Beim Filmfestival in Toronto stellte Johnny Depp kürzlich Amy Bergs neuen Film "West Memphis" vor. Der Hollywood-Star und der jahrelang inhaftierte Damien Echols, um den sich die Dokumentation dreht, haben ihre neue Freundschaft im Rahmen dessen mit einer gemeinsamen Tätowierung bekräftigt. Nach einer Feier seien die zwei in einem Tattoo-Studio gelandet.
Justizirrtum in der "Heavy Metal"-Szene
Der Film "West Memphis" dokumentiert den spektakulären Rechtsfall eines dreifachen Kindermordes. Die Damien Damien Echols und dessen Freunde Baldwin und Misskelley zur Last gelegten Verbrechen hatten 1993 US-weit besondere Abscheu ausgelöst. Die Ermordeten waren drei achtjährige Buben, sie waren nackt, an Händen und Füßen zusammengebunden und teilweise verstümmelt tot in einem Wassergraben in West Memphis (Arkansas) aufgefunden worden. Den Medienberichten zufolge kamen rasch Gerüchte auf, dass die Kinder Opfer satanischer Rituale geworden seien. Echols, Baldwin und Misskelley seien damals Anhänger der "Heavy Metal"-Szene gewesen, die sich schwarz gekleidet hätten und gerieten schnell in den Kreis der Verdächtigen.
Echols erhielt die Todesstrafe
Der vermeintliche Durchbruch für die Polizei kam nach Schilderung der Medien, als der damals 17-jährige Misskelley überraschend gestand und Echols sowie Baldwin belastete. Die Verteidigung machten später geltend, dass die Strafverfolger gezielt Druck auf den Burschen ausgeübt und sich seinen niedrigen Intelligenzquotienten zunutze gemacht hätten. Misskelley habe dann aber rasch sein Geständnis widerrufen. Dennoch wurden die drei im Mordprozess 1994 schuldig gesprochen, Echols erhielt die Todesstrafe, die beiden anderen lebenslange Haft.
"Alford-Eingeständnis"
Frei kamen sie mit Hilfe eines seltenen legalen Manövers, das "Alford-Eingeständnis" genannt wird. Demnach erklärt sich ein Angeklagter formell schuldig, bleibt aber zugleich bei seiner Unschuldsbeteuerung. Im Gegenzug dazu wurden die drei Männer zu gut 18 Jahren Gefängnis verurteilt, genau die Haftzeit, die sie bereits verbüßt haben. Wie sie auf ihrer ersten Pressekonferenz in der Freiheit sagten, wollen sie jetzt weiter daran arbeiten, ihre Unschuld nachzuweisen. Prominente wie der Schauspieler Johnny Depp und Eddie Vedder von der Gruppe "Pearl Jam" unterstützen sie dabei.
(APA)





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