfach grundfalsch und blöd ist, in anderen Sparten, wo mir ein Grundwissen zur Beurteilung felht


Gast: Youngster
21.02.2010 09:19
2 2

An alle Gutmenschen, Linke, Ökos, Multikultis, Migranten Asylanten & Co!

Bitte nachmachen!
Man muß weder essen noch drinken!
Licht reicht vollkommen!
;)

Gast: Wilhelmine Tell
21.02.2010 09:02
4 0

Als Zeichen von Dehydrierung auftraten, brach die begleitende Ärztin das Experiment ab

Wieso traten nur während der Beobachtung durch eine Ärztin Zeichen der Dehydrierung auf aber wenn sie nicht beobachtet wurde gab es diese Zeichen nicht? Ganz einfach, weil sie sonst Flüssigkeit zu sich nahm.

Gast: yamo
21.02.2010 08:52
0 0

Also wenn man sich von der Angst befreien will

die es mit sich bringt zu erkennen dass man so sehr vom Essen und den Essensquellen abhängig ist, dann scheint mir das ein feiner Trick zu sein.

Die andere Frage, wieviel ein Mensch durchschnittlich zu sich nehmen muss, damit er sicher überlebt, ist dazu natürlich konträr.

Prananahrung

Wer hier nach einer Erklärung sucht,scheitert bei einem solchen Versuch.
Es wäre auch keine Sache, die ich als Alternative zu Essen für Notleidende empfehlen würde, auch diese würden verhungern.
Ich würde keinem Anfänger raten, den Mount-Everest zu besteigen.
Scharlatanerie ist es keine, nur scheint es Menschen, die auch noch nicht länger fasten wollen, fast unmöglich.
Deshalb, weil etwas nicht verstanden wird, heisst es nicht, dass es das nicht gibt. Das ist der Nachteil unserer allgemein verbreiteten Rationalität.....
Wei der Affe nicht, versteht, warum die Sterne nicht vom Himmel fallen, fallen sie deshalb herunter? Nichts gegen die Affen, die uns am Nächsten sind....

Re: Prananahrung

Die Suche nach einer Erklärung folgt einem etwas anderen Muster.

Man beobachtet Phänomäne und sucht dann eine Erklärung dazu.

Man sucht nach einer Erklärung wieso die Sterne nicht vom Himmel fallen, weil man sieht, dass sie es eben nicht tun, und nicht weiß warum.

Wenn aber ein Phänomen noch nie vorgekommen ist, dann braucht man nicht nach einer Erklärung zu suchen.

Laut Artikel gibt es aber keinen einzigen Fall, in dem jemand allein von Licht hätte leben können. Die als Beispiele angeführten Personen essen und trinken ja neben Licht zugegebener Maßen auch normal. Die Mengen sind nicht bekannt. Dass man aber auch mit weniger als dem mitteleuropäischen Durchschnitt an Nahrung überleben kann ist ein Phänomen, dass die Wissenschaft leicht erklären kann.

Dann ist die Frage also nicht "wie" das Lichtessen funktioniert, sondern "ob".
Klar, die Wissenschaft hat immer eine gewisse Unschärfe und es kann nichts zu 100% ausgeschlossen werden.
Es wäre denkbar, dass man unter gewissen Umständen allein von Licht leben kann, dass die Gravitation mal nicht funktioniert, dass der Mond doch aus Käse besteht, dass man eine Enthauptung überleben kann oder dass MEL-Zertifikate eine sichere Anlageform sind.
Nur ist diese Unschärfe so verschwindend gering, dass ich mein Leben nicht darauf verwetten würde.

 
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