Felix Baumgartner: "Wir wollen doch alle Geld sparen"

15.01.2013 | 15:12 |   (DiePresse.com)

Der Extremsportler verteidigt Gerard Depardieus Steuerflucht. Der Schauspieler habe viel für Frankreichs Image geleistet, "so ähnlich wie der Eiffelturm".

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Während sich die französische Öffentlichkeit derzeit auf Gerard Depardieu einschießt, bekommt der Schauspieler prominente Rückendeckung. Extremsportler Felix Baumgartner hat am Dienstag die Steuerflucht Depardieus verteidigt. "Ich verstehe nicht, wieso die Leute sich beschweren, wenn jemand das macht. Wir wollen doch alle Geld sparen, da ist doch nichts Schlimmes dabei. Das tun wir doch alle mehr oder weniger", erklärte Baumgartner in einem Radiointerview mit RTL Frankreich. Die dort geplante Reichensteuer von 75 Prozent kritisiert Baumgartner als "absurd": "Wo ist da die Solidarität?"

Der Salzburger finde es deshalb normal, in ein Land zu gehen, wo man besser behandelt wird. Er kommentiert damit Depardieus Entscheidung, nach Belgien umzuziehen und die russische Staatsbürgerschaft anzunehmen. Der Stratosphären-Springer outete sich im Interview mit RTL Frankreich als Fan des "Obelix"-Mimen: Depardieu habe sich seinen Erfolg schließlich selbst erarbeitet und viel für Frankreichs Image geleistet - "so ähnlich wie der Eiffelturm".

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Kritik an Spitzensteuersatz in Österreich

Baumgartner, der im Oktober vergangenen Jahres mit einer Aussage über gemäßigte Diktaturen für Aufsehen sorgte, kritisiert in dem RTL-Interview auch den Spitzensteuersatz von "55 Prozent" in Österreich - tatsächlich liegt er bei 50 Prozent. Er selbst hat seinen Wohnsitz in die Schweiz verlegt - aus steuerlichen Gründen, wie er in einem früheren Interview betonte. Dort habe man nämlich die Möglichkeit, sich mit dem Finanzminister zu einigen.

Depardieu mit belgischem Führerschein

Depardieu selbst hat sich unterdessen laut Zeitungsberichten einen belgischen Führerschein besorgt. Er wurde den Angaben zufolge außerhalb der normalen Öffnungszeiten auf dem Amt bedient - und bedankte sich demnach mit mehreren Flaschen Wein aus eigenem Anbau für die Vorzugsbehandlung. Ein Mitarbeiter des Bürgermeisters von Estaimpuis wollte dies auf Nachfrage der Nachrichtenagentur AFP weder bestätigen noch dementieren.

Wie jeder andere EU-Bürger mit Wohnsitz in Belgien kann Depardieu seinen französischen Führerschein gegen einen belgischen tauschen. Dabei ist aber maßgeblich, dass die Fahrerlaubnis aus dem Heimatland gilt. Depardieu müsste also im Prinzip die Belgier informieren, wenn er in Frankreich den Schein verlöre. Der Schauspieler war Ende 2012 in Paris betrunken mit einem Motorroller gestürzt, das Verfahren dazu läuft derzeit.

(APA)

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92 Kommentare
 
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Die Ansagen von Baumgartner...

Er mag ja ein toller Sportler sein, mutig ist er auch, aber warum muss er immer wieder seinen Senf zu Dingen hinzufügen, von denen er mit seinem Bildungsgrad einfach nichts versteht...?
Man könnte es auch mutwillige Selbstbeschädigung nennen.
Schuster bleib' bei Deinen Leisten !

Wer die Menschen nicht verbessert, der verschlechtert sie.

Gerard Depardieu ist jener verdienstvolle Mann, der seinerzeit im Flugzeug von Paris nach Dublin kurz vorm Start vor allen Leuten in den Gang uriniert hat. Felix Baumgartner, der nun Depardieu verteidigt, ist jener gerichtlich verurteilte Mann, der in Salzburg einen Autofahrer mit einem Fausthieb niedergestreckt hat. Dass Baumgartner Depardieu verteidigt, ist naheliegend. Baumgartner befürwortet eine Diktatur, gegen die auch Monsieur Depardieu wenig Einwände zu haben scheint, ist doch sein neuer "Freund" Putin gerade dabei, Russland, mit tatkräftiger Unterstützung der Orthodoxen Kirche, in eine Diktatur zu verwandeln. Die Bewusstseinsebene, auf die sich Baumgartner und Depardieu bis jetzt, gewiss nicht ohne Mühe, entwickelt haben, nennt man die "egozentrische". Auf dieser Ebene denkt man in erster Linie an sich selbst. Ein Motto des Neoliberalismus lautet: "The winner takes it all", und die Verlierer, klar, sind selber schuld. Vielleicht, weil es zum Zeitgeist der neoliberalen Ära passt, sieht sich "Die Presse" als österreichisches Zentralorgan des Neoliberalismus wohl genötigt, dem Schwachsinn der beiden gierigen Millionäre Platz zur Verfügung zu stellen. Was aber bedeutet es, wenn ein angebliches "Qualitätsmedium" Leute hochleben lässt, die sich nicht benehmen können und mitunter auch gewalttätig werden? "Wer die Menschen nicht verbessert, der verschlechtert sie."

experte

nachdem ein ehem. tormann gesundheitsexperte in stronachs team wurde,könnte doch steuervermeider baumgartner als finanz-und steuerexperte dort anheuern.

Re: experte

Nicht Steuervermeider, sondern nur nicht komplett Gestörter und alles Fressender, was von komplett Wild gewordenen, verantwortungslos agierenden Umverteilern ( vor allem in die Taschen der eigenen, Quersubventionierten Klientel) an Kurzsichtigkeiten in die Welt gesetzt wird.

Zwischen Vermeidung und Hinnahme kalter, kommunistischer Enteignung bestehen ein paar Farbnuancen - auch wenn das Purpur Roten schwer fällt, zu kapieren.

Re: Re: experte

kommunistischer Enteignung?
ach deshalb Rußland,es lebe die Oligarchie

Felix Baumgartner hat 100-prozentig recht.

Da können die Wadelbeisser schreiben was sie wollen, dieser Mann hat mehr geleistet als so mancher Sozialfall, der hier postet...

Re: Felix Baumgartner hat 100-prozentig recht.

Wass hat er geleistet und wie wertvoll war das für die Gesellschaft?

Oder war es vielleicht nur wertvoll für sein Ego und seine Geldbörse?

Re: Felix Baumgartner hat 100-prozentig recht.

Warum? Weil er illegal von Hochhäusern und Brücken sprang und dabei, ab und zu einen Joint zu viel rauchte?

.-)

Ganz ehrlich, wir alles wissen

und zahlreiche Statistiken belegen, dass die Reichen immer reicher werden, trotz hoher Steuern. Also irgendwie schuftet sich der Normalbürger zum Idioten und den Lohn der Arbeit sackelt sich ein anderer ein. Das ist ein Faktum, weil alleine wird keiner reich, da müssen schon andere auch arbeiten.

Patriotismus nicht mehr in Mode

früher trug man freudig seine Haut für König und Vaterland zu Markte. Heute tut man das nicht mehr, zumal sich das Vaterland so gar nicht dankbar zeigt und seine Bürger umso mehr alimentiert je weniger sie leisten (können, wollen).
Wenn die Leistungsträger zu sehr gemolken werden gehen sie von der Fahne, sie werden anderswo gerne aufgenommen, sie und ihre Beiträge werden ja überall gebraucht

Re: Patriotismus nicht mehr in Mode

Überlegen Sie kurz einmal was Sie da schreiben.

Ein Schauspieler erbringt mit Sicherheit nicht solche Leistungen die sein Einkommen rechtfertigen würden. Ein jeder Feuerwehrmann oder eine jede Krankenschwester leistet in einem Monat mehr für die Gesellschaft.

Dass eben diese echten Leistungsträger nicht ganz einsehen warum sie unverhältnismäßig viel Last zu tragen haben, ist auch einzusehen.

Zieht man eventuelle Filmförderungen ab,

verdient ein Schauspieler genau das, was er verdient.

Die Studios engagieren ihn freiwillig, das Publikum geht freiwillig ins Kino - also ist sein Gehalt exakt richtig und gerecht.

Zum Vergleich mit der Krankenschwester sei Dir das "Wasser-Damanten-Paradoxon" und die Antwort der subjektiven Wertelehre darauf empfohlen.

Re: Zieht man eventuelle Filmförderungen ab,

Interessanter Einwand, der allerdings ein inhärentes Problem unterstreicht und keine Lösung anbietet sondern nur die fatalistische Einstellung zeigt, dass die Angst vor Neuem größer ist als der Mut das System zu verbessern.

Re: Re: Patriotismus nicht mehr in Mode

Niemand wurde oder wird gezwungen für Depardieus Filme Geld auszugeben. Die Leute zahlen dafür freiwillig, somit ist es einfach nur kommunistischer Unsinn über eine "Rechtfertigung" für sein Einkommen zu fabulieren.
75% Steuersatz grenzt jedenfalls schon an staatliche Enteignung. Würden Sie unter diesen Steuersatz fallen, würden Sie vermutlich genauso handeln. Und wenn die dummen Politiker wie Hollande die Warnungen ignorieren (und deren gab es vor Einführung des Enteignungssteuersatzes viele) so bleibt eben nur noch die Abstimmung mit den Füßen. 75% von Null ist eben Null, Genossen.

Re: Re: Re: Patriotismus nicht mehr in Mode

Das ist das Problem. Niemand möchte die Definition von Leistung diskutieren. Das wäre dann natürlich Kommunismus.

Aber vorher von Leistungsträger schwafeln. Das ist natürlich die einfachste Tour:

"Ich habe recht, weil, äh, weil Sie ein Kommunist sind!"

Leistung ist das,

wofür jemand anderer freiwillig eine Gegenleistung erbringt.

So einfach ist das.

Und der Kommunismus hier ist kein aus der Luft gegriffener Vorwurf: Dein Versuch, Leistung als bei der jeweiligen Transaktion Außenstehender absolut zu beurteilen ist auch der Grundfehler der Marxschen Arbeitswerttheorie (den er im übrigen auch mit Adam Smith teilt, und der erst von Menger zufriedenstellend gelöst wurde, um nicht nur die Kommunisten anzugreifen).

Re: Leistung ist das,

Eine jede erbrachte Leistung steht nicht im leeren Raum und muss im Kontext der Gesellschaft betrachtet werden.

Die Meinung, dass nur bezahlte Tätigkeit Leistung sein kann ist zudem die kultivierteste Form Menschen in die Verrohung zu führen.

Dementsprechend muss daran gearbeitet werden eben diese Schieflage der Beurteilung zurecht zu rücken.

Das automatisch als Kommunismus ab zu tun ist zu kurz gegriffen, denn ein diktatorisches System ohne Rücksicht auf den Menschen schwebt mir sicher nicht vor.

Re: Re: Leistung ist das,

Die Beurteilung der Leistung erfolgt in einer freien Marktwirtschaft ohnehin laufend, nämlich durch den Konsumenten. Wenn der mit dem Preis/Leistungsverhältnis nicht einverstanden ist, so kauft er das Produkt eben nicht.
Speziell bei Schauspielern wie Herrn Depardieu erfolgt diese Leistungsbeurteilung auf direktem Wege: An der Kinokassa/Filmverleihen/Fernsehern. Wenn genügend Konsumenten das nicht gefällt was Herr Depardieu abliefert, so wird er sich mit weniger Gage zufrieden geben müssen.

Leute die hingegen von außen versuchen eine Leistungsbeurteilung durchzuführen maßen sich eine Objektivität an die sie schlicht nicht besitzen, denn diese Beurteilungen sind immer subjektiv. Daran ist auch schon der Kommunismus gescheitert, denn auch dort versuchten die Politiker eine Leistungsbeurteilung aufzuoktroyieren und die Beurteilung des freien Marktes auszuschalten. Wie gut das funktioniert hat wissen wir ja.

Re: Re: Re: Leistung ist das,

Sie nehmen - völlig unbegründet - an, dass der "Markt" automatisch alle Menschen einschließt.

Tatsächlich wird der größte Teil der Bevölkerung ausgeschlossen wenn er nicht über die nötigen Geldmittel verfügt hier bei der Leistungsbewertung mit zu spielen.

Sie haben recht: Der Kommunismus ist gescheitert aber vor allem daran, dass er ein starres , rationales Menschenbild hatte in welches der Mensch nicht passte.

Und durch die inhärente Diktatur, die aus der Aufstellung eines kommunistischen Systems kommt.

Sie denken auch keinen Moment darüber nach, dass etwas anderes als Geld als Maßeinheit herangezogen werden könnte bzw. vielleicht sogar muss weil es viele Probleme - insbesondere individuell psychologische und gruppenpsychologische Effekte - damit gibt.

Re: Re: Re: Re: Leistung ist das,

Ihr Geschreibsel klingt sehr nach "Gemeinwohlökonomie" ala Felber/Attac. Tatsächlich ist diese nichts anderes als Kommunismus im schlechten Tarngewand.
JEDER von uns nimmt am Markt teil und um einen Markt entstehen zu lassen braucht man auch nicht zwangsläufig Geldmittel. Denn ein Markt entsteht immer dort wo Menschen Dinge tauschen. Sei es nun Sache gegen Sache, Sache gegen Dienstleistung, Dienstleistung/Sache gegen Geldmittel usw.
Der freie Markt bestimmt den Preis objektiv durch Angebot/Nachfrage und danach werden auch die Anbieter (bzw. Hersteller) entlohnt. Herr Depardieu bietet eine Dienstleistung an und die Konsumenten entlohnen ihn dafür, oder eben nicht, wenn es ihnen nicht gefällt.

Natürlich gibt es verwerfliche Entlohnungen in Höhen die oft keiner Leistung entsprechen. Diese entstehen jedoch meist dort, wo der freie Markt durch Intervention ausgeschaltet wird (staatliche Versorgungspostern, Monopole u.ä.).

Re: Re: Re: Re: Re: Leistung ist das,

Sie haben mein Argument nicht verstanden, da Sie offensichtlich abgeschaltet haben nachdem Sie dachten ich wäre einer der linken Spinner.

Bitte versuchen Sie den Inhalt zu verstehen bevor Sie genau das als vermeintliches Gegenargument anführen das ich vorhin entkräftet habe.

Beschäftigen Sie sich doch mal mit den Ergebnissen von Prof. Falk an der Zürich Universität.

Vielleicht verstehen Sie dann besser um was es geht.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Leistung ist das,

Ich habe Ihr Argument sehr wohl verstanden, Sie schaffen es aber anscheinend nicht zu erkennen, dass die zentrale Aussage Ihrer Behauptung bezüglich Leistungsbewertung einfach falsch/schädlich ist.
Eine objektive Leistungsbewertung durchgeführt von Personengruppen kann niemals funktionieren. Die einzig objektive Instanz zur Leistungsbeurteilung ist der freie Markt und dort ergibt sich diese Leistungsbeurteilung von selbst durch Angebot/Nachfrage.
Der Rest Ihrer Postings ist leider nur diffuses Geschwafel auf das man schwerlich näher eingehen kann.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Leistung ist das,

Eine jede Bewertung basiert auf Kennzahlen.

Ich stelle die Art Ihrer Kennzahl in Frage.

Sie nehmen nämlich an, Preis ist gleichzeitig auch eine passende Bewertung.

Dafür gibt es keine Begründung die im Angesicht der vielen Gegenbeispiele, sei es im privaten, im akademischen sowie auch im Umfeld der digitalen Vernetzung, Bestand haben kann.

Zudem der Markt den Einzelnen dazu bringt asoziale Tendenzen freien Lauf zu lassen.

Es besteht also die Notwendigkeit über dieses Bewertungsschema zu diskutieren. Sich da mit der unsichtbaren Hand rausziehen zu wollen ist Flucht und kein Argument.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Leistung ist das,

Na dann nennen Sie doch ein Gegenbeispiel für einen freien Markt in dem Preis nicht durch Angebot und Nachfrage entsteht, anstatt hier weiter substanzlos-nebulöses Geschwafel abzusondern.

Asoziale Tendenzen haben außerdem mit Märkten nichts zu tun, denn dieses Verhalten gibt es in jedem Wirtschaftssystem. Sie vermischen da Äpfel mit Birnen, schmeißen noch Pflaumen dazu und verühren das dann zu einem Brei der zwar keinerlei Sinn und Logik enthält, aber irgendwie ihre krude Marktfeindlichkeit stützen soll.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Leistung ist das,

Ihr letzter Absatz zeugt von einem Missverständnis: Mir geht es darum über ein besseres System zu diskutieren in dem diese menschlichen Tendenzen nicht gefördert werden.

Pflegeberufe sind by the way ein sehr gutes Beispiel. Viel Nachfrage, zu wenig Angebot und trotzdem reguliert sich hier der Preis nicht nach oben.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Leistung ist das,

Asoziale Tendenzen haben mit dem Wirtschaftssystem nichts zu tun, sondern nur mit der Natur des Menschen. Da unterliegen Sie einem weiteren eklatanten Irrtum. Bekämpft wird sowas am besten mit einem guten Strafgesetzbuch und funktionierender Justiz, aber nicht durch kommunistische Versuche das Wirtschaftssystem zu revolutionieren.

Wenn sich der Preis für Pflegedienste nicht nach oben bewegt, dann wird die Nachfrage nach dem gegebenen Angebot eben doch nicht so groß sein, wie Sie glauben.

 
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