Wien/Red. Es wird langsam schwierig, ein prominentes Dach in Wien zu finden, auf dem keine Bienen stationiert sind. Kein Wunder, gilt Stadthonig doch qualitativ dem Honig vom Land zumindest als ebenbürtig – der Abwesenheit von Pestiziden und der Pflanzenvielfalt in den Stadtgärten wegen.
Am Donnerstagabend luden die Imker Heidrun Singer und Friedrich Haselsteiner im Hotel Intercontinental zur Verkostung ihrer Stadthonige von den Dächern verschiedener Wiener Institutionen. 250 Kilogramm haben die beiden heuer aus ihren Stöcken auf Staatsoper, Burgtheater, Secession und Intercontinental geerntet – weit mehr als die durchschnittlichen 20 bis 30 Kilogramm, die normalerweise aus einem Stock kommen: Ein Volk am Intercontinental brachte rekordverdächtige 75 Kilogramm Honig hervor.
Davon, dass die Wiener Innenstadthonige trotz räumlicher Nähe – immerhin suchen Bienen einen Radius von drei Kilometern auf der Suche nach Nektar für die Honigproduktion ab – deutlich unterschiedliche Geschmacksnuancen aufweisen, konnten sich Staatsoperndirektor Dominique Meyer, Niklas Duffek vom Wiener Burgtheater, Peter Sandbichler und Knut Neumayer von der Secession sowie Intercont-Generaldirektor Thomas Legner überzeugen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.10.2012)
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