Die Autogrammstunde von Arnold Schwarzenegger bei der Frankfurter Buchmesse hat am Mittwoch wegen des zu starken Andrangs abgebrochen werden müssen. Die Sicherheitskräfte der Messe hätten ansonsten die Halle mit dem Stand seines Verlags absperren müssen. Dafür empfing der ehemalige Governeur von Kalifornien am Abend noch Journalisten im Nobelhotel um die Ecke. Dort wollte er keinen Kandidaten für die US-Präsidentschaftswahlen favorisieren: "Ich schaue mir zuerst einmal die ausstehenden Debatten zwischen den beiden an."
Über zu wenig Ansturm konnte sich die Steirische Eiche bei der Buchmesse nicht beklagen. Hunderte von als eigentlich bieder verschrienen Leseratten hatten sich um Autogramme angestellt und wollten eine Signatur des Schauspielers in ihrem Buch haben. Beim anschließenden Empfang stellte dich der "Governator" auch unangenehmen Fragen. Er habe etwa in seiner Autobiografie sehr wohl einen Teil seiner Affäre mit der Haushälterin und dem daraus resultierenden Bruch seiner Ehe gewidmend, weil "man die ganze Geschichte schreiben sollte" und fügte hinzu: "Wenn ich es nicht gemacht hätten, hättet ihr mich gefragt, warum ich es weggelassen habe."
Zudem meinte der Ex-Gouverneur von Kalifornien, dass er die berechtigten Fragen der Bevölkerung beantworten wollte. Selbst im Falle, dass jemand Schlechtes oder Unwahres über ihn schreiben sollte, sei er "stark genug" damit umzugehen. Auch als der ehemalige US-Präsident Bill Clinton wegen seiner Affäre mit der Praktikantin ins Kreuzfeuer geraten war, habe er das als "unfair" empfunden, weil er "viel Gutes" getan habe.
Einen Vorteil aus ehemaliger Schauspieler habe er in der Politik deswegen gehabt, weil er bei der Schauspielerei eingetrichtert bekommen habe, nicht zu schauspielern, sondern er selbst zu sein: "In der Politik verstehst du dann, den Leuten in die Augen zu sehen." Für die bevorstehende US-Präsidentschaftwahlen wollte der 65-Jährige keine Empfehlung für Barack Obama oder Mitt Romney abgeben. Es sei auch "unmöglich" momentan einen Tipp abzugeben. Er wolle sich erst die TV-Debatten der beiden ansehen. Enttäuscht, dass er in den USA nicht als Kandidat für die Präsidentschaft antreten darf, sei er schon, betonte aber: "Amerika hat mir alles gegeben: Ich wurde Weltklasse-Bodybuilder, Hollywood-Star und Gouverneur."
(APA)
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