Foodwaste: Maßnahmen für nachhaltige Gastronomie

193.500 Tonnen Lebensmittel werden in Österreichs Gastronomie-Betrieben jährlich weggeworfen. Mit dem Projekt "Schenk mir dein Problem" will Gobal 2000 fünf Betrieben helfen, diesen Müll zu reduzieren.

Mehr als 190.000 Tonnen Lebensmitteln - exklusive Verschnitt und Getränke - fallen in der österreichischen Gastronomie pro Jahr an.
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Mehr als 190.000 Tonnen Lebensmitteln - exklusive Verschnitt und Getränke - fallen in der österreichischen Gastronomie pro Jahr an.
Mehr als 190.000 Tonnen Lebensmitteln - exklusive Verschnitt und Getränke - fallen in der österreichischen Gastronomie pro Jahr an. – (c) imago stock&people (imago stock&people)

Die Umweltschutzorganisation Global 2000 wird ab Februar fünf Gastronomie-Betrieben in Wien über die Schulter schauen. Das Ziel: den tonnenschweren "Foodwaste", also Lebensmittelabfälle, in Österreich zu reduzieren. Gemeinsam mit rund 20 Studenten sollen bis zum Sommer Lösungen für kleinere und größere Umweltprobleme des Tagesgeschäfts entwickelt werden - etwa kleinere Portionen zu servieren oder mehr fleischlose Gerichte anzubieten.

Analysiert werden Betriebe, die sich im Bereich Nachhaltigkeit bzw. grüner Gastronomie engagieren wollen oder es bereits tun. Mit dabei sind Deli Bluem (1080), Augustin (1150), Dellago (1160), Patara (1010) und die Kolarik Luftburg im Prater (1020). "Unser Nachhaltigkeitsteam wird die Studierenden in fünf Teams aufteilen, die dann vor Ort Abfälle in der Küche analysieren, und zwar, wie viel Fleisch, wie viele Beilagen und viel Verschnitt täglich weggeworfen wird," erklärt Johannes Frauscher, Projektleiter von "Schenk mir dein Problem" bei Global 2000. "Außerdem wird untersucht, wie viele Essensreste zurückgeschickt werden."

CO2-Ausstoß von jedem Gericht

Bis zur Ergebnispräsentation im Juli sollen in den Unternehmen konkrete "Best-Practice"-Maßnahmen geschaffen werden, die dann für die gesamte Branche Österreichs zugänglich gemacht werden sollen. Welche könnten das zum Beispiel sein? "Wenn man sieht, dass sehr viele Essensreste zurückgeschickt werden, könnte man die Portionen kleiner machen oder zumindest umweltfreundliche Verpackungen zum Mitnehmen zur Verfügung stellen. Interessant wäre auch, den CO2-Ausstoß zu den Gerichten dazuzuschreiben, um den Konsumenten so eine völlig neue Entscheidungsgrundlage zu bieten", meint Frauscher. 

Den Anstoß für das Projekt war das "Jahr der Lebensmittelverschwendung" 2014, denn die Zahlen zu Foodwaste in Österreich sind erschreckend hoch. Allein in Gastronomie-Betrieben fallen jährlich mehr als 190.000 Tonnen Lebensmittelabfälle an, umgerechnet "360.000 Tonnen CO2 bzw. 25 Milliarden Liter Wasser, die verbraucht werden", so Bernhard Wohner von Global 2000. "Mit dieser Menge an CO2-Emmissionen könnte man rund 60.000 Mal mit dem Auto die Erde umrunden." Mit dem Projekt wolle man vor allem eine Bewusstseinsbildung zum Thema Lebensmittelabfälle erreichen - und das nicht nur bei den Gastronomen, sondern auch bei den Gästen.

Projekt: "Schenk mir dein Problem"

Das Projekt „Schenk mir Dein Problem“ der Umweltschutzorganisation Global 2000 führt Studierende mit Unternehmen zusammen, um nachhaltige Lösungen für kleinere und größere Probleme des ökonomischen Tagesgeschäfts zu finden. Seit November 2014 beschäftigt sich das Projekt speziell mit der Branche Gastronomie.

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