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Florian Glatzners Karriere am See

18.07.2012 | 18:38 |  von Teresa Schaur-Wünsch (Die Presse)

Vom Bootsjungen zum Szenewirt: Lakeside-Chef und Jagerhofer-Lehrling Florian Glatzner über zehn Jahre In-Lokal, Beachvolleyball und Sorgen über die Flaute am See.

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Manchmal läutet bei Florian Glatzner das Telefon und jemand bittet um einen Tisch. „Welches Lokal?“, fragt er dann gern. Denn Glatzner hat mehrere, das Decor im Wiener Augarten, das Sunset im Strandbad Klagenfurt und einen Eissalon im Prater. Der ist derzeit wohl eher nicht gemeint, am wahrscheinlichsten aber das Lakeside. Die Antwort lautet in dem Fall derzeit übrigens Nein: Für Beachvolleyball-Tage ist das In-Lokal in Reifnitz am Wörthersee seit März ausgebucht.

Das dürfte, obwohl das Lokal eine Haube hat, nicht nur am Essen liegen. „Hier trifft sich die internationale Schickeria zum Essen, Small Talk und Gesehenwerden“, schreibt Gault Millau. Florian Glatzner, der bei einem Cola im loungigen Freibereich beim Wasser sitzt, formuliert das naturgemäß etwas vorsichtiger. „Wir werden ja oft als dieses Promi- und VIP-Lokal bezeichnet. Was wir definitiv nicht sind.“ Aber aufgrund der Lage, der Motorboote und des Preisgefüges ergebe sich eben, „dass wir eine gewisse Schicht ansprechen“. Und immerhin nützt er sein Lakeside, wie auch das Decor, selbst als Plattform. „Weil ich weniger Wirt als Unternehmer bin.“ Will heißen: Im Hintergrund hat der gebürtige Wiener eine Projektmanagementfirma, die nicht nur die eigenen Lokale betreibt, sondern auch für andere Unternehmen Projekte abwickelt. „Gerade“, sagt er, „haben wir für eine Privatstiftung in der Schweiz ein Hotel gebaut, mit einer Reha-Klinik dazu. Das ist unser Kerngeschäft.“ Daneben hat er mit einem Partner noch eine Eventagentur. Das Lakeside sei da nur die sichtbare Spitze.

Wenig überraschend, dass Glatzner in eine einschlägige Schule gegangen ist: Mehrere Jahre hat er für den geschäftstüchtigen Eventmanager Hannes Jagerhofer gearbeitet, war sein Assistent, hat sich um Kundenbetreuung und VIP-Management gekümmert, und daneben Wirtschaft studiert. Im Sommer an den Wörthersee hatte es ihn schon früh gezogen, „um mir mein eigenes Boot zu verdienen. Ich hab als Bootsjunge angefangen, dann Wasserskischule, dann Motorbootfahrer, dann zum Hannes Jagerhofer.“ Vor zehn Jahren gründete er das Lakeside als Strandbar, da war er 24, wurde kaum ernst genommen und hatte „von Gastronomie wenig Ahnung“. Damals wurde hier eine Marina gebaut, „und die Überlegung war, eine Gastronomie für die Bootseigner zu schaffen. Dass das solche Ausmaße annimmt, haben wir damals nicht gewusst.“ Wie zur Bestätigung seines Erfolges taucht Verleger Christian Mucha mit seiner Frau Ekaterina auf. „Der ganze See ist leer“, stellt er fest. Nach zwei Monaten im Haus in Frankreich ist das Paar pünktlich zum Volleyball-Wochenende im Domizil am See eingetroffen; heute, Donnerstag, will man „RTL Exclusiv“ zu den Hotspots führen, Glatzner solle schon mal einen Tisch herrichten.
Es sind genau diese (guten) Gäste, die dem Lakeside-Chef ein wenig Sorge bereiten. „Die zweiten und dritten Reihen an Pensionen sind weggefallen, vieles ist in Privatgrund umgewidmet worden. Es fallen die Massen weg, die etwas unternehmen.“ Viele der Apartment- und Hausbesitzer kämen nur für zwei, drei Wochen, oder gezielt für die Events – mittlerweile ließen aber auch die aus.

Grundsätzlich kann Beachvolleyball-Organisator Jagerhofer nicht über mangelnden Andrang klagen, im VIP-Bereich aber spürt man die neue Vorsicht: Zehn Prozent der Karten seien noch zu haben, so Jagerhofer, bei dem heuer viele Spieler noch schnell vor Olympia an den Start gehen. Heute Abend findet die Auslosung für London statt – und zum zweiten Mal eröffnet die Galeristin Lisa Kandlhofer eine Ausstellung im VIP-Zelt. Zudem hat sie heuer erstmals auf einem Seegrundstück rund um die Villa Bulfon in Velden einen Skulpturenpark eingerichtet, Seeprominenz von Flick bis Schullin kam zur Eröffnung. Die eine oder andere neue Veranstaltung am See würde sich Glatzner dennoch wünschen: „Damit man auch wieder eine andere Zielgruppe anspricht.“

Auf einen Blick

Lakeside. Vor zehn Jahren gründete der Unternehmer Florian Glatzner das Lakeside in Reifnitz am Wörthersee als Strandbar. Zunächst als Gastronomie für Bootseigner gedacht, wurde aus dem Lakeside ein Treffpunkt für die „internationale Schickeria“, wie es im Gault Millau heißt. Glatzner betreibt zudem eine Eventagentur und eine Projektmanagementfirma. Zuvor hat der 34-Jährige viele Jahre für Hannes Jagerhofer, der den Beachvolleyball nach Österreich brachte, gearbeitet und daneben Wirtschaft studiert.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.07.2012)

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3 Kommentare
Gast: Zaunspecht
18.07.2012 18:47
0 3

Ohne Glanz (er) am See

Der Lärm welcher durch die Strandbar verursacht wird entwertet all die umliegenden Seegründe.
Die Sitzanzahl vom Restaurant Lakeside in Reifnitz ist Proporzionall zu den Parkplätzen eine "Part of the Game" Gewerbegenehmigung par excellence! Kärnten like in Reinkultur. Die Überheblichkeit der Bedienung kaum zu überbieten.

Eben wie selbst beschrieben "nur ein Platzerl" für Lügners, Muchas und Bläublutburschen im Trachtenjankerl

Re: Ohne Glanz (er) am See

Sehr geehrter Zaunspecht,

ich kann Ihnen versichern, dass wir für alle Parkplätze gemäß der Sitzplatzanzahl die Gebühr an die Gemeinde abgeführt haben. Leider dürfen wir diese nicht kennzeichnen. Bei der Ortseinfahrt gibt es aber einen Schotterparkplatz der groß genug ist, um ein erhöhtes Aufkommen an Autos abfedert, auch wenn diese nicht zu unserem Lokal kommen.

Bezüglich Lärm kann ich Sie beruhigen. Unsere Nachbarn sind alle Stammgäste und wir leben sehr gut nebeneinander.

Leider weiß ich nicht welchen Zorn Sie haben aber ich stehe für ein Gespräch gerne bereit. Sie wissen wo Sie mich finden und ich verstecke mich auch nicht hinter einem Synonym.

MfG
Florian Glatzner (mit TZ)

Re: Ohne Glanz (er) am See

hossa, ein grünneidiger zaunspecht!