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Brooklyn Decker: "Ich werde ekelhaft aussehen"

18.08.2012 | 17:57 |  von Rüdiger Sturm (Die Presse)

Exmodel Brooklyn Decker startet eine Filmkarriere in Hollywood. Jetzt in einer Schwangerschaftskomödie. Männer ruft sie dazu auf, mutig zu sein. Ein "Presse"-Interview.

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Brooklyn Decker war Covergirl der legendären „Sports Illustrated“, hat einen Tennisprofi geheiratet, bietet eindeutige Kurven wie trainiertes Aussehen.

Dabei wirkt sie weder gekünstelt noch übermäßig gestylt. So gesehen ist sie gut gerüstet für die Hollywoodkarriere, die die 25-Jährige inzwischen eingeschlagen hat. Nachdem sie imScience-Fiction-Spektakel „Battleship“ mit außerirdischen Besuchern zu tun hatte, ist sie nun in der Schwangerschaftskomödie „Was passiert, wenn's passiert ist“ zu sehen.

Ist die Schauspielerei der unvermeidliche Karriereschritt für ein Model?

Brooklyn Decker: In der Kleinstadt in North Carolina, in der ich aufwuchs, dachte nie jemand an eine Filmkarriere. Als ich mit dem Modeln anfing, tat es mir leid, dass ich keine Uni-Ausbildung mehr absolvierte. Geistig wirst du dabei nicht unbedingt gefordert. Um zumindest irgendetwas zu studieren, begann ich Schauspielstunden zu nehmen.

 

Wie leicht fällt Ihnen der Übergang?

Inzwischen habe ich drei Filme gedreht, aber ich habe immer noch eine Heidenangst. In diesem frühen Karrierestadium mache ich zwangsläufig noch viele Fehler. Ich hoffe, dass ich in der Branche weiter arbeiten kann, aber ich will garantiert nicht in der Rolle des „hübschen Gesichts“ besetzt werden.

 

Andererseits gibt es an Ihrem guten Aussehen nichts zu deuteln. Sind Sie selbst immer damit zufrieden?

Definitiv nicht. Ich bin eine Frau, und da können dich Kleinigkeiten schon außer Fassung bringen. Wir werden ja heutzutage von der Gesellschaft auf so etwas hingetrimmt.

Für ein Model dürfte so ein Lernprozess noch schwieriger sein. Laut Ihrem Wikipedia-Eintrag hatten Sie sogar Essstörungen.

Als ich in New York für Modeschauen vorsprach, schlug mir jemand vor, ich sollte eine Fastenkur mit Säften machen. Denn ich bin sportlich gebaut, entspreche nicht dem Typ des kindlichen Models. Also fing ich mit dieser Kur an. Mein Vater meinte: „Du bist eines dieser lächelnden Sportlermädchen, das den ganzen Tag am Strand verbracht hat. Versuch, du selbst zu sein.“ Ich hörte mit dem bescheuerten Saftfasten auf und begann, zu trainieren wie ein Athlet, weil das meinem Körper entspricht. Gerade weil ich nicht versuchte, in eine Schublade zu passen, begannen Leute positiv zu reagieren.

 

Worin besteht für Sie eigentlich Schönheit?

Ich habe viele schöne Menschen gesehen, die im Grunde hässlich sind. Und umgekehrt. Ich weiß, das hört sich wie ein Klischee an, aber Schönheit hängt ausschließlich von der Persönlichkeit ab. Ich bin 25, und in zwei Jahren bin ich wahrscheinlich schon zu alt für Hollywood. Alles bei mir wird einfach nur eklig sein. Da muss ich auch sonst noch etwas bieten können.

 

Sie waren Gastjurorin bei „Germany's Next Topmodel“. Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie diese Mädchen sahen, die auf Teufel komm raus Model werden wollten?

Mir macht Sorgen, wenn ein Mädchen nirgendwo sonst Erfüllung findet. Du brauchst einen Back-up-Plan, allein weil die Wahrscheinlichkeit, dass du als Model Erfolg hast, sehr gering ist.

Sie rekelten sich im Bikini auf den Titelseiten von Magazinen wie „Sports Illustrated“. Wie reagierten Ihre Eltern darauf?

Beide waren stolz. Aber mein Vater wollte unter keinen Umständen, dass seine Freunde die Fotos zu Gesicht bekamen.

 

Solche Fotos dürften allerdings den Vorteil haben, dass Sie sich um Männerbekanntschaften nie Sorgen machen mussten.

Meistens wagten Jungs es gar nicht, mich anzusprechen. Vielleicht lag das daran, dass ich recht groß bin. Männer dürfen keine Angst haben. Wenn jemand für eine Frau etwas Mutiges tut, dann ist das unglaublich attraktiv.

 

Was hat Ihr Ehemann Andy Roddick, die ehemalige Nummer eins der Tennisweltrangliste, getan, um Sie zu beeindrucken?

Sein erster Zug war ziemlich übel. Er hatte mich in einer Online-Football-Show gesehen, und beauftragte seinen Rechtsanwalt, meinen Manager anzurufen und ihn nach meiner Telefonnummer zu fragen. Einfach geschmacklos und schräg. Ich habe ihn fünf Monate nicht zurückgerufen. Er gab nicht auf. Irgendwann war ich dann doch neugierig. Und mein Manager meinte: „Tu's doch. Warum nicht?“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.08.2012)

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