Nastassja Kinski: "Bin froh, dass Vater nicht mehr lebt"

13.01.2013 | 12:27 |   (DiePresse.com)

Sie sei nicht von Klaus Kinski missbraucht worden wie ihre Halbschwester Pola, sagt die Schauspielerin. Aber er habe es versucht: "Er hat mich viel zu sehr angefasst."

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Klaus Kinski hat nach Angaben seiner Tochter Nastassja auch sie mit Annäherungsversuchen belästigt. "Er hat es versucht. Er hat mich immer viel zu sehr angefasst, mich ganz eng an sich gedrückt, so dass ich dachte, ich könnte nicht herauskommen. Damals war ich vier oder fünf Jahre alt", sagte die 51-jährige Schauspielerin der "Bild am Sonntag". Ihre Halbschwester Pola hatte vergangene Woche publik gemacht, dass ihr Vater sie jahrelang sexuell missbraucht habe.

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Auf die Frage, ob ihr Ähnliches widerfahren sei, sagte Nastassja: "Nein, das hat er mit mir nicht gemacht." Sie fuhr fort: "Er hat mich auf die Wange geküsst, doch es fühlte sich nicht gut an." Sie habe gespürt, dass das nicht die liebevolle Umarmung eines Vaters sein könne, "sondern mehr ist als das".

"99 Prozent der Zeit hatte ich fürchterliche Angst"

Sie habe große Angst vor dem Schauspieler gehabt. "Er war kein Vater. 99 Prozent der Zeit hatte ich fürchterliche Angst vor ihm. Er war so unberechenbar, hat die Familie immer terrorisiert." Er habe wegen jeder Kleinigkeit getobt. "Er war ein Tyrann". Geschlagen habe er sie nie, "aber niederträchtig beschimpft". "Ich würde alles dafür tun, dass er auf Lebzeiten hinter Gitter kommt. Ich bin froh, dass er nicht mehr lebt."

In ihrem an diesem Montag erscheinenden Buch "Kindermund" bezichtigt Pola, die älteste Kinski-Tochter, ihren 1991 gestorbenen Vater, sie jahrelang sexuell gepeinigt zu haben. In einem Auszug, den die "Bild am Sonntag" vorab veröffentlichte, heißt es: "Nackt stehe ich vor ihm. Seine Lippen beben, er haucht seinen warmen Atem auf meine Haut, zieht mich zu sich aufs Bett. Ich friere, habe Angst. (...) Es wird still und schwarz. Mein Körper ist taub; ich bin tot." Die heute 60-Jährige beschreibt auch, wie ihr Vater sie beschworen habe, mit niemandem darüber zu sprechen.

Pola: Mutter habe weggeschaut

Pola stammt aus der ersten Ehe Klaus Kinskis mit Gislint Kühlbeck, Nastassja aus der zweiten Ehe des Schauspielers mit Ruth Brigitte Tocki. Aus seiner dritten Ehe hat Kinski Sohn Nikolai. Im Magazin "Focus" erhebt Pola Vorwürfe auch gegen ihre Mutter. "Alle um mich herum haben erlebt, wie ich gelitten habe. Sie haben es nicht wahrhaben wollen. Ich wurde immer übergangen, in meiner Seele, in meiner Person."

Sie habe Liebe bei Kinski gesucht, weil sie so einsam gewesen sei. Man hätte sie schützen müssen, so Pola. "Wenn eines meiner Kinder so verstört gewesen wäre, dann hätte ich nicht weggeschaut." Sie wünsche sich, dass ihre Familie die Mitschuld anerkenne: "Dass jemand jetzt sagt: Mein Gott, wir haben nicht gewusst, dass es dir so schlecht geht. Es tut uns leid."

(APA/dpa)

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16 Kommentare
6 0

Dass er verrückt war hat jeder gesehen

Nur daß die Mutter ihre Kinder nicht geschützt hat, ist das Allerletzte.

"Bin froh, dass Vater nicht mehr lebt"

wie froh muss erst der klausi sein, dass er nicht mehr lebt?


3 6

Grundsätzlich

könnte sie sich von ihrem Vater klar und deutlich distanzieren, indem sie sie seinen Namen ablegt. Niemand auf der Welt zwingt sie dazu, den Namen einer verhassten Person zu tragen.

Re: Grundsätzlich

Verstehe ich auch nicht, vor allem, weil er ja in Wirklichkeit "Nakszyński" geheißen hat.

1 0

Re: wozu?

Wenn schon dann auch den Vorteil des Names haben, sie hatten Recht.

eine miese Geschichte

Geld regiert die Welt

Die "Fortschrittlichen" und Intellektuellen sind vor solchen Typen ...

... immer am Bauch gelegen.
Siehe auch "Mühl" ...

Re: Die "Fortschrittlichen" und Intellektuellen sind vor solchen Typen ...

Und hofieren die Figuren wie einen Cohn-Bendit. Ich weiß, warum ich Linke nicht mag...

13 30

20 Jahre nach Kinskis Tod

unbeweisbare Vorwürfe, für die heute de facto umgekehrte Beweislast gilt, zu erheben, ist für eine mittlerweile 60-jährige Tochter doch etwas erstaunlich. Folgt sie dem Rat ihres Psychiaters oder jenem ihres Buchverlegers?
(Und die jüngere Schwester läßt sich auch nicht entgehen, mittels Schlepptaus wieder einmal Schlagzeilen zu erhalten.)
Cui bono?



3 0

Re: 20 Jahre nach Kinskis Tod

das übliche bla bla der Verteidiger der Monster.

Re: 20 Jahre nach Kinskis Tod

War ja kein Priester, gell?

Re: 20 Jahre nach Kinskis Tod

Ausserdem ist es eine niederträchtige Aussage: "Bin froh dass er nicht merh lebt."
Dr. Soukop, Belvedere Therapiestation, oder Niedernhardt in Linz haben viele solche Kunden.

Re: 20 Jahre nach Kinskis Tod

Die Vorwürfe sind fast sicher wahr.

4 0

Re: Re: 20 Jahre nach Kinskis Tod

Solche Vorwürfe sind fast immer wahr.

Re: Re: 20 Jahre nach Kinskis Tod

ich hatte ein Gespräch mit diesem Mann.
Nach 3 Minuten wurde ich unsicher, nach 5 Minuten schaute ich mich nach einer versteckten Kamera um.
Nach 10 Minuten kroch mir eine Gänshaut über den Rücken.
Der war auf keinen Fall normal.

Re: Re: Re: 20 Jahre nach Kinskis Tod

Unsicherheit Ihrer Erfahrungen sind heilbar.

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