Empörung über Depardieus Steuerflucht

Wie viele reiche Franzosen kehrt auch der Schauspieler Gérard Depardieu seiner Heimat den Rücken. Sein Wohnwechsel nach Belgien – offiziell aus privaten Gründen – sorgt in der Politik für Empörung.

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Gérard Depardieu – (c) Ap (Kai Uwe Knoth)

Wien/Paris/ag. Seit November gilt in Frankreich eine neue Reichensteuer: Wer mehr als eine Million Euro pro Jahr verdient, muss 75 Prozent davon an den Staat abliefern. Und seit einigen Wochen fliehen Wohlhabende aus dem Land.

Der neueste Steuerflüchtling ist der Schauspieler Gérard Depardieu, der jetzt seinen Wohnsitz in den belgischen Ort Estaimpuis verlegte. In dem Grenzort ist er nicht allein: Bereits ein Viertel der Einwohner sind Franzosen.
Depardieus Wohnwechsel – offiziell aus privaten Gründen – sorgt in der Politik für Empörung. Der Pariser Bürgermeister, Bertrand Delanoë, bezeichnete es als „sehr bedauernswert“, dass der Schauspieler bei der Steuer nicht die gewohnte Großzügigkeit zeige. Die linke Ex-Präsidentschaftskandidatin Nathalie Arthaud nannte Depardieus Entscheidung „beschämend“.

Möglicherweise zieht es den Schauspieler aber bald wieder in die Heimat: Ende 2014 läuft die 75-Prozent-Steuer aus.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.12.2012)

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