Blaue Spaghetti und Kalbsleber in Goldfolie würden heute keinen Gast mehr wundern, wurden aber schon vor ein paar Jahrzehnten serviert, von der Fotografin Lee Miller, die ihren Gästen gern mit surrealistischer Kochkunst imponierte. Legendäre Gastgeberinnen wie sie versammelt nun ein Buch. Weiters dabei: Jackie Kennedy, Frida Kahlo, Gertrude Stein. Interessante und glamouröse Gäste, etwa Marilyn Monroe, waren und sind immer wichtig, sicher, sehr viel hängt aber von jenen ab, die einladen, ist die Quintessenz. Was heute vielfach von Agenturen organisiert wird, wurde damals von mitunter skurrilen Partydiven erledigt. Die New Yorker Innenarchitektin Elsie de Wolfe etwa lud in das Palais Trianon in Versailles, schrieb ein eigenes Kochbuch und gab darin ihr Geheimnis für eine gelungene Party preis: mehr Männer als Frauen, kalte Getränke und französische Küche! Ob das heute noch gilt?
Verköstigung als Nebensache. In Berta Zuckerkandls Wiener Salon in einer Döblinger Villa ließen sich um die vorige Jahrhundertwende Politiker, Schriftsteller und Künstler empfangen, die Verköstigung war da oft Nebensache. Die vielleicht legendärste aller Gastgeberinnen hielt die High Society mit ihren Partys über fünfzig Jahre lang in Atem: Elsa Maxwell organisierte rund 2000 Partys und richtete über 8000 Abendessen aus. Was sie und andere Gastgeberinnen auszeichnete: der unbedingte Wille, sich selbst zu amüsieren. Innenarchitektin Dorothy Draper formulierte es so: „Lass dir nicht einreden, dass du, nur weil du verheiratet bist oder über vierzig bist oder dein Mann Sorgen im Beruf hat, keinen Spaß haben darfst. Glücklicherweise sind die Zeiten vorbei, in denen die Gastgeberin sich als Märtyrerin zu erweisen hatte und den langweiligsten Mann aus ihrer Gästeschar zu ihrem Tischherrn machen musste. Heute pickt sie sich einfach den attraktivsten und interessantesten Herrn im Raum.“





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