Gerade einmal drei Wochen nach ihrem großen Vorbild Madonna kam am Freitag auch die amerikanische Popdiva Lady Gaga nach Wien. Und genauso wie Madonna stieg Frau Gaga, die eigentlich Stefani Joanne Angelina Germanotta heißt, im Hotel Imperial ab. Für dieses Mal war's das aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten.
Das Konzert Samstagnacht fand nämlich nicht im akustisch fragwürdigen Happel-Stadion, sondern in der Wiener Stadthalle statt. Und auch für die Fans nahm sich die 26-Jährige deutlich mehr Zeit als die inzwischen in die Jahre gekommene Queen of Pop.
Ein Winker hier, eine improvisierte Autogrammstunde dort: Schon Freitagabend gab es an der Ringstraße Gaga zum Angreifen. Den etwas eingeschüchtert wirkenden Schoßhund-Pudel „Fozzi“ inklusive.
Wer vom Anstehen noch nicht genug hatte, trat bereits Samstagmorgen um Punkt acht Uhr vor der Stadthalle an. Fans, die nach Ansicht des Managements der schrillen Diva „dressed to ball“ waren, bekamen Zutrittsarmbänder für einen exklusiven Bereich bei der Bühne („Monster Pit“).
Gaga selbst bezeichnet die Show ihrer „The Born This Way Ball“-Tour als eine Electro-Metal-Pop-Oper in fünf Akten.
Die aufwendig gestaltete Tour ist genauso gefeiert wie umstritten. Die zwei Konzerte im Londoner Twickenham-Stadion (Kapazität bei Fußballspielen: 82.000 Plätze) war innerhalb von 60 Sekunden ausverkauft. In Indonesien hingegen wurde das Konzert nach Gewaltdrohungen von Islamisten wegen des vermeintlichen Teufelswerks abgesagt.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.08.2012)
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