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Welt-Krebstag: Fett als Risikofaktor Nummer eins

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Welt-Krebstag: Fett als Risikofaktor Nummer eins / Bild: Bilderbox 

Übergewicht könnte dem Rauchen den Rang als Krebsrisikofaktor Nummer eins ablaufen. Der Brustkrebs bei der Frau und der Prostatakrebs beim Mann, sind die häufigsten Krebsneuerkrankungen.

 (DiePresse.com)

Pro Jahr werden in Österreich rund 20.000 Männer und 18.000 Frauen mit einer Krebsdiagnose konfrontiert. Bei jährlich rund 9.000 Frauen und 10.000 Männern führt eine Krebserkrankung zum Tod. Damit sind diese Leiden für etwa ein Viertel der Todesfälle verantwortlich. Allerdings, sowohl die Rate an Neuerkrankungen als auch jene der Sterbefälle sinken langfristig. Dies stellte die Statistik Austria am Donnerstag in einer Aussendung aus Anlass des Welt-Krebstages am Samstag (4. Februar) fest.

Die häufigsten Krebstodesursachen

Brustkrebs ist mit einem Anteil von rund 28 Prozent (bzw. 4955 Fällen absolut) bei den Frauen seit langem die häufigste Krebserkrankung. Allerdings nahm die Neuerkrankungsrate im Vergleich zu 1999 um fünf Prozent ab. Da Mammakarzinome durch das vermehrte Screening in einem immer früheren Stadium erkannt wird, ging die Sterblichkeit bei Frauen in den vergangenen zehn Jahren um 15 Prozent zurück. Dennoch war Brustkrebs auch 2009 die mit Abstand häufigste Krebstodesursache bei Frauen. 18 Prozent aller weiblichen Krebssterbefälle waren 2009 auf Brustkrebs zurückzuführen.

Prostatakrebs machte im Jahr 2009 bei den Männern mit knapp 4900 Fällen absolut ein Viertel aller bösartigen Tumorerkrankungen aus. Altersstandardisiert gingen die Neuerkrankungen in den vergangenen zehn Jahren um 15 Prozent zurück. Rund jeder zehnte Krebstodesfall bei den Männern war auf Prostatakrebs zurückzuführen. Die Rate der Sterblichkeit an Prostatakrebs reduzierte sich sogar um etwa ein Drittel

Übergewicht und Fettleibigkeit

Übergewicht und Adipositas bedeuten nicht nur mehr Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg betonen die Bedeutung dieser Faktoren für die Gefährdung, an Krebs zu erkranken. Übergewicht und Fettleibigkeit könnten sogar dem Rauchen den Rang als Krebsrisikofaktor Nummer eins ablaufen.

Zu den Erkrankungen, bei denen ein gesicherter Zusammenhang zu Übergewicht besteht, zählen laut den Experten Nieren-, Darm-, Brustkrebs nach den Wechseljahren sowie vor allem Karzinome der Speiseröhre und der Gebärmutterschleimhaut. Zahlreiche epidemiologische Untersuchungen der vergangenen Jahrzehnte kämen zu dem Ergebnis, dass in westlichen Industrieländern etwa die Hälfte aller Krebstodesfälle durch Umwelt- und Lebensstilfaktoren verursacht werden und daher grundsätzlich vermeidbar wären, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung des DKFZ.

Das Konto der Fettleibigkeit

Doch der Beitrag einzelner Faktoren zum Gesamtkrebsrisiko wird heute anders eingeschätzt als noch vor einigen Jahren. "Inzwischen sind wir an einem Punkt, an dem wir die Fettleibigkeit als Krebsrisikofaktor mindestens genauso ernst nehmen müssen wie das Rauchen", sagte Otmar Wiestler, der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Krebsforschungszentrums.

DKFZ-Epidemiologe Rudolf Kaaks hält es für noch aussagekräftiger, die Krebsarten, bei denen Übergewicht erwiesenermaßen eine Rolle spielt, getrennt zu betrachten: So gelte in der Hälfte der Fälle von Krebs der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) Übergewicht als Ursache, beim häufigen Brustkrebs nach den Wechseljahren gehen nach heutigen Schätzungen etwa 20 Prozent auf das Konto von Übergewicht und Fettleibigkeit.

Gefahr des viszeralen Fetts

Die Steigerung des Krebsrisikos durch Übergewicht genau abzuschätzen, wird auch durch uneinheitliche Definitionen erschwert. Es mehren sich außerdem die Hinweise darauf, dass der meist verwendete "Body Mass Index" (BMI) kein ideales Maß für gefährliche Fettleibigkeit ist. "Es spricht vieles dafür, dass vor allem das sogenannte viszerale Fett zwischen den Bauchorganen eine gefährliche Rolle bei der Krebsentstehung spielt. Davon können auch relativ schlanke Personen zu viel angesammelt und dadurch ein erhöhtes Krebsrisiko haben", warnte Kaaks.

Hormone im Fettgewebe

Welche physiologischen Zusammenhänge zwischen Übergewicht und Krebs bestehen, erforschte Stephan Herzig, Stoffwechselexperte im DKFZ: "Veränderte Insulin- und Geschlechtshormon-Spiegel werden lange schon als Ursache diskutiert. Inzwischen wissen wir, dass auch die sogenannten Adipokine, Hormone, die das Fettgewebe selbst ausschüttet, das Krebswachstum fördern." Außerdem gilt unter Stoffwechsel-Fachleuten die Fettleibigkeit als chronisch-entzündlicher Zustand; die zahlreichen Entzündungszellen im Fettgewebe geben entzündungsfördernde Botenstoffe ab, was die Krebsentstehung begünstigt. Laut den Fachleuten können Übergewichtige vor allem durch mehr körperliche Aktivität ihr Krebsrisiko senken. Hier sei der Effekt größer als der dokumentierte Gewichtsverlust.

Info

Am Welt-Krebstag (Samstag, 4. Februar) findet in Wien im Rathaus auch der Wiener Krebstag (11.00 Uhr bis 17.00 Uhr) statt. Veranstaltet wird der Informationstag von der Initiative "Leben mit Krebs".

(APA/Red.)

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25 Kommentare
 
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Fett als Risikofaktor Nummer eins

da bin ich aber beruhigt
ich hab schon geglaubt es is des Schnitzel ;)

Stigmatisierung

Der Artikel suggeriert, dass Körperfett ein Krebsauslöser ist! Dann müssten gut zwei Drittel aller Österreicher in der zweiten Lebenshälfte an Krebs erkranken. Kann ich mir deshalb nicht vorstellen! Gerade den Frauen wurde vor Kurzem erst gesagt, dass die etwas Rundlicheren im Schnitt länger leben, das von den Fettzellen gebildete Öströgen vor Osteoporose schützt usw.

Der Brust&Unterleibskrebs hat wahrscheinlich eine sehr viel einfachere Erklärung, die aber von der Pharmaindustrie und der (männlichen) Medizin unterdrückt wird: die jahrzehnte dauernde Einnahme der Antibabypille.
Nicht umsonst häufen sich bei der ersten Generation Antibabypille, den heute 60+ jährigen die Brust-und Unterleibskrebsrate in einem erschreckenden Ausmaß!

die Leber produziert aus Fett Zucker- Zucker verdickt den Blutstrom und verursacht Schlaganfälle!

Aus eigener Erfahrung geschrieben.

Gast: pan-tora
10.02.2012 14:40
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pharmaindustrie

he, wo bleibt hier die pharmaindustrie? haben die nicht schon längst ein mittel gegen die dickmachviren gefunden?

nach dem Raucher-Bashing kommt jetzt das Dicken-Bashing

...wie schon vor Monaten angekündigt...

Ex-Raucher haben da oft halt leider doppelt Pech...

weil man nach dem Rauchen selbst bei gleichbleibendem Essverhalten stark zulegen kann (Raucher verbrennen nach meinen Informationen 100-200 Kalorien am Tag mehr)

Also wenn man aufhört unbedingt auch eine Waage bereit stellen - sonst gibt's spätestens nach einem Jahr das böse Erwachen, wenn man sich in den Spiegel erblickt und sich wundert, wer der "Blade" dort drüben ist :/

...das ist ein Tipp aus eigener leidiger Erfahrung

Antworten Gast: statt gefüllter tage ein erfülltes leben
07.02.2012 10:18
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Re: nach dem Raucher-Bashing kommt jetzt das Dicken-Bashing

wozu eine waage...irgendwie verstehe das nicht....."blad" wird man nicht einfach über nacht.

wir sind doch alle bekleidet (bis auf wenige ausnahmen, die nackert rumlaufen). wenn kleidung zwickt weiß ich, ich habe zugenommen oder sie wurde zu heiß gewaschen, letzteres kommt bei mir nicht in frage also trifft erstes zu und das heißt dann:

essbremse oder mehr sport um mich wieder – kleidungszwickungsfrei. – wohl zu fühlen bzw. die paar kilo mehr wieder los bin.

Re: Re: nach dem Raucher-Bashing kommt jetzt das Dicken-Bashing

Wenn das so leicht wäre, wie Sie meinen!

Viele übergewichtige Menschen würden gerne ihr Übergewicht wieder loswerden, aber es klappt nicht wie gewünscht. Bei sehr vielen Menschen ist der Stoffwechsel total im Eimer, oft auch durch viele Diäten oder durch Erkrankungen. Der Stoffwechsel muss erst wieder auf Trab gebracht werden, um eine Abnahme zu ermöglichen und das ist oft ein sehr langwieriger Prozess.

Auch wenn die Öffentlichkeit es gerne so sieht: nicht jeder Übergewichtige isst zuviel und bewegt sich zuwenig. Wenn Sie so leicht wieder abnehmen und bei Ihnen eine Essbremse und Sport hilft - herzlichen Glückwunsch. Leider ist das meist nicht so und die Zahl der betroffenen Übergewichtigen wird leider immer höher.

In meiner Familie gibt es auch so einen Fall, deshalb habe ich das aus erster Hand mitbekommen. Erst durch die richtige medizinische Versorgung konnte eine Abnahme ermöglicht werden.

Leider schauen auch die Ärzte meist nicht gründlich hin und sagen lediglich: "Na machens halt mehr Sport und essens weniger!", ohne zu versuchen, die Ursache für das Übergewicht zu ergründen. Das ist schade, denn Ärzte sollten es eigentlich besser wissen und nicht den gängigen Vorurteilen zum Opfer fallen.

Antworten Antworten Antworten Gast: statt gefüllter tage ein erfülltes leben
07.02.2012 14:14
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Re: Re: Re: nach dem Raucher-Bashing kommt jetzt das Dicken-Bashing


senferin, menschen mit angeborenen nicht funktionierenden stoffwechsel, das betrifft nur ganz ganz wenige und die es betrifft - sollten sich von meinem posting oben NICHT angesprochen fühlen. alle anderen menschen wurden nicht über nacht dick.

ob ärzte den gängigen vorurteilen zum opfer fallen glaube ich nicht. ärzte haben in der regel keine zeit und egal welcher arzt – finde es ist zeitmangel - keine zeit um wirklich tiefgehende gespräche zu führen. daher, liegt es an den menschen – selbstverantwortung und ehrlichkeit zu sich selbst.

und als dicker "gesunder" mensch sollte man sich mal vorstellen....BILDLICH...hat man eine operation....was hier ein arzt/chirurg an fettschicht unter der haut freilegen muss um operieren zu können...


Antworten Antworten Gast: also nach meiner erfahrung ist vorwicht schon angebracht...
07.02.2012 11:30
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Re: Re: nach dem Raucher-Bashing kommt jetzt das Dicken-Bashing

Ein paar kilos merkt man nur wenn die hose von Haus aus eng ist. Und es soll vokommen, saß man sich eine neue Hose zwischendurch kauft (ich weiß meine Größe nicht auswendig)

Mein Vater hat auch durchs aufhören zugenommen und deswegen dann wieder mit dem rauchen angefangen...

Deswegen ist Vorsicht besser als dann überrascht zu sein...

Aber schön saß Sie das so im Blick haben...

neuer besonder Tag benötigt?

Nach dem Weltnichtrauchertag kommt jetzt dann der Weltnichtbladtag?

Traurig

Vor einigen Jahren schrieb ich: "Jetzt gehts den Fetten an den Speck"

Traurig das ich anscheinend recht behielt.

Ein Hoch dem linksgrünen, gutmenschlichen Konformismus, der uns unsere pluratistische Gesellschaft erhält (Ironiemodus aus)

Antworten Gast: Großstadtbewohnerin
06.02.2012 13:37
1 3

Es sind doch die Rechten, für die ein Mensch nur etwas wert ist, wenn er schlank, gesund und leistungsfähig ist ...


Antworten Gast: Konservativer
06.02.2012 08:31
1 4

Re: Traurig

Man muss wohl kaum "linksgrün" sein, um ein Problem mit vermeidbaren Mehrkosten für das vom Steuerzahler bezahlte Gesundheitssystem zu haben.

Die nächste Gruppe kommt dran

Das war abzusehen : nach den Rauchern kommen die Dicken dran. Die Jagd auf die nächste Menschengruppe wird eröffnet.

Es gibt übrigens auch Untersuchugen die aussagen, dass Schlankheit gar nicht so gesund ist und dickere Menschen gesundheitliche Vorteile haben.

Antworten Gast: Konservativer
05.02.2012 16:29
0 6

Sie sind oberhalb des Idealgewichts, gell?


Re: Sie sind oberhalb des Idealgewichts, gell?

Das war eh klar, dass so ein Kommentar kommen musste.
Immer, wenn man etwas kritisiert, ist man entweder neidisch oder selbst betroffen, so die Meinung einiger.

Antworten Gast: Gast4711
05.02.2012 09:13
0 0

Re: Die nächste Gruppe kommt dran

Da bin ich nun aber gespannt auf ihre Quellenangaben für diese Untersuchungen. ;-)

Gast: bmi
03.02.2012 17:08
10 0

statistik


bleibt halt nur statistik.

niemand weiß was in wahrheit was krebs tatsächlich auslöst - daran gibt es nix zu rütteln!

Antworten Gast: Gast4711
04.02.2012 20:41
2 4

Re: statistik

Sorry, aber das ist ein vollkommener Blödsinn. Sie wollen uns doch nicht wirklich weiß machen, dass nach jahrzehntelanger weltweiter Krebsforschung mit enormen finanziellen Mitteln (es wurden in den letzten 30 Jahren viele viele Milliarden in die Krebsforschung investiert) immer noch nicht klar ist woher Krebs kommt. Toxikologen, Lebensmittelchemiker, Pathologen usw. wissen schon lange die Ursachen, aber es wagt niemand die Wahrheit auszusprechen: https://www.youtube.com/watch?v=NwcRxofCrpY." target="_blank">https://www.youtube.com/watch?v=NwcRxofCrpY. Ich beschäftige mich schon seit einiger Zeit mit diesem Thema. Alleine wenn man weiß, was sich im Lebensmittelbereich und im Bereich Trinkwasser abspielt (ja sie lesen richtig Trinkwasser) wundert es mich nicht, dass die Krebsrate so explodiert ist.

Re: Re: statistik

Das "warum" fehlt nach wie vor. Den krebsförderlichen Faktoren sind ja sehr viele ausgesetzt, aber nur wenige werden dann tatsächlich krank...

Antworten Antworten Gast: bmx
05.02.2012 01:49
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Re: Re: statistik

30 jahre krebsforschung und gut sind wir dann doch nur mit ratschlägen für die krebsvorsorge - .....punktum!

jeder langjähriger oberarzt/onkologe wird ihnen das im vertrauen auch flüstern.....

Antworten Antworten Antworten Gast: Gast4711
05.02.2012 09:09
1 1

Re: Re: Re: statistik

Angenommen das stimmt, dann wäre das in Wahrheit eine absolute Bankrotterklärung von 30 Jahren Krebsforschung. Das da etwas Gröberes schief läuft ist sowieso jedem klar, der die Ergebnisse der Krebsforschung mit den extremen Fortschritten der Wissenschaft in allen anderen Bereichen vergleicht. Dabei gibt es aus meiner Sicht nicht viele Forschungsbereiche in denen in den letzten 30 Jahren mehr Geld investiert wurde.

Re: Re: Re: Re: statistik

Sie geben die Antwort ja eh gleich selber:

>>...in denen in den letzten 30 Jahren mehr Geld investiert wurde<<

Es leben sehr viele Leute, ja ganze Konzerne und auch die WHO vom Krebs. Jeder Krebspatient sichert den behandelnden Ärzten den Job und bringt Instituten sowie Pharmakonzernen ein Vermögen ein. Würde ein Heilmittel - und vielleicht auch noch ein kostengünstiges (der Himmel möge uns beistehen... ;-) ) - gefunden werden, dann wären die Krebsforscher augenblicklich arbeitslos, Konzernen (die ja die Krebsforschung finanzieren) würden monströse Gewinne fehlen, Institute von der Schließung bedroht sein und Ärzte um den Job bangen müssen. Also ein rascher Erfolgt bei der Krebsforschung ist bei diesen Voraussetzungen sicher sooo wahrscheinlich nicht... ;-)

Antworten Gast: yoshi1
04.02.2012 16:32
3 0

Re: statistik

Im Einzelfall: Richtig.

Ansonsten: Falsch. Klar können unbekannte Faktoren auch hier reinspielen, aber die Wahrscheinlichkeit ist zumindest bei sachlich motivierten Statistiken sehr gering. Sachliche zusammenhänge bei einer derart großen Beobachtungsgruppe sind keine Zufälle. Ob nun die Fettleibigkeit an sich Krebs verursacht oder solche Menschen nur auf andere Faktoren empfindlicher reagieren steht allerdings auf einem anderen Blatt.

Gast: mike4720
03.02.2012 12:07
3 5

Rauchen ist Faktor Nummer eins

In Österreich wird Rauchen noch lange Risikofaktor Nummer 1 bleiben. In den jetzten 10 Jahren ist Lungenkrebs bei Frauen um 26 Prozent gestiegen!

 
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