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HPV-Impfung schützt auch vor anderen Krebsarten

HPV-Impfung
HPV-Impfung schützt auch bereits einmal Erkrankte / Bild: (c) Reuters (Jessica Rinaldi / Reuters) 

In Österreich erkranken jährlich bis zu 500 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. In mehr als 90 Prozent der Fälle sind HP-Viren verantwortlich. Neue Studien zum Impfstoff brachten jetzt überraschende Ergebnisse.

 (DiePresse.com)

Experten beklagen, dass Österreich in Europa das Schlusslicht ist, was die vor Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) schützende Impfung gegen Human Papilloma Virus (HPV) betrifft. Jetzt hat eine Studie von Elmar Joura von der Universitätsklinik für Frauenheilkunde der MedUni Wien am AKH mit der Analyse der Daten von 17.000 Probandinnen gezeigt, dass die Impfung auch noch bei Frauen hoch wirksam ist, die bereits eine Erkrankung durch das HP-Virus gehabt haben. "So sinkt die Häufigkeit neuer Krebs-Vorstufen um zwei Drittel", sagte Joura.

Die Studie von Joura und den Co-Autoren wurde jetzt im angesehenen, unabhängigen und oft ausgesprochen kritischen British Medical Journal (BMJ) publiziert. Joura: "Im Rahmen der Studien zur Wirksamkeit des Impfstoffes gegen HPV-Infektionen wurden 17.000 Frauen zur Hälfte geimpft und zur Hälfte nicht geimpft. Am Ende bekamen alle die Immunisierung. Wir haben die Daten jener Frauen untersucht, die im Verlauf der Untersuchungen an einer Krebsvorstufe an Gebärmutterhals oder Vulva, oder HPV bedingten Genitalwarzen erkrankten. Die Beobachtungszeit betrug zwei Jahre."

Zwei Drittel weniger neuen Vorstufen

Was sich als eindeutiges Ergebnis herausstellte: Die Impfung gegen Humane Papillomaviren (HPV) verringert bei Patientinnen, die bereits Erkrankungen in Folge einer HPV-Infektion hatten, das Risiko einer neuerlichen HPV-assoziierten Krankheit deutlich. Der Gynäkologe: "So sinkt die Häufigkeit einer neuerlichen HPV-Erkrankung um etwa die Hälfte. Es kommt zu zwei Drittel weniger neuen Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses, die chirurgisch entfernt werden müssen."

Von den HP-Viren zum Krebs

In Österreich erkranken jährlich bis zu 500 Frauen an invasivem Gebärmutterhalskrebs. In mehr als 90 Prozent der Fälle sind HP-Viren dafür verantwortlich. Laut Statistik Austria sterben daran pro Jahr 150 bis 180 Patientinnen. Auf Österreich umgelegte Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO gehen sogar von jährlich rund 600 Erkrankungen und 300 Todesopfern aus.

30.000 "auffällige Abstriche"

Außerdem müssen in Österreich Jahr für Jahr mehr als 6000 Frauen ins Spital, weil bei Ihnen Vorstufen von Gebärmutterhalskarzinomen durch einen gynäkologischen Eingriff (Konisation) entfernt werden müssen. Zusätzlich gibt es, so Joura, rund 30.000 "auffällige Abstriche" und rund 15.000 Menschen leiden unter Genitalwarzen, die durch HP-Viren hervorgerufen werden. Das betrifft auch Männer. Im Laufe ihres Lebens kommen zwei von drei Menschen mit HPV-Viren in Kontakt. Die Impfung schützt vor den Erkrankungen zu rund 70 Prozent.

Infektion bleibt lange unentdeckt

Der Wirkungsmechanismus von HPV ist heimtückisch, wie Ursula Wiedermann-Schmidt, Leiterin des Instituts für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der MedUni Wien, in einer Aussendung erklärte: "Eine Infektion mit HPV verläuft zunächst langsam, unentdeckt und ohne Krankheitssymptome, bis es schließlich zu Krebs kommt."

Impfung verhindert andere Krebsarten

Durch die Studie ist auch belegt, dass man wahrscheinlich auch noch Frauen, die bereits eine HPV-Erkrankung (ohne vorherige Impfung) durchgemacht haben, schützen sollte. Joura: "Es gibt darüber hinaus Wirksamkeitsdaten bis zum 45. Lebensjahr, daher ist für alle bis 45 eine Impfung zu empfehlen. Die Impfung verhindert nicht nur Gebärmutterhalskrebs, sondern auch andere Krebsarten, wie das Analkarzinom. Egal ob bei Mann oder Frau."

Aufnahme ins Impfprogramm

Laut Joura wäre es wünschenswert, dass diese Impfung nicht nur im Österreichischen Impfplan empfohlen, sondern auch ins Kinderimpfprogramm aufgenommen und damit - wie in allen westeuropäischen Ländern - öffentlich finanziert wird. Eine dahingehende Empfehlung des Obersten Sanitätsrats gibt es bereits seit 2007. Das Projekt scheiterte bisher an der Finanzierung.

(APA)

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38 Kommentare
 
12
Gast: orpheus
17.04.2012 20:10
1

Totaler Krebsschutz oder 70%iger Schutz vor Genitalwarzen?

Waren es bei Einfuehrung der HPV-Impfung nicht noch mehr als 90%iger Schutz vor Gebaermutterkrebs?

Jetzt nur 70%? Vor Krebs oder doch nur Genitalwarzen?

Sicher ist die HPV-Impfung den leicht bekleideten Damen am Guertel zu empfehlen, aber nicht Kindern und Jugendlichen und Frauen ohne welchselnde Geschlechtspartner!

Gast: Kamperer
05.04.2012 21:53
7

Die bezahlte Werbung

eines Pharmakonzernes ist noch immer online? Und noch immer ohne Hinweis auf Sanofi? Auf der Homepage vom Joura findet man wenigstens den Hinweis, dass dieser Impfkonzern die Kampagne des Joura zahlt - hier nicht. Seltsam.

Antworten Gast: Moniker
10.04.2012 21:13
0

Re: Die bezahlte Werbung

Und wer bezahlt Sie? Raus mit der Sprache!

Krebskranke zu versorgen und zu begraben ist auch ein Milliardenbusiness. Da fürchten manche wohl um ihr fettes Einkommen und müssen verzweifelt Kampfposten!

Antworten Antworten Gast: Gast4
11.04.2012 08:48
1

Ich glaube, da ist was dran.

Hier werden von einer Gruppe sehr aktiver Poster gezielt und ganz bewusst haarsträubende Falschinformationen verbreitet ("Impfung ist in Dänemark verboten", "zur Hausen rät von Impfung ab", ...). Nach dem bewährten Motto "irgendwas bleibt schon picken".

Ich vermute, hier ist ein konkurrierendes Pharmaunternehmen dahinter. Krebsmedikamente sind bekanntlich ein noch viel, viel größeres Business als die paar Impfungen. Auch diverse Wunderheiler leben bestens von einem Strom an Krebskranken. Denen passt es natürlich nicht ins Geschäftsmodell, wenn der versiegen sollte.

Übrig bleiben die Patienten.

Gast: Gast 0815
02.04.2012 14:03
0

vor ein paar Jahren ist eine junge Frau in Österreich kurz nach einer HPV Impfung verstorben.

Natürlich war das kein Impfschaden (was die Verantwortlichen gerne bestätigen werden). Ich nehme einmal an, das ist der Grund, warum die Impffreude in Österreich nicht ganz so ausgeprägt ist, wie in anderen europäischen Staaten.

2

80 %

... aller Menschen in Europa sterben nachdem sie etwas gegessen haben.
... verdammt ...

Antworten Gast: nureingast
02.04.2012 20:34
3

Re: vor ein paar Jahren ist eine junge Frau in Österreich kurz nach einer HPV Impfung verstorben.

Wenn ich kurz nach dem Besuch einer Messe oder eines Kinos sterbe, sterbe ich dann auch WEGEN dieses Besuchs, oder kann es eventuell sein, dass da kein kausaler Zusammenhang herrscht?

Gast: Muttermal
02.04.2012 11:41
3

leider sehr teuer

Diese sicher nützliche Immunisierung ist gesamt privat zu bezahlen und mit ca. 3 x 80-100 Euro also ca. 300 Euro genau für die Personen viel zu teuer die sich schützen sollten (also die die oft wechselnde Partner haben).

0

...

--> die sich schützen sollten (also die die oft wechselnde Partner haben <---

Der dümmste Kommentar seit einiger Zeit.

Voll super

Die impfung hat voll super funktioniert. Fur uns ist die eh gratis. Kann ich voll empfehlen da kommt kein krebs!!

Gast: ort123
01.04.2012 10:51
18

In Finnland und Schweden

..ist die Impfung bereits verboten und bei uns wird sie noch geimpft, bzw. will man sie ins "Kinder-Impf-Programm" aufnehmen. Da kann einmal mal schlecht werden.

Hier wird wiedermal an uns getestet...
na dann hopp hopp auf zur Impfung...mal schauen wieviele nicht durch die Impfung noch andere Krankheiten bekommen.

In Amerika wird die Impfung schon für Jungen angepriesen, weil sie könnten ja von HPV Peniskrebs bekommen..Es fällt ihnen (der Pharmabranche) immer wieder was ein um Kohle zu machen..es ist widerlich.


Antworten Gast: Gastingerin
02.04.2012 09:38
5

Re: In Finnland und Schweden

"ist die Impfung bereits verboten"

Das ist - wieder mal - eine dreiste Lüge.

Aber in Impfgegnerkreisen hält man es halt mit der Wahrheit nicht so.


Antworten Antworten Gast: Koooom
05.04.2012 21:49
9

"Impfgegnerkreise"? In Wirklichkeit ist das eine Gruppe

von Ärzten und Wissenschaftern der Universität Bielefeld. Und denen glaube ich mehr als den Herstellern und von diesen in Zeitungen lancierten Berichten.

Antworten Antworten Gast: Dr. Ingeborg Meinerhart
05.04.2012 21:40
9

Jaja. In Finnland und Schweden

ist die Impfung korrekterweise aus der Impfempfehlung gestrichen worden. Da teuer und unzuverlässig sowie nicht unoffensichtlich gefährlich. Links zu schwedischen und finnischen Ministerialseiten in dieser Sache gefällig?

Antworten Antworten Antworten Gast: Gast4
11.04.2012 08:43
1

Ihre Behauptung ist falsch.

Die Impfung ist in Schweden und Dänemark nicht nur unverändert Teil der offiziellen Impfempfehlung, sie wird auch vom Staat bezahlt (zumindest für Mädchen im empfohlenen Alter).

Antworten Antworten Antworten Gast: Moniker
10.04.2012 21:11
1

Re: Jaja. In Finnland und Schweden

Das ist einfach unwahr. Sowohl Finnland als auch Schweden haben die HPV-Impfung nach wie vor in der offiziellen Empfehlung. Und schon gar nicht ist sie dort "verboten", wie hier behauptet wird!

Lesen Sie nach beim Socialstyrelsen (SE) bzw. Statens Serum Institut (DK), statt wahllos grün zu stricheln - davon werden falsche Behauptungen auch nicht wahrer.

Re: Re: In Finnland und Schweden

Ja, wie stellen Sie sich denn sonst vor, dass sich ausreichend Impfgegner finden würden?

Traurig ist, dass es so viele erwachsene, denkende Menschen gibt, die man so leicht manipulieren kann.

Liebe Impfgegner, rechechiert selbstständig und lest nicht nur auf impfschaden.com nach - dort stehen schlichtweg großartige Lügengeschichten. Mehr nicht.

Antworten Antworten Antworten Gast: Dr. XX
05.04.2012 21:51
7

Und dann erst die manipulierte Uni Bielefeld

die schon 2008 vor der HPV-Impfung massiv gewarnt hat. http://www.uni-bielefeld.de/gesundhw/ag3/downloads/Stellungnahme_Wirksamkeit_HPV-Impfung.pdf

Gut und schön, warum nicht, ein Risiko ist im Leben überall dabei.

Aber warum muss das Zeug so exorbitant teuer sein?

Will uns da jemand abzocken?

Es soll mir niemand kommen mit "teure Forschung", die Masse machts.

Die FSME Forschung war auch aufwendig, da gabs sogar Opfer unter den Forschern und die Impfung ist erschwinglich...

Re: Gut und schön, warum nicht, ein Risiko ist im Leben überall dabei.

Das könnte unter Umständen daran liegen, dass diese Impfung sich bereits armotisiert hat.

Ewige Impfgegner...

... es gehen so viele Menschen nachwievor an Krankheiten zu Grunde die man hätte durch eine Impfung verhindern können, und ständig diese Hypes gegen die Pharmaindustrie... Erinnert ein wenig an "der Jude hat den Brunnen vergiftet" wie kann man so blind vor Hass sein, dass man nicht sieht dass diese Impfung wie all die anderen Impfungen die am Markt sind vor viel Elend schützen

Antworten Gast: Krainer N.
30.03.2012 19:34
9

Blödsinn.

Der Nobelpreisträger und HPV-Papst Harald von Hausen rät selbst von der HPV-Impfung ab ...... und dies hier ist eindeutig eine Werbung des Herstellers der Impfung.

Re: Blödsinn.

sagt wer? Impfschaden.com? Man müsste den Herren einmal selbst anschreiben und fragen, ob das stimmt. Mich würde es nicht wundern, wenn er davon nichts wüsste.


Antworten Antworten Antworten Gast: I.M.kk
05.04.2012 21:46
6

Guter Mann, das war 2008 (zweitausendacht)

also vor 4 Jahren. Mittlerweile sieht zur Hausen es viel kritischer. Laut Wiki warnt zur Hausen regelmäßig "... bei jeder sich bietenden Gelegenheit ... "(O-Ton zur Hausen) dass der Impfstoff zurzeit nicht kosteneffektiv und daher nicht empfehlenswert ist. In Übrigen frage ich mich, wieso ich mit einem Kampfposter eines Impfkonzernes diskutiere ... bin wohl ein guter Mensch.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Gastingerin
10.04.2012 13:55
1

Re: Guter Mann, das war 2008 (zweitausendacht)

"also vor 4 Jahren. Mittlerweile sieht zur Hausen es viel kritischer. Laut Wiki warnt zur Hausen regelmäßig"

Her mit dem Beleg: wo steht das? In welchem "Wiki" denn?

Eine URL werden S' ja noch hier reinschreiben können.


 
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