Schwarzenegger als Motivator: „Wir feiern die echten Action Heroes“

Arnold Schwarzenegger sang in der Aula der Wissenschaften Lobeshymnen auf Bundeskanzler Werner Faymann und Österreich. Und riet, für eine grüne Zukunft die „Kraft des Individuums“ zu nutzen.

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Arnold Schwarzenegger – (c) REUTERS (HEINZ PETER BADER)

Vor der Aula der Wissenschaften hatte man den grünen Teppich ausgerollt. Der hohe Gast: ein Professor von der University of Southern California, ehemals Mr. Universe, Terminator, Gouverneur von Kalifornien, dessen Leinwand-Comeback in den USA gerade ebenso floppt wie seine ausführliche Biografie. Gut, dass der Professor noch eine Karriere als Umweltaktivist hat. Und ein Land, in dem man ihm gern zuhört.

Wobei man der Ehrlichkeit halber sagen muss: Arnold Schwarzenegger weiß zu motivieren. Bundeskanzler Werner Faymann wurde in seiner ganzen Karriere wohl noch nie so viel gelobt wie an diesem Donnerstagvormittag in der Wiener Wollzeile. Er liebe die Partnerschaft, die er und Faymann entwickelt hätten, sagte Schwarzenegger da. „Danke, dass du so ein großartiger Leader bist!“

Dabei war es gerade nicht die hohe politische Ebene – auch wenn selbst EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso angereist war – die Schwarzenegger mit der von ihm einberufenen Umweltkonferenz ansprechen wollte. 2010 hatte er die Organisation R20 mit dem Ziel gegründet, Städte und Regionen zu unterstützen und zu vernetzen, die nicht länger auf (inter-)nationale Entscheidungen warten wollen, sondern den Klimawandel auf eigene Initiative bekämpfen wollen.

Eine Idee, die auch österreichische NGOs begrüßten – die aber auch kritisierten, dass  die Konferenz als reiner „Elitezirkel“ von Wirtschaft, Politik und Wissenschaft angelegt sei, zu der die Zivilgesellschaft in Form der NGOs keinen Zutritt hätte. Schwarzenegger jedenfalls begann seine Keynote mit einem auf Deutsch gehaltenen, rhetorisch sehr amerikanischen Ausflug in die Steiermark.

Auf dem Flug hierher, erzählte er, „habe ich sehr lange sehr intensiv an meine Kindheit“ gedacht, „an die kalten Wintertage“, an denen er mit seinem Bruder Wasser vom Brunnen geholt und Holz in die Küche getragen habe, „damit wir es dort warm haben“, an Schneeballschlachten und Eisschießen auf dem zugefrorenen Thalersee.

Er habe sich aber auch an seine vielen Filmrollen als Action-Held erinnert. „Und jetzt bin ich hier, auch als Kämpfer, aber ohne Schwert, ohne Pistolen, ohne Gewehr. Meine Waffe ist die Überzeugung, dass wir, wenn wir alle zusammenhalten und den richtigen Weg gehen, unsere Welt sauberer, gesünder und viel besser machen können.“ Es sei zwar schön, wieder in Filmen zu spielen und zu schießen. „Aber heute sind wir hier, um die echten Action Heroes zu feiern.“

Zweck seiner Initiative sei, Erfolgsgeschichten auszutauschen, sagte Schwarzenegger – und er erlaube sich, mit seiner eigenen zu beginnen, nämlich jener als republikanischer Gouverneur mit grünen Zielen. Die Wurzeln dafür würden in Österreich liegen: „Hier in Österreich aufzuwachsen hat mich die Umwelt schätzen gelehrt.“ Er sei stolz auf Österreich und das, was es im Umweltbereich geleistet habe. „Danke, dass ihr mich immer mit offenen Armen willkommen heißt – natürlich mit einem Schnitzel in der einen und Schnaps in der anderen Hand!“

Den wird es für Schwarzenegger spätestens bei der Ski-WM in Schladming wieder geben. Zuvor gab er am Donnerstag noch ein paar Tipps: „Bleiben Sie nicht in ideologischen Ecken stecken“, riet er. „Nützen Sie die Kraft des Individuums“, und: „Hören Sie auf, den Leuten zu sagen, was sie nicht tun dürfen.“ Man könne ruhig Hummer fahren – solange die Energie dafür nachhaltig sei. Im Anschluss diskutierte er noch mit gut 1000 Studenten in der Nationalbibliothek, übernahm eine Buchpatenschaft für eine seltene Karte von Kalifornien und traf des Abends Erwin Pröll. Der Niederösterreichs Beitritt zu Schwarzeneggers R20 besiegelte.

Auf einen Blick

Arnold Schwarzenegger war gestern in Wien, wo er eine Konferenz seiner NGO R20 eröffnete. R20 will Regionen zusammenführen, die sich für nachhaltige Energiegewinnung engagieren. Danach diskutierte er mit Studenten und traf Erwin Pröll. Als Nächstes wird er zur WM-Eröffnung erwartet.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.02.2013)

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