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Abschied von "Presse"-Chefs: "Es war eine gute Zeit"

19.10.2012 | 18:29 |   (Die Presse)

Die Styria Gruppe bedankte sich beim ehemaligen "Presse"-Chefredakteur Michael Fleischhacker und ihrem Geschäftsführer Reinhold Gmeinbauer.

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Wie feiert man einen Abschied? Kann man einen Abschied überhaupt feiern? Ja, man kann, und ja, natürlich ist es ein wehmütiges Feiern. Aber Abschiede gehören zum Leben und helfen allen Beteiligten, etwas Neues zu beginnen. Würden jetzt Dale Carnegie oder der Dalai-Lama sagen, aber mit Glückstipps und Kalendersprüchen hat es „Die Presse“ nicht so. Das Gleiche gilt zum Glück für Michael Fleischhacker und Reinhold Gmeinbauer, ihren nunmehr ehemaligen Chefredakteur, ihre beiden nunmehr ehemaligen Geschäftsführer.

18 Jahre haben die beiden in Summe für die „Presse“ gearbeitet, 36 Jahre in der Styria, „beide sind ein ganz wesentlicher Teil des Konzerns, manche meinen Ikonen“, sagte am Donnerstagabend Klaus Schweighofer, Vorstand des Styria-Konzerns, der zum Abschiedsfest geladen hatte. Mit allen Mitarbeitern der „Presse“, beim Heurigen, dem Martinsepp in Grinzing, was ganz gut passt für ein wehmütiges Feiern und einen Blick zurück. 1991, mit 22, war Michael Fleischhacker zur Mediengruppe gestoßen, wenig später war er, wie Schweighofer formulierte, „bei der ,Kleinen Zeitung‘ als Andersdenkender stadtbekannt“. Reinhold Gmeinbauer wiederum hatte Mitte der Neunziger „die Wochenzeitungen in einer schier aussichtslosen Position übernommen und in ein paar Jahren an die Spitze geführt“.

2004 trafen die beiden an der Spitze der „Presse“ aufeinander. „Innerhalb von sechs Jahren“, bedankte sich Schweighofer, „ist es ihnen gelungen, die ,Presse‘ eindrucksvoll in die schwarzen Zahlen zu führen.“ Mit Herz und Hirn, Energie und Leidenschaft – in beiden Fällen „gepaart mit Charme, der sich nur unterschiedlich ausdrückt.“ Dass sich die beiden entschieden hätten, nunmehr andere Wege zu gehen, „ist eine Entscheidung, die für uns nicht so leicht hinzunehmen war“, bekannte Schweighofer. „Aber es ist zu akzeptieren und ringt mir Respekt ab. Weil ich weiß, welche große Verbindung sie zur ,Presse‘ haben.“

Vor allem von deren Mitarbeitern verabschiedete sich Reinhold Gmeinbauer bewegt in seiner Rede. Er wurde, genauso wie Fleischhacker nach ihm, mit Standing Ovations bedacht. Nicht zuletzt von den Nachfolgern, Michael Tillian und Rainer Nowak. „Ich weiß, dass ich kein Weltmeister im Zeigen von Zuneigung bin“, sagte Fleischhacker. Aber er habe auf dem gemeinsamen Weg nicht nur viel Spaß gehabt, es sei auch große Zuneigung entstanden. „Danke euch allen für die letzten zehn Jahre. Es war eine ziemlich gute Zeit.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.10.2012)

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9 Kommentare

Die Presse war mit der "verhältnismäßig neutralen" Berichterstattung echt spitzenklasse im Österreichischen Vergleich ...

.... jedoch wenn man sich die, die Dokumentation per Foto und Text anschaut ist bereits ein leichter Wandel bemerkbar.

Hoffentlich bleibt die Presse auch zukünftig eine der unabhängigsten Zeitungen in Österreich.

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Re: Die Presse war mit der "verhältnismäßig neutralen" Berichterstattung echt spitzenklasse im Österreichischen Vergleich ...

Unabhängig ist gut! Lesen sie eigentlich die Printausgabe? Das soll unabhängig sein? Konservativ ist ja ok, aber bitte keine Parteipolitik (Propaganda)

Gast: katholisch konservativ buckeln
20.10.2012 13:06
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"Es war eine gute Zeit"

Man erkennt an der zunehmenden Unterdrückung der freien Lesermeinung, das diese gute Zeit, nun endgültig vorbei zu sein scheint.

Antworten Gast: GrafGudenus, Paris
20.10.2012 14:38
1 1

"Es war eine gute Zeit" - Ausweichmanoever:

Le Figaro, Le Monde

The Telegraph

(NZZ)

Aber wenn man nur Muh kann?

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2012

Mit feingespür für land und politik und paar euros in der tasche sie uns verlassen,die hier die stellung halten und allen erzählen versuchen..

die welt ist gross,die welt ist klein,woanders dürfte es sicherer sein,im ernstfall der lauda bringt sie heim.


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Re: 2012

nun gleichgestellt wir sind als gastkommentatore gleich gestellt recht los beeindruckt und erwarten den nächsten tag so wie den zuvorigen nicht?

Gast: kommentarauswien
20.10.2012 09:03
9 1

schade

fleischhacker wird fehlen.

"Es war eine ziemlich gute Zeit.“

Das werden zahlreiche Leser, die ihr Abo gekündigt haben, anders gesehen haben....

Gast: Pabst W
20.10.2012 06:22
6 0

Abschied von "Presse"-Chefs: "Es war eine gute Zeit"

Ja, es war eine gute Zeit, auch für Kommentarschreiber!

Danke!