Wenn die Jugendlichen schon die Möglichkeit haben, gegen die Kampfmannschaft der Austria Wien zu kicken, dürfte es ihnen wirklich herzlich egal sein, ob sich ihr Team aus Christen, Juden und Muslimen zusammensetzt. Das sagt auch Michael Galibov, einer der Gründer des „Trialog – Institut für interkulturelle und interreligiöse Begegnung“. Trotzdem wird beim Match die Religion zur Sprache kommen. Auch die Tatsache, dass in Wien kürzlich ein Rabbiner antisemitisch beschimpft wurde, oder das Anti-Islam-Video, das im Internet kursiert und auch die Ermordung von Christen in einigen Ländern.
Bereits zum fünften Mal findet am 10. Oktober (Generali-Arena) der Trialog-Champions-Cup gegen Rassismus, religiöse Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit statt. Das Trialog-Team besteht aus christlichen, jüdischen und muslimischen Hobbyfußballern – sie werden aber auch von ein paar altgedienten Austrianern unterstützt. Zum Match werden Fuat Sanaç (Präsident Islamische Glaubensgemeinschaft), Oskar Deutsch (Israelitische Kultusgemeinde) und Stephan Turnovszky (Weihbischof) vorbeischauen. Auch ein Novum, dass gleich drei hochrangige Vertreter der Religionen ihre Unterstützung angekündigt hätten, sagt Galibov.
Nicht neu hingegen ist die Unterstützung der Wiener Austria: Sie stellt Spieler, Platz und „die ganze Administration“ zur Verfügung, wie Galibov erzählt. Bei der Veranstaltung werden übrigens auch Essiggurken verteilt, frei nach dem Motto: „Gurkerl essen statt Gurkerl schieben.“ Wahrscheinlich eine umständliche Version der Aussage: „Zeig Respekt“. Auf dem Plakat, das Mark Hinckley von „The Gentleman Creatives“ für die Veranstaltung gebastelt hat, stehen aber beide Sätze.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.10.2012)
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