Wie ticken Österreichs Wirtschaftsanwälte? Wer sind die Menschen hinter den großen (Marken-)Namen der Kanzleien? Und vor allem: Wie gut arbeiten sie wirklich? Als erste Zeitung Österreichs hat „Die Presse“ in redaktioneller Unabhängigkeit eine kritische, geradezu intime Analyse namhafter Branchenvertreter vorgenommen. Das Resultat liegt ab sofort in Buchform vor.
Zudem wurden außergewöhnliche Leistungen all jener Wirtschaftskanzleien, die sich für das im Buch abgedruckte Verzeichnis gemeldet hatten, mit dem von der „Presse“ neu geschaffenen Preis „Advocatus“ geehrt. Klar: All das musste natürlich gefeiert werden. Am Mittwochabend im Dachgeschoß des Justizpalastes. Zu den zahlreich erschienenen Vertretern etlicher namhafter Kanzleien gesellte sich der Schriftsteller Michael Köhlmeier. Der Literat ist auch im nun präsentierten Buch, dem „Handbuch Wirtschaftsanwälte“, vertreten. Dort findet sich sein Gastbeitrag über den denkwürdigen Unterschied zwischen Recht und Gerechtigkeit. Doch nicht nur diese beiden Elemente sind es, die anwaltliches Wirken in ein gewisses Spannungsfeld setzen. „Presse“-Geschäftsführer Michael Tillian, früher selbst als Anwalt tätig, hob in seiner Ansprache hervor: „Der moderne Anwalt ist längst auch Unternehmer geworden – und gefragter Berater der gesamten Wirtschaft.“ Das „Handbuch Wirtschaftsanwälte“ weise die „Presse“ als „Partner und Plattform für Rechtsdienstleister“ aus.
Rainer Nowak machte als „Presse“-Chefredakteur darauf aufmerksam, dass das „Advocatus“-Projekt und damit die analytische Durchdringung einer Branche erst am Anfang stehe. Insofern sei es nur konsequent, wenn dem nun verliehenen „Advocatus'12“ im kommenden Jahr der „Advocatus'13“ folge. In insgesamt 13 Kategorien wie etwa „Arbeitsrecht“, „Banken, Kapitalmarkt und Versicherungen“, „Kartellrecht“ oder „Steuer- und Finanzstrafrecht“ wurden also unter der Regie von TV-Moderatorin Manuela Raidl jene Kanzleien mit dem „Advocatus“ ausgezeichnet, die nach der – zugegeben subjektiven – Bewertung der „Presse“ zuletzt besonders hohe Qualität geboten hatten. Sei es im rein fachlichen Bereich, sei es in Sachen Beratung oder Kundenorientierung.
Warum nun etwa „CMS Reich-Rohrwig Hainz Rechtsanwälte“ den Preis in der Kategorie „Arbeitsrecht“, weshalb wiederum „Schönherr Rechtsanwälte“ einen „Advocatus“ im Sektor „Öffentliches Wirtschaftsrecht“ in Empfang nehmen durften – oder wieso gerade „Freshfields Bruckhaus Deringer“ im „Steuerrecht“ die Nase vorn hatte, erklärten die Juroren selbst. So standen bei der Zeremonie, die (zum Schmunzeln mancher Beobachter) ganz „Oscar-mäßig“ von einer Fanfare begleitet wurde, die „Presse“-Redakteurinnen Judith Hecht und Christine Kary auf der Bühne. Gemeinsam mit Benedikt Kommenda, dem Leiter des „Presse“-„Rechtspanoramas“. Und in einer Art Sonderwertung (Kategorie Newcomer) wurde die junge Anwältin Katharina Körber-Risak geehrt.
Da eine Gala mehr braucht als das Übergeben von „Trophäen“, musizierte Jazz- und Blues-Legende James Thompson aus Cleveland, Ohio, mit Band – während sich das an diesem Abend exzessiv rechtskundige Publikum Schmankerln wie Lachsfilet auf Asiagemüse schmecken ließ.Weitere Details aus dem Buch lesen Sie am Montag im „Rechtspanorama“.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.09.2012)

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