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Salzburg in Hollywood? „Die Stars spitzen ihre Ohren“

15.08.2012 | 18:22 |  von Claudia Lagler (Die Presse)

Sie liebt Ausfahrten mit ihrer Harley, moderne Kunst und Salzburg: Ingrid Roosen-Trinks ist eine der wichtigsten Gastgeberinnen der Stadt.

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Jerry Hall, Jacqueline Bisset, Dita Von Teese, „Desperate Housewife“ Teri Hatcher, „Batman“ Val Kilmer oder Bond-Girl Eva Green: Wenn in Salzburg während der Festspielzeit etwas Hollywood-Glamour Einzug hält, dann steckt meist eine Frau dahinter: Ingrid Roosen-Trinks lädt seit elf Jahren für die Montblanc Kulturstiftung Leute mit großen Namen an die Salzach. Die gebürtige Hamburgerin sorgt für Abwechslung im Promi-Reigen des Festivalsommers.

Wer nach Salzburg eingeladen wird, ergibt sich meist durch lockeres Plaudern in Los Angeles, erzählt Roosen-Trinks im Gespräch mit der „Presse“. Am Vorabend der Oscar-Verleihung bittet Montblanc alljährlich Promis und Freunde der Marke zu einem Event, um ein Charity-Projekt vorzustellen. Man sieht sich, ist mit den Hollywood-Stars und bekannten Künstlern auf Du und Du, tratscht über alles Mögliche. „Wenn ich da von unserem Theaterprojekt in Salzburg erzähle, spitzen die Stars ihre Ohren“, plaudert die Hamburger Managerin aus der Schule.

Salzburg, innovatives Theater und die Festspiele: Das ist eine unwiderstehliche Kombination, die selbst Hollywood-Größen schwach werden lässt. „Viele Filmstars kommen aus dem Schauspiel. Sie interessieren sich für junges, unkonventionelles Theater, wie es beim Young Directors Project gezeigt wird“, erzählt Roosen-Trinks. Wer dann letztendlich nach Salzburg eingeladen wird, ist weniger eine Frage des Namedroppings als des jeweiligen Terminkalenders.

Musik, Theater, bildende Kunst: Das ist die Welt, in der sich Roosen-Trinks, die aus altem Hamburger Bürgertum stammt, wohlfühlt. Schon als Kind wurde sie in die Oper mitgenommen, ihr Vater hörte Klassik und Jazz, spielte Schlagzeug. Von ihrem ersten selbst verdienten Geld kaufte sie sich Kunst. Eine Leidenschaft, die sie bis heute nicht loslässt und die sie mit ihrem Mann teilt. „Ich bin keine Sammlerin, sondern ich kaufe aus dem Bauch heraus, was mir gefällt“, erzählt Roosen-Trinks. Junge, unbekannte Künstler sind ebenso dabei wie etablierte. Eine andere Leidenschaft: Sie liebt es, mit ihrer alten Harley unterwegs zu sein: „Auch das ist eine Form von Lebensart.“

Das Unkonventionelle, Überraschende war es auch, das die Managerin begeisterte, als sie Jürgen Flimm vor zwölf Jahren anrief und ihr von der Idee erzählte, junge, noch unbekannte Regisseure bei den Salzburger Festspielen zu zeigen. Flimm war damals gerade zum Schauspielchef in Salzburg ernannt worden und suchte einen Sponsor für seine Idee.

Salzburg ist für die Hamburgerin ein Sehnsuchtsort. „Das ganze Flair, es ist ein so herzlicher Ort, wo sich alle wohlfühlen“, sagt sie und fügt hinzu: „Ich liebe Österreich. Es ist aber gut, dass ich nicht hier lebe, sonst würde ich ein paar Kleidergrößen mehr brauchen.“

Wie viel es für junge Theatermacher bedeutet, die Chance zu bekommen, ihre Arbeit vor internationalem Publikum in Salzburg zu präsentieren, ist Roosen-Trinks heuer bei der Premiere von „Trapped“ der Südafrikanerin Princess Zinzi Mhlongo bewusst geworden. „You should have seen the tears in our eyes“, hat die Theatermacherin geschrieben, als sie von ihrer Einladung nach Salzburg erfuhr. „Es macht froh, dass man so etwas ermöglichen kann“, sagt Roosen-Trinks. Und da ist es für sie dann auch gar nicht so wichtig, ob die Kritiker gut oder schlecht über ein Stück schreiben.

Zur Verleihung des YDP-Awards – unter den präsentierten Produktionen wählt eine Jury alljährlich einen Sieger – am 21. August wird Roosen-Trinks heuer noch einmal nach Salzburg kommen. Hollywood-Star wird sie keinen mitbringen. „Bei der Preisverleihung sollen die Regisseure im Mittelpunkt stehen“, sagt sie. Aber für nächstes Jahr hat sie schon wieder einige Namen im Hinterkopf. Ed Harris würde gern kommen, auch Oscar-Preisträger Kevin Spacey gehört zu den Salzburg-Kandidaten.

Auf einen Blick

Ingrid Roosen-Trinks wurde in Hamburg geboren und steht der Stiftung von Festspielsponsor Montblanc vor. In dieser Funktion reifte sie in den vergangenen Jahren zu einer der prestigeträchtigsten Gastgeberinnen der Festspiele heran. Auf ihrer Gästeliste standen bereits Namen wie Jerry Hall, Jacqueline Bisset, Teri Hatcher und Val Kilmer. Für die nächsten Jahre gibt es auch schon Pläne. Ganz oben auf ihrer Wunschliste steht Oscar-Gewinner Kevin Spacey.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.08.2012)

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