Rauchfrei: Die Chronologie eines Abschieds

29.12.2012 | 18:04 |  von Christoph Schwarz (Die Presse)

In den vergangenen zwölf Jahren hat "Presse"-Redakteur Christoph Schwarz 129.600 Zigaretten geraucht. Seit 18. Oktober ist er rauchfrei. Über gute Vorsätze und ihre schmerzhaften Folgen. Ein Selbstversuch.

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Am 18.Oktober 2012 trat eine kleine rote Schaumstofftomate in mein Leben. Eine, wie man sie in Krimskramsläden kaufen kann, gemacht zum Darauf-Herumdrücken. Die korrekte Produktbezeichnung ist wohl Antistressball. Sie ist seither täglich in Gebrauch, als Ersatz für jene zwei Packungen rote Gauloises, die ich sonst rauchen würde.

Als „Bleigießen der Lebensbiografie“ bezeichnete die „Süddeutsche Zeitung“ die guten Vorsätze, mit denen wir so gern ins jeweils neue Jahr starten, einst in einem Artikel. Ein schönes Sprachbild. Gute Vorsätze haben eher etwas Ritual- denn etwas Dauerhaftes. Meistens jedenfalls. Wäre es anders, müssten die Österreicher längst ziemlich gesund sein. Ein Drittel von ihnen fasst nämlich laut Imas-Umfrage zu Silvester zumindest einen guten Vorsatz. Ganz oben rangieren mehr Bewegung (49 Prozent der Veränderungswilligen), „mehr auf sich schauen“ (43 Prozent) und abnehmen (31 Prozent). Mit dem Rauchen aufhören wollen 22 Prozent.

So wie ich. Ich habe am 18. Oktober 2012 mit dem Rauchen aufgehört. Eigentlich wollte ich an dieser Stelle „Ich bin seit 18. Oktober 2012 Nichtraucher“ schreiben. Aber das stimmt nicht. Ich war zwölf Jahre lang glücklicher Raucher, und etwas in mir wehrt sich, mich als Nichtraucher vorzustellen. Eher bin ich so etwas wie ein trockener Alkoholiker. Ein „kalter Raucher“, falls es diesen Ausdruck geben sollte. Meiner Therapeutin würde er wohl nicht gefallen, sie nannte mich und die Kollegen in der Gruppentherapie lieber „rauchfrei“.

Die vergangenen zehn Wochen waren härter als gedacht. Hier ist die Chronologie eines Abschieds.

2. Oktober: Treffen mit der Therapeutin. Ich mag keine Therapeuten, keine Psychologen, keine Coaches. Ich mag das psychoesoterische Getue nicht, das wissende Nicken. Ich mag nicht meine Gefühle zeichnen und niemanden umarmen. Und nicht alles, was ich tue, hat mit meiner Beziehung zu meiner Mutter zu tun. Ich sage das der Psychologin, die mich und zwei andere Raucher im kommenden Monat „bei der Rauchentwöhnung unterstützen“ soll – so heißt das offiziell, genau so. Sie wirkt nicht sonderlich erfreut. Und bittet, ihr zu sagen, falls sie „psychoesoterisch“ wird. Dann nimmt sie die Daten auf: „Wie viele Zigaretten rauchen Sie am Tag?“ Dreißig. „Wann rauchen Sie die erste Zigarette?“ Nach dem Aufstehen. „Auf welche könnten Sie am ehesten verzichten? Die erste oder eine andere?“ Eine andere. Die Psychologin nickt.

3.Oktober: Die erste Gruppensitzung. Meine Vorstellungen von Gruppensitzungen sind klischeebehaftet. Sie werden nicht erfüllt. Weder müssen wir aufstehen und unsere Namen in die Runde sagen, noch handelt es sich bei den anderen beiden Aufhörwilligen um 65-jährige Lungenkrebspatienten, die meinem Vorhaben, das Rauchen aufzugeben, mit ihren Krankengeschichten jene Lockerheit nehmen, die ich ihm bisher zugemessen habe. Neben mir sitzen ein Fondsmanager im mittleren Alter und eine junge Ärztin. Beide wirken vernünftig und erzählen bekannte Geschichten. Von der Suche nach Raucherkabinen auf Flughäfen und davon, sich in der Nacht nochmals aus dem Bett zu schleichen, um zu rauchen. Es sind lustige Anekdoten. Nach 45 Minuten fordern wir eine Rauchpause. Unsere Konzentration lasse nach, argumentieren wir. Es folgt ein Vortrag über Inhaltsstoffe von Zigaretten. Der gelernte Raucher nickt an dieser Stelle artig.

4.Oktober: Die Liste. Der Auftrag für die erste Woche mutet einfach an. Ich darf normal rauchen. Muss aber jede Zigarette vor dem Rauchen dokumentieren – und sie mit Uhrzeit und Begründung in einer Tabelle vermerken. „Weil ich sie brauche“, „Langeweile“, „zur Kontaktaufnahme“, „aus Genuss“, „einfach so“ lauten die gängigsten Kategorien. Das sollte zu schaffen sein.

5.Oktober: Wo ist die Liste? Das Eintragen ist mühsam. Ständig muss ich nach der Liste kramen. Genuss? Doch Langeweile? Während eines Termins außer Haus kann ich gleich gar nicht rauchen. Ich habe die Liste vergessen. Von da an tippe ich Uhrzeit und Begründung ins iPhone – und übertrage die Werte später auf die Liste. Das ist nur ein bisschen geschummelt. Dafür doppelt mühsam.

7.Oktober: Zweifel. Die Liste widerlegt mein Selbstbild vom Genussraucher. Von den täglich 27 bis 35 Zigaretten kreuze ich nur bei fünf bis sechs „Genuss“ an. Es überwiegt „einfach so“. Jeder Raucher kennt den Geschmack dieser einen Zigarette zu viel, die man nur aus Gewohnheit noch ganz schnell raucht, vor einem Flug etwa. Sie ist zu stark, man hat einen komischen Geschmack im Mund, will sie vorzeitig abdämpfen. Irgendwie schmecken jetzt alle so. Das hindert mich nicht, sie zu rauchen.

9.Oktober: 25.000 Euro. Ich errechne, wie viel ich in meinem Leben geraucht habe. Ich komme auf 129.600 Zigaretten. Das sind, nicht inflationsbereinigt und ohne Preisanpassung, 25.000 Euro.

10.Oktober:
Zweite Gruppensitzung.Wir stellen Vor- und Nachteile des Rauchens gegenüber. Bei den Vorteilen – es schmeckt, entspannt, regt an, ist sozial, lenkt ab, macht Spaß, tröstet, vertreibt Langeweile – wird uns der Platz auf dem Packpapier zu klein. Die Nachteile sind rascher abgehandelt. Es ist ungesund, sagen wir. Es stinkt. Teuer ist es auch. Der Psychologin reicht das nicht. Wir einigen uns, dass Rauchen unsere Freiheit beschneidet. Warum ich gerade jetzt aufhören wolle zu rauchen, fragt die Psychologin. Es sei ungesund, antworte ich. Sie schüttelt den Kopf. „Zu wenig. Das wussten Sie ja bisher auch.“ Ich solle einen positiven Satz formulieren, an den ich mich erinnere, wenn die Sucht kommt. „Weil ich gesund für meine Tochter da sein will.“ Der gilt.

12.Oktober: Was tut ein Nichtraucher?Die Aufgabe für diese Woche: Beobachten, was Nichtraucher in Situationen tun, in denen wir rauchen. Mein Fazit: Sie tun nichts. Generell haben Nichtraucher etwas Lustfeindliches an sich, etwas Freudloses. Der Gedanke, einer von ihnen zu sein, frustriert mich.

14.Oktober: Ersatzhandlung. Wir sollen Ersatzhandlungen überlegen. Mir fällt kaum etwas ein, was mich nicht ans Rauchen erinnert. Rauchen ist für mich ein Ritual. In zwölf Jahren habe ich gelernt, fast jede Tätigkeit damit zu verknüpfen. Ich habe während des Essens geraucht. Zu Lasagne passt es gut. Die Gruppe meint, man könne Mandalas ausmalen. Die Ärztin kauft für jeden ein Buch, meine Mandalas sind mit Glitzer verziert.

16.Oktober: Noch zwei Tage. Ich erzähle von meinem Vorhaben. Die Freunde sind erfreut. Endlich würde ich ihnen nicht länger bei halbherzigen Versuchen, aus dem Fenster zu rauchen, die Vorhänge verstinken. Meine Mama ist begeistert. Mein Vater spart sich den sonst üblichen Einwurf, er selbst „wäre willensstark genug“, das ohne Therapie zu schaffen. Er raucht bis heute.

17.Oktober: Der letzte Abend. Heute ist unser letzter Abend, wir gehen essen. Wir haben drei Packungen gekauft, und rauchen „auf Vorrat“, also die ganze Zeit. Die Ärztin raucht dem Fondsmanager ins Beef Tatar, während der Nachspeise revanchiert er sich bei uns. Wir vereinbaren, dass derjenige, der rückfällig wird, alle ins „Steirereck“ einladen muss. Vor Mitternacht die letzte Zigarette. Ich rauche langsam, voller Wehmut. Es ist schön, der aufleuchtenden Glut zuzusehen. In Wahrheit bin ich mittlerweile einfach betrunken.
18.Oktober: Rauchfrei. Ich stehe auf, dusche, ziehe mich an. Nur den Kaffee erspare ich mir – von wegen Ritual und so. Bis exakt 8.43 Uhr, ich habe auf die Uhr geblickt, ist alles kein Problem. Dann treffe ich auf der Straße auf einen Mann, der raucht. Ich verfolge ihn, um den guten Rauch einzuatmen. Ich werde das noch öfter tun. Im Übrigen halte ich mich an das Drei-Phasen-Konzept der Psychologin. Bei 1) leichtem Verlangen soll ich dieses ignorieren. Bei 2) mittelstarkem Verlangen soll ich mich ablenken. (Die Tomate ist übrigens sozial akzeptiert, ein Buch mit Glitzermandalas nicht.) Bei 3) übermächtigem Verlangen hilft nur „radikale Akzeptanz“. Das klingt so schmerzhaft, wie es ist. Man solle dann rausgehen und laut schreien, sagt die Psychologin. Ich finde das übertrieben. Bis ich am Nachmittag tatsächlich nur noch schreien will. Ich übe das Schreien an meinen Kolleginnen, denen ich ohnehin nicht ordentlich zuhören kann. Wer aufhört zu rauchen, hat Konzentrationsprobleme.

19.Oktober: Müde. Wer aufhört zu rauchen, kann auch nicht schlafen. Ich zittere leicht und schwitze stark. Phase 3 wird zum Normalzustand. Ich stehe mit den Kollegen in SMS-Kontakt. Das hilft.

22.Oktober: Durststrecke. Jetzt wird es erst richtig hart. Die „Ich höre auf“-Euphorie der ersten Tage ist vorbei. Es folgen die Mühen der Ebene, Alltag. Wie es einem gehe, wollen alle wissen. Das ist eine dumme Frage. Wie soll es schon gehen? Schlecht.

24.Oktober: Bergauf. Die körperlichen Entzugserscheinungen sind weg, jetzt ist es eine Frage des Willens. Ich bin selten in Phase 3, und mit Phase 2 kann ich umgehen. Der Geruchssinn wird besser (stinkt es eigentlich immer so im Bus?), der Geschmackssinn auch (ich wusste nicht, dass Molke so schmeckt. Ich kaufe sie seither nicht mehr).

30.Oktober: Die letzte Sitzung. Alle haben durchgehalten. Es geht mir mittlerweile gut damit, meist jedenfalls. Bis heute übrigens. Ich wiege auch nur acht Kilo mehr. Auch die anderen sind nach zehn Wochen noch „rauchfrei“. Zumindest habe ich noch keine Einladung ins „Steirereck“ erhalten.

Entwöhnt

In Österreich rauchen rund 38Prozent der Bevölkerung,
15 Prozent sind Exraucher. Am höchsten ist der Anteil der Raucher in der Altersgruppe der 15- bis 29-Jährigen, hier liegt er bei 40 Prozent. Der durchschnittliche Tageskonsum liegt
bei 18Zigaretten.

Methoden zur Raucherentwöhnung gibt es viele – von der Hypnose über Do-it-yourself-Bücher bis hin zur Medikamententherapie.

Der Selbstversuchgelang dank eines Entwöhnungsseminars von Brigitte Zinner. Sie ist Gesundheits- und Klinische Psychologin in Wien. Infos und Termine: www.brigittezinner.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.12.2012)

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37 Kommentare
 
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Herzlichen Glückwunsch

Holen Sie sich auf http://www.aerzteinitiative.at/_ExRaucher_1.htm Tipps, wie Sie Ihren Erfolg aufrecht erhalten. Sagen Sie Kindern und Jugendlichen, dass es schwerer ist aufzuhören als gar nicht damit anzufangen. Machen Sie anderen Rauchern Mut, auch einen Aufhörversuch zu machen, sei es allein, mit Ehepartner, Arbeitskollegen, mit Hilfe von Therapeuten oder auch nur des Rauchertelefons. Und sagen Sie der Regierung, dass sie endlich ein Gesetz machen soll, das Kindern den Einstieg in die Sucht erschwert und Rauchern den Ausstieg erleichtert. Unser schlechtes Tabakgesetz stammt von Gesundheitsministerin Kdolsky (ÖVP), die es auf Rat von Waneck (FPÖ) vom spanischen Tabakgesetz (2006) abschrieb. Die spanische Gesundheitsministerin hat aus diesem Fehler gelernt und das Tabakgesetz 2010 novelliert, Stöger (SPÖ) nicht. Heute haben Länder von Kalifornien bis Neuseeland, in Skandinavien und ganz Westeuropa ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie, wie es die medizinische Wissenschaft fordert.

Danke

Ich habe mich köstlich amüsiert, toll geschrieben!!!!

Genussraucher

Ich hab nun vor über 20 Jahren aufgehört (nach mehreren Jahren mit 1-2 Packerln täglich). Vor etwa 3 Jahren bin ich zum Genussraucher mutiert, d.h. in Summe ergeben sich vielleicht 10 Anlässe pro Jahr. Allerdings sind es nun Zigarillos die herhalten müssen wenns den wirklich passt.
Rauchen an sich empfinde ich durchaus als Genuss, allerdings wird es zur leider sehr schnell Ersatzhandlung, zur Routine und Gewohnheit. Und es nicht dazu kommen zu lassen ist wohl die Wahre Herausforderung.
In diesem Sinne gratuliere ich erstmal und stelle als Trost die Möglichkeit in den Raum, dass sie wie ich es zum Genussraucher schaffen werden - vielleicht auch erst in 20 Jahren ..........

Re: Genussraucher

Als Arzt rate ich davon dringend ab! Die meisten werden dabei mit der Zeit wieder zu täglichen Rauchern. Sie sind eine Ausnahme. Schon 3 Zigaretten pro Tag können das Herzinfarkt-, Schlaganfall- und Lungenkrebsrisiko verdreifachen. Den Begriff "Genussraucher" erfand die Tabakindustrie, um darüber hinwegzutäuschen, dass die meisten im Lauf der Zeit gar keinen wirklichen Genuss mehr verspüren, sondern nur das Nachlassen der Entzugssymptome bei der nächsten Zigarette.

Rauchfrei....

Meine Anerkennung zu Ihrem sehr nüchternen, sachlichen und lesenswerten Beitrag, Herr Schwarz.

Ich (52) rauche ca 3Mal so lange wie Sie und die Anzahl der tägl. Zig. ist in etwa ähnlich, wie es bei Ihnen war. Wirklich ganz ernsthaft hab ich noch keinen Aufhör-Versuch gestartet.
Vielleicht fehlt mir dazu die Motivation, die bei Ihnen in erster Linie vorlag (gesund zu sein für Ihre Tochter) wobei mir auch die Gesundheit ganz und gar nicht egal ist.

Wohltuend an Ihren Worten ist jedenfalls, dass ihnen jedwedes Pharisäertum fremd ist.

Dass Rauchen ungesund ist, bedarf keiner Erörterung. Ebenso allerdings einige andere Arten des Lebensstils, wie zB zuviel Alkohol, Übergewicht usw.
Ich weiß nicht, wie alt Sie sind, aber diese 8 kg Mehrgewicht werden Sie kaum zur Gänze wieder verlieren. Ich selbst betreibe rel. viel Sport (ca 5-6 Stunden in der Woche durchschnittlich) und könnte nicht noch mehr Sport betreiben, was ich wohl tun müsste, um im Falle eines Rauchstopps nicht an Gewicht zuzulegen (denn weniger essen will ich auch nicht).
Letzteres will ich auch ganz gewiss nicht, weil das so ungesund sein kann (ua. für die Gelenke usw.) wie das Rauchen.....

Re: Rauchfrei....

Abgesehen von Extremfällen führt Übergewicht nur dann zu einem erhöhten Risiko, wenn Sie gleichzeitig rauchen, hohen Blutdruck oder Stoffwechselstörungen haben. Nach Aufgabe des Rauchens sinkt das Herzinfarktrisiko in einem Jahr auf die Hälfte, auch dann, wenn es vorübergehend zu einer Gewichtszunahme kommt. Diese Tatsachen möchte die Tabakindustrie gerne verheimlichen. Vor allem aber redet sie Mädchen die "schlanke" Zigarette ein, von der sie früher altern und eher Bauchfett entwickeln.

Re: Re: Rauchfrei....

Das Letztere, das Sie ansprechen, ist (wenns wirklich stimmt, das Einreden mein ich) absolut frevlerisch und gehörte unterbunden. Was in der Tat auffällt, ist, dass mehr junge Mädchen als Burschen rauchen. Jedenfalls gehörte bei der Jugend angesetzt, dort werden die Schienen gelegt.

Einem, ich sage ehrlich leider, langjährigen Raucher braucht niemand zu erklären, wie ungesund Rauchen sein kann. Nebenbei erwähnt, mach ich mir wegen eines Herzinfarkts die geringsten Gedanken, eher schon ist es der Lungenkrebs.

Die Debatte übers Rauchen wird nicht ehrlich geführt, vor allem auch nicht von vielen Ärzten.
So wie viele Ärzte das Rauchen (kampagnenhaft) verteufeln, hat das bei der Jugend gegen Null Wirkung (!!), glauben Sie mir das.
Süchte hats immer gegeben und wird es immer geben, solange es die Menschheit gibt. Entscheidend ist das Maß und der Umgang damit. Verbote fruchten so gut wie gar nichts (zudem: Stichwort Suchtverlagerung).

Re: Rauchfrei....

"Dass Rauchen ungesund ist, bedarf keiner Erörterung. Ebenso allerdings einige andere Arten des Lebensstils, wie zB zuviel Alkohol, Übergewicht usw. "

Und warum erörtern SIE es dann extra? Weil Sie ihre Sucht verharmlosen wollen? Leichtes Übergewicht wirkt sich weit weniger negativ auf die Lebenserwartung aus als Rauchen.

Re: Re: Rauchfrei....

Verharmlosen ....?
Gesteh mir durchaus ein, dass ich nikotinsüchtig bin. Und freilich macht eine Sucht unfrei.
Nur: bei der Manier und den Methoden, mit welchen heutzutage das Rauchen verteufelt wird, erscheint mir nicht (nur) die Gesundheit im Vordergrund zu stehen...
Wird Ihnen auch wieder wie eine Verharmlosung erscheinen, wenn ich (Stichwort: Suchtverlagerung) sage, dass zB in Amerika, va seit dort immer weniger geraucht wird, weit mehr Leute an Adiposidas sterben.....
(im profil gab es diesbezügl. vor einiger Zeit einen ausführlichen Artikel)

Re: Re: Re: Rauchfrei....

Ich sehe in Ihrem Posting auch keine Verharmlosung, aber einen fehlenden Zusammenhang: Das geringere Körpergewicht von Rauchern wird durch den erhöhten Grundumsatz dieser verursacht. Der Körper braucht diese Mehrenergie um sich zu entgiften. Raucht man nicht mehr bei gleichbleibender Energiezufuhr (bzw. gleichbleibendem Energieverbrauch), dann nimmt man solange zu, bis der Grundumsatz aufgrund des höheren Körpergewichtes wieder der Energieaufnahme entspricht. Das sind die berüchtigten 10kg bei durchschnittlichen Ex-Rauchern.
Nun ist es aber so, dass diese 10kg Mehrgewicht ein wesentlich geringeres Gesundheitsrisiko darstellen als 20 Zigaretten am Tag.

Respekt !

Gut geschrieben, amüsant und unterhaltsam zu lesen.
Danke.

Leider heute auch bei der Presse selten gewordene Journalismus-Qualität, die sich wohltuend vom dominierenden Praktikanten-Stil, unbeholfen oder vorsichtig-nüchtern, abhebt.

Zum nachhaltigen Erfolg Ihrer Pläne meine besten Wünsche!

Und ich teile aus Erfahrung die Auffassung, dass mindestens 8 Monate rauchfrei sein müssen, um über dem Berg zu sein.


Erster Fehler: Beim Rauchen die Tage/Wochen/Monate/Jahre zählen anfangen.


die entwöhnung war erfolgreich?

nach läppischen zwei monaten kann man noch garnix sagen! erst mal alle situationen, in denen man geraucht hat, ohne tschick durchleben.

am gefährlichsten sind dann die positiven momente, fand ich, in denen man zur feier des tages eine anzündet ...

seit 20 Jahren Exraucher auf Dauerentzug,


aber ich finde die Nichtraucher Pause super, der Nichtraucher Kaffee schmeckt fantastisch, im Nichtraucher Restaurant genieße ich das Essen doppelt, das Gewand stinkt nicht und küssen macht Spaß. Und "die Eine", nach der es mich wirklich gelüstet, lasse ich bleiben, um alle übrigen nicht nochmal zu riskieren.
Dabeibleiben als Nichtraucher!

richtig ist, sie haben die automatik des griffs zur zigarette

abgestellt, ob das verlangen nicht doch noch da ist, wird sich weisen. Aus eigener erfahrung weiß ich, dass er auch noch monate danach nicht gewonnen ist, der kampf gegen die sucht. Ich habe es dreimal versucht, jetzt bin ich 26 jahre zigarrettenfrei, aber nicht rauchfrei.
ich bin passionierter pfeifenraucher und ich genieße es wirklich mir dann, wenn ich lust habe, eine pfeife anzurauchen. Das kann nach 8 wochen passieren aber auch innert 8 stunden nach einer davor gerauchten pfeife. Als weniger gesund oder abhängig bezeichne ich mich dadurch auch nicht. Ich mache das worauf ich lust habe und das lasse ich mir von niemanden vorschreiben.

5 1

ich habe mir 14 angefangen und 13 jahre geraucht...

...nach vielen gescheiterten versuchen verschrieb mir meub hausartzt medikamente dagegen. nach zwei wochen war ich nichtraucher, mittlerweilen seit vier jahren. absolute lebensqualitaet zurueck gewonnen. das duemmste was man tun kann, rauchen.

Die beste Entscheidung Ihres jetzt wahrscheinlich längeren Lebens!


4 0

Amüsant zu lesen und

Gratulation!

Der Tor läuft den Genüssen des Lebens nach und sieht sich betrogen: der Weise vermeidet die Übel/Schopenhauer

Rauchen stellt das größte einzelne vermeidbar Gesundheitsrisiko für eine Vielzahl von schwerwiegenden Erkrankungen dar und ist die führende Ursache für frühzeitige Sterblichkeit. Immerhin sterben mehr als 50 Prozent alles regelmäßiger Raucher an den Folgen des Tabakkonsums-bezogen auf Deutschland sind das über 100 000 Menschen pro Jahr, mehr als durch Verkehrsunfälle, Alkohol, illegale Drogen, Aids, Morde und Selbstmorde zusammen.
Die Hälfte aller tabakbedingten Todesfälle tritt bereits zwischen 35 und 69 Jahren auf, sodass nur 58 Prozent der Raucher überhaupt das 70. und nur 26 Prozent das 80. Lebensjahr erreichen. Demgegenüber werden 81 Prozent der Nichtraucher 70 und 59 Prozent 80 Jahre alt. Solche spornen Zigarettenliebhaber an, den rüstigen und qualmenden Großvater zur eigenen Verteidigung ins Feld zu führen. Doch die Statistik ist eindeutig: Ein Raucher büßt durchschnittlich zehn Jahre Lebenszeit ein. Britische Wissenschaftler haben berechnet, dass dieser Verlust der Lebeneerwartung sogar signifikant größer ist als bei den verstrahlten Überlebenden von Hiroshima und Nagasaki.
31. Mai 2007 DIE ZEIT Nr. 23

Re: Der Tor läuft den Genüssen des Lebens nach und sieht sich betrogen: der Weise vermeidet die Übel/Schopenhauer

es wundert mich eigentlich warum man das nicht als positiv anschaut. Man kann immer lesen die Menschen werden älter, der Demographifaktor macht uns bei der Rente zu schaffen, also was jetzt ???
Die Menschen gehen mit 65 in Rente, die Bezahlung der Rente erübrigt sich bei Rauchern-die Rentenanstalt freut sich- wo liegt eigentlich das Problem??
Viel Knoblauch roh essen das hilft garantiert!!!!
Es ist nicht das Rauchen alleine, es ist die Summe aller auf den menschlichen Organismus einwirkenden Schädigungen durch die gesamte Lebensweise des Menschen eingeschlossen seine Umgebung.
Das Rauchen kann dann natürlich in letzter Konsequenz den Ausschlag geben.
Man denke nur an das Aspest das mit dem Rauchen nichts zu tun hat.
Zusammengefaßt, jede Art von Übertreibung schädigt den Organismus.


Re: Re: Der Tor läuft den Genüssen des Lebens nach und sieht sich betrogen: der Weise vermeidet die Übel/Schopenhauer

Überhaupt beruhen neun Zehntel unseres Glücks auf Gesundheit/Schopenhauer

Wo Sie recht haben sie recht!!!
Unser Körper eine chemische Fabrik. Die aufs kleinste Leck im Stoffwechselorganismus, oft verherrend reagiert. Da der Krebs von allem Anfang an unser physisch - biologischer„Mitbewohner“ ist, ist es oft eine zufällige Erkältung/Verkühlung die unsere Widerstandskräfte völlig durcheinander bringt.

Re: Re: Re: Der Tor läuft den Genüssen des Lebens nach und sieht sich betrogen: der Weise vermeidet die Übel/Schopenhauer

Es muss natürlich wo Sie recht haben, haben Sie recht, heißen

Konnte es der Friseur nicht mehr hören?


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ichhab vor ca 20 jahren (ich ewiss es nicht mehr genau) zum anlass eines jahreswechsels zusammen mit einem zimmerkollegen aufgehört und bin seitdem clean.


allerdings - wenn ich den geruch einer camel zu wahrnahm, kam die erinnerung wieder hoch. das war jahrelang so - da hiess es: hart bleiben.

gratuliere

Gratulation: bei mir sind's dank Hypnose 1,5 Jahre. Kann ich jur empfehlen...

Ich betrachte ..

meine 3 Packerin am Tag als meine ganz persönliche Altersvorsorge.

Seh es doch überall, ab 45 geht es körperlich dahin, ab 55 auch geistig.

Ah na .. lieber zeitig in die Kiste, so toll ist es hier ja net wirklich und es wird nicht gscheiter werden.


 
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