Mit Schwarzenegger und Maier auf der WM-Piste

03.02.2013 | 18:35 |  von Martina Leingruber (Die Presse)

In Schladming wird am Montag um 19 Uhr so manches Österreich-Klischee bedient, so mancher Star aufgeboten.

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Tradition, Emotion, Innovation. Die Eröffnung der alpinen Ski-WM heute, Montag (19 Uhr), in Schladming bedient alle gängigen Sujets der Österreich-Werbung: Lipizzaner, landschaftliche Schönheiten, Mozart. Das genaue Programm ist noch ein Geheimnis. Fix ist aber, dass mit Hermann Maier und Arnold Schwarzenegger zwei der bekanntesten österreichischen Aushängeschilder tragendende Rollen im Zielstadion am Fuße der Planai spielen werden.

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Schwarzenegger, der schon bei den Hahnenkammrennen in Kitzbühel die Promiriege angeführt hatte und in den vergangenen Tagen auf einer Umweltkonferenz in Wien weilte, kommt dabei die Rolle des Reiseführers zu. Er soll via Videozuspielungen Österreichs Vorzüge präsentieren. Auch Wolfgang Ambros und Reinhard Fendrich dürfen mitmischen, Volks-Rock'n'Roller Andreas Gabalier steuert den WM-Song „Go for Gold“ bei, und Ex-Starmania-Siegerin Nadine Beiler wird die Nationalhymne intonieren.

23.400 Zuschauer passen in das Zielstadion, Organisatorin Petra Stifel-Schmitt verspricht allen Gänsehaut-Feeling. 10.000 der Besucher werden zu diesem Zweck in weiße Regenhäute gehüllt. Sie bilden gemeinsam mit dem Zielhang die Projektionsfläche für Videoclips.

Wenig Politik auf der VIP-Tribüne

Kurz dürfen sich auch der steirische Landeshauptmann Franz Voves sowie sein Vize Hermann Schützenhöfer auf der WM-Bühne präsentieren, nämlich genau drei Minuten. Die Landesregierung hat Schladmings 400 Millionen Euro teures WM-Make-over ja zu großen Teilen finanziert. Aktiv mitwirken wird auch Bundespräsident Heinz Fischer. Er soll von Mirjam Weichselbraun interviewt werden, ebenso drei Minuten lang.

Ansonsten bleibt das Auftreten der Politik auf die VIP-Tribünen beschränkt. Und diese dürften nicht wie gewohnt mit Regierungsvertretern sonder Zahl gespickt sein. Während man davon ausgehen kann, dass Voves und Schützenhöfer sich im Lichte ihrer „besten WM aller Zeiten“ bzw. der erhofft zahlreichen ÖSV-Medaillengewinner sonnen werden, wird nur Rund ein Drittel der Bundesregierung Schladming einen WM-Besuch abstatten. Bundeskanzler Werner Faymann zum Beispiel weilt schon seit dem Wochenende im Ennstal. Wie lange er bleiben wird, hängt vom Verlauf des EU-Gipfels in Brüssel ab, der in der kommenden Woche stattfindet. Justizministerin Beatrix Karl, Staatssekretär Reinhold Lopatka, Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle, Umweltminister Nikolaus Berlakovich, Innenministerin Johanna Mikl-Leiter sowie Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner werden quasi Faymanns WM-Begleitung sein.

Gabalier, Nazareth und Costner

Gut möglich, dass die verschärften Anfütterungsbestimmungen Grund für die politische WM-Abstinenz sind. Geschenke und Einladungen, die einen Wert von 100 Euro übersteigen, sind strafbar. Eine Golden VIP Card kostet pro Tag und Stehplatz 500 Euro. Wohlgemerkt von Montag bis Freitag. Am Wochenende sind es nochmals 150 Euro mehr.

Partyanlaufstellen für Prominente sind in den kommenden zwei Wochen das Dach der Hohenhaus Tenne, das Haus Ski Austria sowie das Nobelzelt von Audi und ÖSV unmittelbar neben dem Zielstadion. In diesem haben 1200 Menschen Platz. Neben Vertretern der diversen europäischen Königshäuser hoffen die Veranstalter auch Russlands Präsidenten Wladimir Putin bewirten zu können. Sein Kommen ist noch nicht fix, wird aber ob des Werbeeffektes in Russland ausdrücklich erhofft. Auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel wird erwartet.

Gefeiert wird nach Eröffnungsfeier und Medaillenentscheidung auf dem neu gestalteten Medal-Plaza vor dem Schladminger Rathaus. Neben den oben genannten üblichen Verdächtigen – Gabalier etc. – werden die Rock-Urgesteine Nazareth sowie Kevin Costner ebendort auftreten. Der Hollywood-Superstar wird am kommenden Samstag, dem Tag der Herrenabfahrt, mit seiner Band Modern West in Schladming gastieren. Geboten wird Rockmusik, unterstützt wird Costner gesanglich und an der Gitarre von seiner Tochter Lilly.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.02.2013)

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