Bisphenol A: Plastikchemikalie schädigt Spermien

Die chemische Verbindung BPA soll erhebliche Auswirkungen auf die Zeugungsfähigkeit von Männern haben. Der Stoff ist in vielen Kunststoffen enthalten und wirkt ähnlich wie das weibliche Sexualhormon Östrogen.

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Bisphenol A: Plastikchemikalie schädigt Spermien – (c) EPA


Die allgegenwärtige Plastikchemikalie Bisphenol A (BPA) schädigt die Fruchtbarkeit von Männern. Eine Studie in China zeigt, dass hohe BPA-Belastungen bei Männern die Samenqualität deutlich verschlechtern. Die Mitarbeiter des US-Gesundheitsfürsorgers Kaiser Permanente hatten zuvor schon wiederholt bei amerikanischen Männern festgestellt, dass der Stoff, der ähnlich wirkt wie das weibliche Sexualhormon Östrogen, auch das Sexualleben beeinträchtigt.

BPA ist überall

Das zum Härten von Plastik genutzte BPA ist einer der meistverwendeten Industriestoffe mit weltweiten Umsätzen in Milliardenhöhe. Die Substanz steckt unter anderem in Lebensmittelverpackungen, Zahnfüllungen, CD-Hüllen, Baumaterialien oder in der Auskleidung mancher Babyfläschchen. BPA ist auch in Thermopapier enthalten, das unter anderem für Kassazetteln, Tickets und Belege verwendet wird. Der Stoff entweicht mit der Zeit in die Umwelt und ist auch im Urin nachweisbar.

Schlechte Spermien

Die US-Forscher verglichen nun bei 218 chinesischen Arbeitern die BPA-Werte im Harn mit der Samenqualität. Resultat: Höhere Konzentrationen der Chemikalie steigerten das Risiko für eine schlechte Samenqualität um das Zwei- bis Vierfache, wie die Wissenschaftler im Fachblatt "Fertility and Sterility" schreiben. Darunter litt sowohl die Konzentration der Spermien als auch ihre zur Befruchtung wichtige Vitalität und Mobilität. Etliche Forscher befürchten, dass von dem Bisphenol A weitere Gesundheitsgefahren für Männer und Frauen ausgehen, darunter Diabetes oder verschiedene Krebserkrankungen.

Eingangstor Haut

Einer französischen Studie zufolge gelangt Bisphenol A auch über die Haut in den menschlichen Organismus. In Testreihen sei "erstmals nachgewiesen worden, dass die Haut wahrscheinlich ein weiteres Eingangstor für BPA darstellt", teilte die Forschergruppe von Frankreichs Nationalem Institut für Agrarforschung (INRA) mit. Ihre Versuche nahmen die Wissenschaftler dabei an Schweineohren vor, die in ihrer Zellbeschaffenheit der menschlichen Haut ähneln.

(APA/dpa/apn)

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