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Studie: Untergewichtige konsumieren häufiger Drogen

Untergewichtige konsumieren haeufiger illegale
Bild: (c) Bilderbox 

Ob der Konsum von illegalen Drogen den Appetit reduziert oder Essen vor Drogenkonsum schützt, ist laut einer aktuellen Studie aber unklar.

 (DiePresse.com)

Untergewichtige konsumieren offenbar häufiger illegale Drogen als Normal- und Übergewichtige bzw. Adipöse (Fettleibigkeit). Das hat eine epidemiologische Studie von Wissenschaftern der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der MedUni Wien am AKH unter der Leitung von Otto Lesch ergeben. Dass es einen ursächlichen Zusammenhang gibt, ist möglich, erklärte Erstautor Victor Blüml. Die Fachleute analysierten die Daten aus den Befunden der Stellungsuntersuchungen von 1902 jungen Männern (2002) aus Niederösterreich. Eine baldige Wiederholung der Studie ist geplant.

"140 junge Männer (7,5 Prozent) hatten einen positiven Harntest auf illegale Drogen, so Blüml und die Co-Autoren in der Fachzeitschrift "The American Journal on Addictions". Die am häufigsten festgestellte Droge war Cannabis (95 Studienteilnehmer; 5,1 Prozent aller Männer), gefolgt von Opiaten (50 Personen; 2,7 Prozent). Kokain war von sieben Teilnehmern konsumiert worden (0,4 Prozent), Amphetamine von fünf Personen (0,3 Prozent) und Benzodiazepine von drei Männern (0,2 Prozent).

"Konkurrenz um Belohnungsgefühle"

Stellte man das dem Körpergewicht gegenüber, zeigte sich, dass, im Vergleich zu Untergewichtigen, Probanden mit einem normalen BMI (Body Mass Index) eine um 52 Prozent geringere Häufigkeit für die Einnahme von illegalen Drogen hatten, bei Übergewichtigen war das Risiko um 62 Prozent reduziert, bei Adipösen gar um 71 Prozent.

Blüml: "Es gibt die Hypothese und auch immer mehr wissenschaftliche Literatur dazu, dass illegale Drogen ebenso wie Essen im Gehirn auf dieselben 'Belohnungszentren' wirken." Zwischen Essen (auch zu viel Nahrungsaufnahme) und Substanzkonsum könnte also eine Art "Konkurrenz um Belohnungsgefühle" bestehen.

Ähnliche Beobachtung bei Nikotinkonsum

Aus der Studie kann man aber keinen eindeutigen ursächlichen Zusammenhang ablesen: Ob der Konsum von illegalen Drogen den Appetit reduziert oder Essen vor Drogenkonsum schützt, ist unklar. Genauso könnte aber auch das Faktum gegeben sein, dass sich Drogenkonsumenten einfach mangelhafter ernähren.

Eine ähnliche Beobachtung fand sich auch beim Nikotinkonsum: Junge Männer mit moderater Nikotinabhängigkeit hatten das 2,44-fache Risiko für einen positiven Drogentest, Probanden mit hoher Nikotinabhängigkeit gar das vierfache Risiko. Auch Nikotin wirkt als eine der am stärksten abhängig machenden Substanzen auf das Belohnungszentrum.

(APA)

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34 Kommentare
 
12
Gast: Trinkgast
14.05.2012 14:06
1

Wird wohl daran liegen, dass Canabis weniger Kalorien hat als Bier.


Antworten Gast: Hanibal L.
14.05.2012 17:55
1

Re: Wird wohl daran liegen, dass Canabis weniger Kalorien hat als Bier.

rofl

Unterschiedliche Süchte...

...das ist des Rätsels Lösung.

Jeder sucht sich seinen Kick halt woanders: Drogensüchtige werden durch die durch Drogen ausgelöste Endorphinausschüttung im Gehirn glücklich, Esssüchtige eben durch Essen. Das ist bei allen Süchten so.

Wenn die Untergewichtigen sich ihren Kick durch Essen holen könnten, wären sie vermutlich nicht untergewichtig. Folglich suchen sie sich eben etwas anderes stattdessen - und manche nehmen dann eben Suchtgift.

Re: Unterschiedliche Süchte...

Nicht ganz ... der Grund, weshalb Menschen Drogen nehmen, ist ganz einfach: sie wollen sich besser fühlen, als sie sich momentan fühlen! Das ist die Quintessenz und das ist alles!

Ich selbst arbeite schon seit einigen Jahren ehrenamtlich bei der Kampagne "Sag NEIN zu Drogen - Sag JA zum Leben" und weiß aus eigener Erfahrung, wie wenig die Menschen - insbesondere Jugendliche - tatsächlich über Drogen wissen. Es ist sehr interessant, man fragt die Menschen: was passiert, wenn du Drogen nimmst? Wie fühlst du dich? Und sie werden dir genau die Gründe nennen, weshalb sie Drogen nehmen! Es ist so einfach und es macht Sinn. Man kann die Leute verstehen und ihnen so besser helfen.

Da die Kampagne von der Scientology Kirche gesponsert wird (um allen Verschwörungstheoretikern vorzubeugen), sind alle ihre preisgekrönten Materialien kostenlos und frei erhältlich. Informiert Euch und helft Euren Freunden und Bekannten!

Re: Re: Unterschiedliche Süchte...

Das ist im Grunde nichts anderes, als ich gesagt habe, nur in anderen Worten.
Der Kick bewirkt ja, dass man sich besser fühlt als zuvor - zumindest kurzfristig.

Von der Scientology Church? Thanks, but no thank. Das wäre ja vom Regen in die Traufe kommen.

Gast: rudi reißleine
11.05.2012 09:15
1

eh klar

kiffen macht schlank
kein zweifel

der konsum todesdroge cannabis...

...sollte härtestens bestraft werden.

Antworten Gast: Störrisch...
16.05.2012 11:10
0

Sie haben Humor...

...das war doch lustig gemeint oder?


Antworten Gast: mico33
10.05.2012 16:29
4

Re: der konsum todesdroge cannabis...

Ich glaub nicht das du weißt was du redest.
Wieso sollte cannabis eine Todesdroge sein?? Ich hab noch nie gehört das jemand auf cannabis gestorben ist.
Ich selber konsumiere es nicht. Aber meine Meinung ist das Alkohol eine viel gefährlichere Droge ist!
Hast du schon mal in der Zeitung gelesen das jemand wegen übermäßigen Cannabiskonsum gestorben ist?
Keine Droge ist gut aber wenns schon sein muss sollte man sich das kleinere
Übel aussuchen!
Und das ist Cannabis!!!!


Re: Re: der konsum todesdroge cannabis...

Immer wieder gibt es diese Diskussion über das Thema Drogen. Besonders bei Cannabis scheiden sich die Geister ... Allein der Fakt, dass es überhaupt Diskussionen darüber gibt, zeigen, wie wenig die meisten Menschen tatsächlich über Drogen und ihre Auswirkungen auf den Körper wissen. Der Grund dafür ist ohne Frage, fehlende/mangelnde Ausbildung.
1. "Es muss" nicht sein! Drogenkonsum ist weder eine Krankheit, noch etwas, dem man willenlos ausgeliefert ist.
2. Dass Hanf als Pflanze sehr vielseitig benutzt werden kann, steht außer Frage, doch hat dies nichts mit der Drogen ihren Nebenwirkungen zu tun.
Deshalb ist Aufklärung so wichtig. helfe schon seit langem anderen, indem ich ihnen die Fakten über Drogen bringe. Als Scientologe denke ich, es ist meine Verantwortung so wie es die Verantwortung von jedem Menschen ist, sich selbst und seine Freunde aufzuklären.
Die Kampagne "Sag NEIN zu Drogen - Sag JA zum Leben" bietet diese Infomaterialien kostenlos an. Informiert Euch! Denn wenn die Menschen wirklich VERSTEHEN, dann werden sie von sich aus und für sich selbst die richtige Entscheidung treffen und ein Leben ohne Drogen führen!

Gast: Hanibal L.
09.05.2012 13:13
1

unkehrschluss-schluss

das erinnert an die CO2 hysterie; ist vermehrtes CO2 in der atmosphaere ursache oder resultat der erderwaermung. so aehnlich ist es hier : ist ein junkie aufgrund seines drogenkonsums schlank, weil ihn das zeug kaputtmacht oder wollen schlanke menschen den drogenkick ? wohl ehere ersteres. und warum hat man festgestellt das in der erdgeschichte zuerst eine erwaermung stattfand und dann mehr CO2 in der atmosphaere festgestellt werden konne (bohrkerne) und der IPCC trotzdem das gegenteil behauptet ?

Gast: Hammvieh
09.05.2012 11:59
5

"Junkies oft ausgemergelt"

Superstudie, Steuerzahlergeld an der Arbeit. Als naechstes kommt dann wahrscheinlich die Erkenntnis auf uns zu, dass Fettsuechtige von diesem Schema abweichen.

Gast: wandertag2012
09.05.2012 11:51
3

"illegale drogen machen schlank"

der herr hat noch nie vom sogenannten "fressflash" beim cannabiskonsum gehört?

cannabis wird dort wo erlaubt (schon längst überfällig) in der medizin als appetitanreger benutzt... FAKT.


Eine Studie die zu einem Ergebnis kommt...

... wird man erst führen können wenn die Welt begriffen hat das die Substanz sowas von egal ist und folglich alles verantwortungsvoll (nicht so wie Alkohol & Nikotin) legalisiert und in reinsform zu kaufen ist... die Illegalität hat zur Folge dass die Leute NIEMALS wissen können was sie genau haben, folglich auch unmölich Korrekt über Neben/wirkungen berichten können.

Oder würde jemand behaupten dass der Gangster Whiskey aus den 20er Jahren in Chicago gleich "rein" ist wie einer der wenige Jahre davor komplett legal hergestellt wurde?

Die Gesellschaft muss aufwachen.

Antworten Gast: de mirabaud
09.05.2012 11:32
5

dann sagen Sie das den pharma- und chemiekonzernen

"die gesellschaft" denkt sich gar nix, weil sie deppert ist und jemanden braucht der meinungen diktiert.

Dr. Barnard

Bei Rauchen soll es jedenfalls so sein. Der Herzchirurg Dr. Barnard hatte seinerzeit seiner Tochter Rauchen "verschrieben" gegen ihr Übergewicht.

Süchtler sind wohl alle

Der kleine Franzl kommt von der Schule nach Hause und und sagt: "Papa, Papa - die Frau Lehrerin hat gesagt, dass man 100 Jahre alt wird, wenn man nicht trinkt und nicht raucht." Der Papa darauf: "Geh Franzl, das stimmt doch gar nicht, es kommt einem nur so lang vor".

Damit ist eigentlich alles gesagt, da braucht es keine Studie - es reicht der normale Hausverstand. Wenn zB dem Kiffer nach was ist, baut er sich einen Ofen, der Raucher qualmt eine, der Trinker nimmt einen Schluck aus dem Flachmann, der moderne Gute wirft ein paar Schmerztabletten ein und die Dicken nehmen einen Snack. Jeder nach seinem Geschmack und seinen Gewohnheiten, der Mechanismus dahinter ist aber wohl derselbe... ;-)

Antworten Gast: pluslucis*
10.05.2012 16:23
0

Re: Süchtler sind wohl alle

Und manche gehen ins Internet und trollen irgendein Forum.

Antworten Gast: Störrisch...
09.05.2012 11:41
1

Re: Süchtler sind wohl alle

...sehr schön zusammgefasst! Grün! (bin Gast daher keine Bewertung möglich)

1/10 der Österreicher sind auf Psychopharmaka

1/10 der Österreicher alkohol-abhängig...


Re: Re: Süchtler sind wohl alle

und 4/10 haben zuviel essen als Laster.

Sucht ist Sucht

Will ich das Rauchen aufgeben, esse ich mehr oder trinke mehr Alk.
Da braucht man keine Wissenschaft, das zeigt uns die Erfahrung.

Antworten Gast: so viele kluge menschen hier
09.05.2012 09:25
0

Re: Will ich das Rauchen aufgeben, esse ich mehr

Wenn man mit dem Rauchen aufhört, nimmt man meist auch dann zu, wenn man nicht mehr isst.

Re: Re: Will ich das Rauchen aufgeben, esse ich mehr

Ja, und das ist einfach zu erklären. Nikotin kurbelt auch den Stoffwechsel an. Nimmt man kein Nikotin mehr, wird auch der Stoffwechsel wieder langsamer.

Man könnte sich aber auch ein Nikotinpflaster besorgen, das wäre zumindest für die Lunge gesünder.

Das Beste wäre natürlich, man stellt einfach seine Ernährung dauerhaft um, nachdem man mit dem Rauchen aufgehört hat.

Re: Re: Will ich das Rauchen aufgeben, esse ich mehr

Hier zeigt sich wieder eine Schwachstelle der deutschen Sprache:

wenn man nicht mehr isst, könnte bedeuten:
a) wenn man nicht mehr isst (also nicht mehr als vorher)
b) wenn man nicht(s) mehr isst (das essen aufgehört hat)

Re: Re: Re: Will ich das Rauchen aufgeben, esse ich mehr

c) "wenn man nicht mehr isst (sic!)" (nichtraucher nehmen auch im grab weiter zu)

Re: Re: Will ich das Rauchen aufgeben, esse ich mehr

rauchen verbrennt kalorien? wieviel rauchen sie am tag? 50 kilo? 60?

 
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