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Ben Becker besingt "Den See"

07.10.2012 | 18:15 |   (Die Presse)

In seinem Liedprogramm "Den See" singt Schauspieler Ben Becker Ambros und Cohen in selbst übersetzter Version im Wiener Konzerthaus.

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Wien/Tes. Lange Zeit wollte er ja lieber für sich behalten, um welches Gewässer es geht. Aber seit seine Hochzeit am Salzburger Goldegger See Anfang September nicht unbemerkt blieb, kann man sich denken – und bekommt es mittlerweile auch bestätigt – wohin Ben Beckers Gedanken schweifen, wenn er „Den See“ besingt. Hier schwimmt er sommers, sitzt auf dem Steg, kommt winters zum Langlaufen. Genau hier entstand übrigens auch die Idee zum gleichnamigen Liedprogramm, mit dem Salzburgs Nicht-mehr-Tod durch die Lande zieht – Montagabend macht er im Wiener Konzerthaus Station.

Es war also in Sepp Schellhorns Hotel Seehof, für den Becker ein Faible hat, in einer langen Silvesternacht, dass man aufs Singen kam. Irgendwie kam auch Wolferl Ambros ins Spiel, dessen Lieder nun in einer Beckerschen Übersetzung zu hören sein werden. „Heit drah i mi ham“ zum Beispiel. Wobei der Deutsche, der seine Kindheitsurlaube offenbar nicht an der oberen Adria verbracht, mit „Jesolo“ wenig anfangen konnte. „Ich wusste nicht, was das ist“, sagt er. Und „übersetzte“ dementsprechend frei. „Eine ganz persönliche Vergnügungsreise in die Abgründe des Weltschmerzes“ nannte die „Welt“ das Ergebnis beim Auftakt im Mai im Hamburger St. Pauli Theater.

Er habe sich, nach seinem Programm über die Bibel, wieder musikalisch äußern wollen, erklärt Becker. „Im dunklen Anzug auf der Bühne stehen, Zigaretten rauchen und traurige Lieder singen.“ Habe dafür zurückgeschaut auf die Themen, die ihn zuletzt beschäftigt haben. Und sei dabei auf Menschen wie Johnny Cash, Nick Cave oder Leonard Cohen gekommen, „die mir in den letzten Jahren viel mit auf den Weg gegeben haben.“ Freilich sind sie gleichzeitig quasi nur eine Art Platzhalter. Denn Becker will selber Lieder schreiben. Wie weit er damit schon gekommen ist, wird sich heute Abend im Konzerthaus zeigen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.10.2012)

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1 Kommentare
Gast: sharonstoned1
09.10.2012 18:10
0 0

"das konzert fühlte sich an "wie ein schlechter tag

im proberaum", zitat meines sitznachbarn. dem kann ich einiges abgewinnen!