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Christian Bale: "Ich wirke wie ein völliger Idiot"

28.07.2012 | 17:18 |  von RÜDIGER STURM (Die Presse)

Das Gespräch mit Bale und der "Presse am Sonntag" fand vor dem Massaker von Aurora statt. Danach sagte der Batman-Darsteller alle Verpflichtungen ab. Er hätte aber wohl die richtigen Worte gefunden.

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Sie sagten doch einmal, dass Sie nie Batman spielen würden...

Christian Bale: Richtig, und deshalb habe ich auch einmal eine schöne Summe verloren. Ein Freund von mir sagte, ich wette um 500 Dollar, dass du eines Tages Batman werden wirst. Und ich entgegnete: „So leicht habe ich noch nie eine Stange Dollar verdient.“

 

Wie kam es dazu, dass Sie die Rolle dann doch übernahmen?

Als ich hörte, dass man mit der ganzen Serie noch einmal von Anfang an beginnen würde. Zumal Batman auch düsterer werden und mehr im Mittelpunkt stehen sollte als der Bösewicht. Nachdem auch Regisseur Christopher Nolan angeheuert wurde, der noch nie so einen Film gemacht hatte, war klar, dass das ein anderer Batman werden sollte. Aber ich hätte die Rolle nie übernommen, wenn ich nicht meine eigenen Vorstellungen exakt hätte umsetzen können.


Dabei waren Sie angeblich nie davon begeistert, Ihr Kostüm zu tragen.

Sagen wir so, im Alltag ziehe ich lieber bequemere Kleidung an. Aber die wirkliche Herausforderung waren die Drehzeiten. Bei einem kleinen Projekt kann ich mich voll hineinstürzen, während ich mir bei den „Batman“-Filmen meine Kräfte genau einteilen musste. Ich hatte vorher noch nie sechs oder sieben Monate am Stück gedreht.


Bei früheren Projekten führte solcher Stress einmal dazu, dass Sie einen Ausraster hatten. Haben Sie sich jetzt besser unter Kontrolle?

Die Stimmung an Filmsets ist sehr intensiv. Jeder ist von dem, was er tut, leidenschaftlich überzeugt, aber vielleicht kann er die andere Person, mit der er zu tun hat, nicht ausstehen. Ich will es nicht unbedingt heraushängen lassen, wie ich mich fühle. Lass uns einander tolerieren und nicht in die Quere kommen. Schließlich ist jeder Film eine Teamleistung, und da musst du dich auf den anderen verlassen, anstatt dich an ihm zu reiben.

Diese Intensität spiegelte sich ja auch in Ihrem Batman wider. Haben Sie eine Vorliebe für solche verbitterte Helden?

Jede Person hat verschiedene Seiten und vielfältige Emotionen. Einige davon kommen zum Vorschein, andere liegen im Verborgenen. Und ich finde es gut, wenn Filme nicht zweidimensional sind, sondern die menschliche Veranlagung reflektieren. Warum sollten wir alles zu einem schlichten Märchen vereinfachen? Es geht nicht darum, dass wir Verbitterung toll finden, sondern darum, dass wir Geschichten wahrhaftiger erzählen.


Wer ist denn für Sie persönlich ein Held?

Das war und wird immer mein Vater sein. Er war ein Teufelskerl, der immer unterhaltsam und nie langweilig war und der daran glaubte, dass man sich seinen eigenen Weg erkämpfen muss. Seinetwegen hatte ich eine sehr interessante Kindheit. Nur ein Beispiel: Er nahm mich auf meine erste Greenpeace-Demonstration mit. Und so war er für mich eine absolute Inspiration.

Sie haben aber auch selbst das Zeug zum Helden. Ende letzten Jahres legten Sie sich mit chinesischen Sicherheitskräften an, als Sie einen Bürgerrechtler in der Volksrepublik besuchen wollten.

Das war ein persönliches Interesse. Deshalb mag ich auch Filme, in denen ein Individuum gegen stärkere Mächte aufbegehrt. Zu diesem Vorfall kam es, als ich während der Premiere zu meinem Film „Flowers of War“ in China war. Aber aus Respekt vor meinen Filmemacherkollegen möchte ich mich nicht weiter dazu äußern.

Sie unterstützen darüber hinaus auch Organisationen wie Greenpeace. Wie wichtig ist Ihnen das im Vergleich zu Ihrer Karriere?

Ich bin kein selbstgerechter Prediger. Leute wie Paul Watson, der mit seiner Organisation Sea Shepherds gegen Walfangschiffe vorgeht, verletzen internationale Gesetze. Sie erreichen wirklich etwas. Ich dagegen mache im Vergleich dazu überhaupt nichts.

Bedeutet es Ihnen nichts, ein Star zu sein?

Nein, weil ich mich nicht als solcher empfinde. Leider erwarten die Leute, dass ich für sie attraktiv bin, dass ich mich anbiedere. Und dafür habe ich nicht die Energie. Ich will nicht in der Öffentlichkeit stehen. Schon allein, weil ich eher ein Einzelgänger bin. Wenn ich zu einer Premiere erscheinen muss, dann wirke ich wie ein völliger Idiot. Mit einem dummen Grinsen wandere ich über den roten Teppich. Und ich kann das nur mit einem gewissen Sinn für Humor überstehen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.07.2012)

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1 Kommentare
Gast: Karl Huber
29.07.2012 10:54
5 0

So kann eine Überschrift den Text verzerren..

Ich mag den Welsh..
Die in Hollywood bringen eh nur noch halbwegs gscheite Filme daher wenn sie europäische Schauspieler einsetzen. Die haben wenigstens deren Handwerk gelernt...