Festspiele: Das Salzburger Schaulaufen beginnt

19.07.2012 | 18:23 |  von CLAUDIA LAGLER (Die Presse)

Salzburg startet mit der „Ouverture spirituelle“ in den Festspielsommer. Neben der Kunst spielt traditionell das Gesellschaftsleben die Hauptrolle.

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Die Stadt hat sich herausgeputzt, der rote Teppich liegt parat, der Champagner ist eingekühlt, die Menükarten sind vorbereitet: Salzburg ist gerüstet, um sich in den nächsten Wochen wieder ein bisschen als der Nabel der Welt zu fühlen. Mit der „Ouverture spirituelle“ beginnt an diesem Wochenende ein Sommer, der die bisherigen übertrumpfen soll: Noch nie waren die Salzburger Festspiele so lang, noch nie gab es so viele und auch so teure Karten wie heuer.

Und auch das Staraufgebot, das Neointendant Alexander Pereira an die Salzach holt, ist rekordverdächtig: Claudio Abbado, Nicolaus Harnoncourt, Anna Netrebko, Elīna Garanča, Riccardo Muti, José Carreras und viele andere. Große Namen, die das Promenieren vor und nach den Aufführungen im Festspielbezirk noch attraktiver machen sollen. Und die auch die eine oder andere Party der Saison beehren werden.

Für den Society-Höhepunkt der Saison sorgen dieses Mal die Festspiele selbst – wenn auch erst am Ende des Festivals. Der elegante Festspielball soll zum Fixpunkt des Salzburger Partysommers werden. Wer dabei sein will, muss allerdings tief in die Tasche greifen: Für 750 Euro gibt es nicht nur einen Tischplatz, sondern auch ein Galadiner in der Residenz. Die Flanierkarten kosten immerhin 190 Euro. Sacher-Chefin Elisabeth Gürtler stellt ihr Opernball- und Fête-Impériale-Know-how zur Verfügung, Frauen wie Fürstin Manni Sayn-Wittgenstein-Sayn oder Gabriele Inaara Begum Aga Khan machen als „Patronessen“ Werbung für das Salzburger Ballereignis.

Stars in Salzburg: Die Festspiel-Prominenz

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Der traditionelle Auftakt des Festspielsommers ist die noble Gala der International Salzburg Association (ISA) im Schloss Leopoldskron am Vorabend der offiziellen Eröffnung. Zugesagt für die ISA-Gala haben unter anderem der deutsche Verkehrsminister Peter Ramsauer, Wolfgang Porsche, Renate und Theodor Thyssen-Henne und Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler.

Zur eigentlichen Festspieleröffnung am 27.Juli kann Landeshauptfrau Gabi Burgstaller Bundespräsident Heinz Fischer und die halbe Bundesregierung begrüßen. Die Festspielrede hält heuer der Schweizer Germanist Peter von Matt. Am Abend geht nach der Premiere der „Zauberflöte“ die Audi-Night im M32 mit Panoramablick auf die Altstadt über die Bühne.

Ein Hauch von Hollywood liegt am 31.Juli über der Stadt. Die US-Schauspielerinnen Teri Hatcher – bekannt aus „Desperate Housewives“ – und ihre Kollegin Rosario Dawson – sie spielte unter anderem in „Sin City 2“ – kommen auf Einladung von Sponsor Montblanc zur ersten Premiere des Young Director Projects. Sie dürften auch beim traditionellen Premierenempfang in der Villa Kast bei Galerist Thaddaeus Ropac mitfeiern. Unter den Stammgästen der Galerie: Bianca Jagger. Sie wird ebenso wie Thomas Gottschalk oder Fürstin Gloria von Thurn und Taxis jedes Jahr in Salzburg gesehen. Eine lokale Fixgröße ist auch die 93-jährige „Mamarazza“ Manni Sayn-Wittgenstein-Sayn. Auch wenn es das traditionelle sonntägliche Gulaschessen bei ihr nicht mehr gibt, wird die immer noch hochaktive Dame doch den einen oder anderen Prominenten in ihrem Fuschler Landhaus empfangen und bei vielen Events in der Stadt anwesend sein.


Caroline von Monaco, lange Zeit im August für einige Tage Stammgast im Festspielbezirk, war schon länger nicht mehr in Salzburg. Dafür könnte heuer wieder Prinzessin Madeleine aus Schweden der Stadt eine Stippvisite abstatten, gemeinsam mit Freund Chris O'Neill. Ihn verbindet mit den Festspielen vor allem das Engagement seiner Mutter – denn Eva Maria O'Neill ist eine der Organisatorinnen des Amadeus-Weekend: Gemeinsam mit den „American Friends“ der Festspiele organisiert sie Anfang August ein Wochenende für die amerikanischen Festspielfreunde.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.07.2012)

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1 Kommentare
Gast: der kommentar
20.07.2012 13:10
0 0

abnicken und schaulaufen - mehr muss man nicht sagen.


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