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Seitensprungspektakel: Foster hat Mitleid mit "Bella"

16.08.2012 | 18:23 |  von Teresa Schaur-Wünsch (Die Presse)

Nach ihrem angeblichen Seitensprung drohen Kristen Stewart gar berufliche Konsequenzen. Nun eilte ihr Jodie Foster, selbst als Schauspielerin im Licht der Öffentlichkeit, zu Hilfe.

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Fünf Monate verbrachte Jodie Foster mit Kristen Stewart in einer kleinen Kammer kauernd. Sie redeten, lachten. „Ich liebte dieses Kind“, erinnert sich Foster. Das war 2001, die beiden drehten den Film „Panic Room“. In die Zeit fiel Stewarts elfter Geburtstag. Foster organisierte eine Mariachi-Band, die Techniker spielten mit der Elfjährigen Basketball, Foster und Stewarts Mutter beobachteten sie. „Sie will doch nicht Schauspielerin werden, wenn sie groß ist?“, fragte Foster. „Doch“, antwortete Stewarts Mutter. „Leider.“

Jodie Foster, selbst als Schauspielerin im Licht der Öffentlichkeit, seit sie drei ist, schildert diese Szene in einem Kommentar, der im US-Nachrichtenportal „The Daily Beast“ erschien. Es klingt, als hätte sie gewusst, mit welcher Wucht die Nebenwirkungen der Popularität die junge Schauspielerin dereinst treffen würde. Dabei lassen sich die Erfahrungen des einstigen „Taxi Driver“-Stars offenbar gar nicht mit jenen der schönen Bella der „Twilight“-Saga vergleichen. „Wenn ich heute eine junge Schauspielerin wäre“, glaubt Foster, „würde ich aufhören, bevor ich angefangen habe. Ich glaube nicht, dass ich es emotional überleben könnte.“


Anlass für Fosters Showbiz-Attacke ist der anhaltende Wirbel um Kristen Stewarts privaten Fehltritt, der Ende Juli bekannt geworden war. Es ist die Ironie dieser Geschichte, dass es die öffentliche Entschuldigung bei ihrem Freund Robert Pattinson war, die die Beziehung ihrerseits überhaupt erstmals offiziell bestätigte. Jahrelang hatte sich das Traumpaar der Vampirsaga, das Millionen Teenager weltweit zum Träumen und Ausrasten brachte, in Schweigen über seinen realen Beziehungsstatus gehüllt, stets hatte Stewart ihr Privatleben zu schützen versucht. Warum sie sich weigere, über ihr Privatleben zu sprechen, hatte sie im Vorjahr dem Magazin „GQ“ erklärt. „Weil ich egoistisch bin. Weil ich finde, dass es meines ist.“ Das sei „ein lustiges kleines Spiel – auf dünnem Eis“.

Nun ist Stewart eingebrochen. Am selben Tag, an dem die inkriminierenden Paparazzifotos, die die 22-Jährige auf einem Parkplatz knutschend mit ihrem „Schneewittchen“-Regisseur Rupert Sanders zeigen, veröffentlicht wurden, legte sie nicht nur vor ihrem Freund, sondern auch vor dem Rest der Welt postwendend Rechenschaft ab. „Diese flüchtige Indiskretion hat die wichtigste Sache in meinem Lebens aufs Spiel gesetzt, die Person, die ich am meisten liebe und respektiere, Rob. Ich liebe ihn, ich liebe ihn, es tut mir so leid.“

Eine Geschichte, wie sie täglich auf der ganzen Welt passiert. Allein, das und die Liebesbriefe, die sie seither indiskretem Umfeld zufolge schreibt, haben ihr nicht nur den ausgezogenen Robert Pattinson nicht zurückgebracht, sondern ihr auch die Missgunst von Teilen des Publikums eingetragen, für das es wenig Unterschied macht, ob es in der Vampirsaga oder im Privatleben der Schauspieler mitfiebert.

Und weil eine (wie weit auch immer) fremdgehende junge Frau nicht ungestraft davonkommt, droht ihr nun auch in Sachen Karriere Ungemach. Wie der „Hollywood Reporter“ berichtet, soll die Produktionsfirma Universal Pläne für ein „Schneewittchen“-Sequel fürs Erste fallen gelassen haben, und stattdessen einen Spin-off ohne sie vorziehen. Erklärung gibt es bis dato zwar keine, für ungewöhnlich hält das Blatt die Entscheidung allemal.

Man erhebe schöne junge Menschen zu Göttern, kommentiert Foster das Treiben. Nur um sie wieder auf die Erde zurückzuholen, um festzustellen: Schau, sie sind wie wir. Und denken dabei selten an das, was dabei kaputt geht. Sie selbst habe sich an den „Gladiatorensport“ der Celebrity-Kultur neurotisch angepasst, „an die Grausamkeit, ein lebendes Ziel zu sein“.

Damals, beim Dreh zu „Panic Room“, habe sie Stewarts Mutter übrigens vorgeschlagen, dem Mädchen die Schauspielerei auszureden. Sie habe es versucht, entgegnete die. Aber, wie das so ist: „Sie liebt es einfach.“

Auf einen Blick

Kristen Stewart (22) wurde als Bella, die sich in den Vampir Edward verliebt, mit der Verfilmung der „Twilight“-Romane weltberühmt. Mit ihrem Filmpartner Robert Pattinson wurde sie auch privat ein Paar. Ende Juli wurde ein Seitensprung mit dem Regisseur Rupert Sanders bekannt. Seither versucht sie, Pattinson zurückzugewinnen. Der tauchte diese Woche erstmals aus der Versenkung auf, um den Film „Cosmopolis“ zu bewerben (bei uns seit Juli im Kino), kommentierte sein Liebesleben aber nicht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.08.2012)

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