Ehrenkreuz für Atil Kutoğlu: „Wien ist Futter für meine Seele“

03.12.2012 | 17:32 |  von Teresa Schaur-Wünsch (Die Presse)

Designer Atil Kutoğlu wird am Dienstag mit dem österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet. Und plant einen Flagship-Store in Wien. Die Auszeichnung bedeute ihm wirklich sehr viel.

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Es ist elf Uhr, und Atil Kutoğlu bestellt sich im Demel, seinem Lieblingskaffeehaus, erst einmal Frühstück. „Ich schlafe schon seit ein paar Nächten schlecht. Auch letzte Nacht.“ Der Grund für Kutoğlus Aufregung: Am Dienstag um 13 Uhr wird der Modeschöpfer im Audienzsaal des Kulturministeriums mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet. Für seine Dankesrede hat er schon mit dem österreichischen Botschafter in Ankara telefoniert, um sich Ratschläge zu holen. „Die Auszeichnung“, sagt Kutoğlu, „bedeutet mit wirklich sehr viel.“

Gut 20 Jahre ist es her, dass Atil Kutoğlu, nach dem Besuch der deutschen Schule in Istanbul, in Wien sein Studium abgeschlossen und seine Karriere begonnen hat. „Ich wollte unbedingt ins Ausland, ich kannte New York, London und Paris, aber Wien hat für mich am anziehendsten geklungen. Und ich habe mich von Anfang an zu Hause gefühlt.“ Und er sei von allen Seiten unterstützt worden, von Nachbarn, Professoren und Politikern, „seit ich damals Helmut Zilk in der Straßenbahn angesprochen habe“. Kulturministerin Claudia Schmied, die heute die Laudatio hält, trägt mitunter selbst die Mode des gebürtigen Türken mit inzwischen österreichischer Staatsbürgerschaft.

Mode, die in Wien allerdings gar nicht so leicht erhältlich ist – zu kaufen gibt es sie nur in der Boutique Kasha in der Spiegelgasse. Oder, für gute Kunden, im Showroom im ersten Stock von Kutoğlus Atelier in der Habsburgergasse. Weshalb er „früher oder später“ auch in Wien mit einem Flasgship-Store vertreten sein möchte. In Graben- und Kohlmarktnähe, Gespräche mit Investoren seien bereits am Laufen.

Daneben plant er ein zweites Geschäft in Istanbul – die Stadt sei groß, die Nachfrage nach Luxus ebenso. Vor Kurzem zeigte er seine Mode wieder auf der Istanbul Fashion Week, Supermodel Jessica Stam reiste an, auch Tamara Ecclestone, Tochter von Formel-1-Chef Bernie, durfte auf den Laufsteg. Daneben ist Kutoğlu in New York, München, Paris und im Fernen Osten vertreten, eine Rückkehr auf die New Yorker Fashion Week überlegt er fürs nächste Jahr.

Auch seine neue Männerkollektion, berichtet er, laufe gut, eine für Kinder ist in Planung, und dem Traum einer Home-Kollektion ist er mit Entwürfen für einen türkischen Möbelhersteller etwas näher gekommen. Ein Drittel seiner Zeit verbringt der Designer so in Istanbul, ein Drittel ist er weltweit unterwegs, das restliche Drittel gehört seinem Hauptwohnsitz Wien, „auch wenn das den Leuten nicht so bewusst ist. Wien ist mein Ruhedomizil, hier kann ich kreativ sein, besser arbeiten, entwerfen und nachdenken. Ich gehe in Ausstellungen und Vernissagen – das ist Futter für meine Seele.“

Während Kutoğlu spricht, läutet immer wieder das Telefon. Einmal gratuliert Hubertus von Hohenlohe zur Auszeichnung, dann meldet jemand die Ankunft der Gäste. 30 Leute sind anlässlich der Ehrenkreuzverleihung aus der Türkei angereist. „Freunde und Promis, Fans meiner Mode“, sagt Kutoğlu, darunter die Freundin des Industriellen Rahmi Koç, eines der reichsten Männer der Türkei. Gäste, die, wie er glaubt, „wohl einiges an Ausgaben da lassen werden. Mein Ziel ist es, die vermögende türkische Gesellschaft herzuziehen.“
Besonders freut ihn, dass auch ehemalige Botschafter und Generalkonsuln kommen wollen. „Das bestätigt die Brückenfunktion zwischen Morgen- und Abendland, die ich einzunehmen versuche.“

Auf einen Blick
Atil Kutoğlu (geb. 1968 in Istanbul) studierte Wirtschaft in Wien. 1991 präsentierte er seine erste Modekollektion. Er hat einen Flagship-Store in Istanbul und plant einen für Wien. Heute verleiht ihm Kulturministerin Claudia Schmied das Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst, die höchste Auszeichnung in diesem Bereich.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.12.2012)

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12 Kommentare

Wann wird die Eroberung von Wien vollenden!

Moderne Zeiten, schlechte Zeiten. Jetzt muss eine Stadt in Raten erobert werden. Früher ging es rück zug!

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als tûrke ist man in diesem land nicht willkommen

ob künstler, intelektueller, geschäftsmann, modedesigner oder als kloputzer ist man in diesem land als türke nicht willkommen. man muss sich die postings nur mal durchlesen. türkenhass stinkt zum himmel.

Gibt es nicht ...

.. einen Ehrenhalbmond? Beleidigt man mit einem Ehrenkreuz nicht seine religiösen Gefühle? Ich als Gutmensch bange ständig ob solcher Überlegungen.

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Das mit dem Ehrenkreuz ist tolles Kabarett.


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<Auf einen Blick Atil Kutoğlu (geb. 1986 (!!!) in Istanbul) studierte Wirtschaft in Wien. 1991 präsentierte er seine erste Modekollektion.>


Wunderkind?

Re: <Auf einen Blick Atil Kutoğlu (geb. 1986 (!!!) in Istanbul) studierte Wirtschaft in Wien. 1991 präsentierte er seine erste Modekollektion.>

immerhin hat er ja vor gut 20 jahren sein studium abgeschlossen... also mit 6 jahren ;)

Re: <Auf einen Blick Atil Kutoğlu (geb. 1986 (!!!) in Istanbul) studierte Wirtschaft in Wien. 1991 präsentierte er seine erste Modekollektion.>

...lt. Wiki ist er 1968 geboren! puhhh.. das beruhigt ungemein! :-)

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Re: Re: <Auf einen Blick Atil Kutoğlu (geb. 1986 (!!!) in Istanbul) studierte Wirtschaft in Wien. 1991 präsentierte er seine erste Modekollektion.>

Wie den das?

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Ehrenkreuz für Atil Kutoğlu

Die Schmied verleiht einem Ex-Türken das österr. Ehrenkreuz.
Das klingt wieder nach einem Lehrbeispiel für uns einfaches Volk: "Seht her, wie gut die Integration funktioniert, also jammert nicht ständig herum."

P.S.
Ob der Hr. Kutoğlu mit dem EhrenKREUZ eine Freude hat, ist zu bezweifeln.

6 15

Ein

weiterer rechtskräfig verurteilter Betrüger wird vom Spritzwein-Michl ums Geld der Steuerzahler "ausgezeichnet". Die (Wiener)-Welt wird immer skuriler. Gleich und gleich gesellt sich gern. Gell?

Re: Ein

Verurteilt? Quelle bitte.

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Re: Re: Ein

Landesgericht Wien. Nachfragen wenn wollen wissen genau.

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