Klimaspartipps: Kleine Taten, große Wirkung

Wer klimafreundlich leben will, muss nicht gleich alle Lebensgewohnheiten auf einmal ändern. Es reichen oft schon ein paar Dinge, um Klima - und Geldbörse - zu schonen.

Text: Susanne Haberl
(c) imago/Westend61 (imago stock&people)

Bio, regional & fair

Was wir essen, beeinflusst nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch Luft, Wasser, Boden und Klima. Bei Lebensmittel sollte man daher auf biologische und regionale Produkte zurückgreifen und auf zertifizierte Bio- und Fairtrade-Gütesiegel achten. Fairtrade garantiert auch, dass beim Anbau der Rohstoffe und beim Handel der Produkte soziale Kriterien eingehalten werden.

Bei Fleisch gilt: Weniger ist mehr - am besten mit Bio-Siegel und aus artgerechter Tierhaltung. Eine Portion weniger Rindfleisch spart im Jahr etwa 126 kg CO2.(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Verpackungsmüll reduzieren

Beim täglichen Einkauf sollte man auf vermeidbare Kunststoffverpackungen achten, denn herkömmlicher Kunststoff wird aus nicht erneuerbaren Rohstoffen hergestellt. Auch auf das Plastiksackerl kann man verzichten, indem man ein eigenes Stoffsackerl zum Einkaufen mitnimmt.

Abgesehen von Verpackungen werden jährlich Tonnen an Lebensmitteln weggeworfen - in Österreich etwa 82 Kilo pro Jahr und Person. Tipp: Vor dem Einkauf Listen schreiben, die passende Packungsgröße wählen und die Reste kreativ verwerten. Oder man geht zu Lunzers in der Leopoldstadt, dort gibt es gar keine Verpackungen.

Wie man in einer Großstadt wie New York gänzlich auf Müll verzichten kann, zeigt diese junge Bloggerin.
>> Zum Artikel "Müllfrei leben in New York City"
(c) imago stock&people (imago stock&people)

Garten, Balkon, Fensterbank

Im Biokistl, das nach Hause geschickt wird, oder auf Bauernmärkten findet man frische, regionale und vor allem saisonale Lebensmittel. Erdbeeren aus Österreich statt aus Süfafrika schmecken nicht nur besser, sondern sparen etwa 5,8 kg CO2 pro Schale.

Im eigenen Garten, am Balkon oder auf der Fensterbank kann man Gemüse, Obst und Kräuter anbauen und schont dabei das Klima: Ein Kilo Tomaten aus dem Garten statt aus Spanien spart im Jahr ganze 560g CO2.(c) imago stock&people (imago stock&people)

Wasser

Bei Leitungswasser wird beachtlich weniger CO2 und Energie verbraucht als bei Mineralwasser aus Flaschen - abgesehen davon, dass man beim Wasser aus der Leitung wiederum den Verpackungsmüll reduziert. Ein Liter Leitungswasser statt Mineralwasser pro Tag spart jährlich 70 kg CO2.

Unterwegs lässt sich das Wasser in Flaschen aus Glas oder Aluminim transportieren.(c) imago stock&people (imago stock&people)

Gütesiegel

Um klimafreundlich einzukaufen, empfiehlt es sich beim Neukauf auf zertifizierte Gütesiegel zu achten - etwa das europäische Umweltzeichen "EU Ecolabel", "FSC" für Holz- und Papierprodukte oder das österreichische "Umweltzeichen".

Kleidung aus Öko-Textilien (>> zur Galerie) werden etwa ohne Pestizide angebaut und umweltfreundlich gefärbt. Und auch beim Handy kann man auf ein sogenanntes Fairphone umsteigen, das unter fairen und nachhaltigen Bedingungen produziert wird.

Leihen, Upcycling & Second Hand

Vor allem beim Thema Einkaufen kann man viel fürs Klima tun: Bevor man sich etwas neu produziertes - und meist klimabelastendes - zulegt, lohnt es sich, über Alternativen nachzudenken. Dinge, die man selten benutzt, etwa spezielles Werkzeug, kann man sich über Leihbörsen ausborgen oder tauschen. Eine beliebte textile Tauschbörse ist Kleiderkreisel

Vielen kaputten oder nicht mehr gebrauchten Gegenständen lassen sich mittels Upcycling neues Leben einhauchen.Conny Mirbach (Kleiderkreisel)

Zu Fuß & am Fahrrad unterwegs

Vor allem der eigene Umgang mit Mobilität hat einen großen Einfluss auf das Klima. In der Stadt kann man viele Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen.

Citybikes gibt es in fast allen größeren Städten. Auch das Mittagessen kann man sich bereits mit Fahrradboten klimafreundlich liefern lassen. Zum Beispiel von "Rita bringt's".(c) imago stock&people (imago stock&people)

Carsharing

Wenn man jährlich weniger als 10.000 Kilometer Auto fährt und es nicht täglich benötigt, macht Carsharing auch wirtschaftlich Sinn. Bei 9500 km im Jahr spart man 290 kg CO2 bzw. 150 Euro.(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Nachhaltig reisen

Bei Reisen lassen sich jede Menge Treibhausgase einsparen. Ein Beispiel: Zehn Stunden mit der Bahn in den Urlaub fahren statt zehn Stunden zu fliegen spart bei zwei Personen 7,6 Tonnen CO2.

Klimafreundlich reisen kann man auch mittels Fahrgemeinschaften oder wenn man im eigenen Land urlaubt. Außerdem sollte man Fernreisen sowie Städtetrips reduzieren und beachten: Je weiter man reist, desto länger der Aufenthalt.(c) imago/blickwinkel (imago stock&people)

Reparieren, sanieren & fördern

Besonders viel kann man in den eigenen vier Wänden für das Klima tun. Wände zu sanieren spart langfristig viel Heizenergie, genauso wie der tropfende Wasserhahn, wenn er reapiert wird, bis zu 170 Liter Wasser spart.

Energieberater oder Energiesparrechner helfen, Sparpotentiale in Wohnung und Haus zu entdecken sowie Möglichkeiten zu Energieförderungen aufzuzeigen.(c) imago/MITO (imago stock&people)

Lüften, Stand-by, Temperatur senken

Manche Geräte können auch in ausgeschaltetem Zustand Energie verbrauchen - am besten schaltet man diese Geräte mit einer schaltbaren Steckerleiste ab. Fernseher und DVD-PLayer ganz auszuschalten spart jährlich etwa 43 kg CO2.

Heizkörper sollte man in jedem Raum einzeln regulieren können. Im Schlafzimmer oder Küche reichen 16 bis 18 Grad, im Wohn- und Kinderzimmer etwa 20 Grad. Die Absenkung der Raumtemperatur um nur ein Grad Celsius spart jährlich 192 kg CO2. Beim Lüften gilt: Immer wieder kurz stoßlüften und sonst die Fenster geschlossen halten.(c) imago/McPHOTO (imago stock&people)

Energiesparend waschen & kühlen

Waschmaschine und Geschirrspüler sollte man mit möglichst niedrige Temperaturen benutzen: Das 30- bis 40-Grad-Programm spart rund die Hälfte der Energie gegenüber dem 60-Grad-Programm. Bei 160 Waschgängen spart man dabei 490 kg CO2 bzw. 140 Euro.

Es empfiehlt sich außerdem auf Ökostrom umzusteigen. Strom aus Wind-, Bio-, Solar-, Hydroenergie und Geothermie ist in jeder Hinsicht klimafreundlich. Ein Jahr lang Ökostrom statt konventionellen Strom spart 657g CO2.(c) imago stock&people (imago stock&people)

Kein Tropenholz im Garten

Hinter Gartenmöblen und Steinbelägen verbirgt sich oft eine unschöne Wahrheit. Häufig bestehen Tische und Stühle aus Tropenholz, Steine werden oft unter ausbeuterischen Arbeitsbedingungen abgebaut.

Beim Kauf neuer Gartenmöbel sollte man daher darauf achten, dass das Holz nachhaltig erwirtschaftet ist - erkennbar am FSC-Logo. Am besten fürs Klima sind heimische Holzsorten und Steine aus dem nächsten Steinbruch der Region. Das Xertifix-Siegel garantiert, dass keine Kinderarbeit unterstützt wird.(c) imago/AFLO (imago stock&people)

Diese und noch mehr Klimaspartipps findet man im "Klimasparbuch Wien 2014/15" inklusive 53 Gutscheine für den ökofairen Einkauf.

www.klimasparbuch.at(c) Christian Fischer greengraphics.at
Kommentar zu Artikel:

Klimaspartipps: Kleine Taten, große Wirkung

Schließen

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.