Thomas Sabo hat „nix zu meckern“

26.04.2013 | 18:26 |  von Teresa Schaur-Wünsch (Die Presse)

Thomas Sabo, Schmuckhersteller mit österreichischen Wurzeln, hat seinen Wien-Shop neu eröffnet. Geiger David Garrett half ihm dabei.

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Er hat lange blonde Haare, trägt gern rockigen Schmuck, entspricht nicht gerade dem Klischeebild seines Berufsstands – und wenn er kommt, dann ist es etwas Besonderes. Und nein, die Rede ist nicht von Geiger David Garrett, der kommt öfters einmal vorbei. Sondern von jenem Herrn, für den Garrett gern das Testimonial gibt: Thomas Sabo, Schmuckhersteller mit österreichischen Wurzeln und weltweitem Erfolg: Von Berlin bis Shanghai verkaufen sich seine Silberanhänger mit, je nach Vorliebe, putzigen Mascherln oder martialischem Totenkopf.

Sabo eilt der Ruf voraus, selten Interviews zu geben und nicht wahnsinnig gern in der Öffentlichkeit zu stehen. „Am besten ein bisschen dosiert“, sagt er selbst im Gespräch mit der „Presse“. Und lacht. Genau genommen lacht er nach fast jeder Antwort, er scheint gut aufgelegt. Nach Wien gekommen ist der Mittfünfziger, um sein Geschäft in der Seilergasse – eines von zwei in nobler Innenstadtlage – neu zu eröffnen.

Das wurde vergrößert und als erstes weltweit, wie die deutsche Moderatorin erklärt, mit dem neuen Shop-Design versehen. Firmen-Schwarz-Weiß, weiße Leuchter an der Decke, Ornamente am Boden. Der Chef ist zufrieden. „Ich mecker' ja ganz gern immer noch“, erklärt Sabo in breitem Fränkisch, „aber es gab gar nix zu meckern.“

„Ganz geradlinig“ nennt ihn David Garrett, seit vielen Jahren Kunde und erst später offizielles Aushängeschild. „Ich liebe ja so Menschen, die nicht um den Brei herumreden, sondern direkt sagen, was Sache ist. Nicht auf eine arrogante Art und Weise, aber halt direkt. Der weiß, was er tut, und nimmt sich dann auch kein Blatt vor den Mund.“

Schon 1984 hat der Schulabbrecher mit Feinmechanikerlehre sein Unternehmen gegründet. Begonnen hatte alles auf einem Asien-Trip. In Thailand verkaufte Sabo seine Kamera, kaufte dafür Schmuck und „verscherbelte“ den in der Heimat Nürnberg. Bis heute hat die Firma ihren Sitz in Lauf an der Pegnitz im Nürnberger Land. 380 Mitarbeiter hat Sabo dort, weltweit 1500. Er hat 230 Shops auf allen Kontinenten, kooperiert mit 3000 Juwelieren und Airlines. Der große Durchbruch gelang freilich erst 2006 mit dem „Charm Club“, Sabos Version des Bettelarmbands, für die es heute 500 Motive gibt.


Viel zu tun für den Schnauzbartträger in schwarzer Lederhose, der sich selbst gar nicht als Designer sieht, aber bis heute jeden Entwurf begutachtet. „Dadurch, dass wir doch sehr viel reisen“, sagt er, sei auch die Frage nach der Heimat „immer sehr schwer zu beantworten“. Aufgewachsen ist der Sohn eines Österreichers nämlich in Tulln; er war zehn, als die Familie nach Deutschland zog. Aber er habe in Österreich noch Familie, sagt Sabo, und komme „immer wieder gern, ob das zum Wintersport ist oder für eine Reise nach Wien“.

Hier in Wien, mit Garrett und Formel-1-Fahrer Nico Rosberg, bewarb er auch seine Herrenkollektion. „Rebel at heart“ heißt die. Ob er sich selbst noch als Rebell fühle? „Ich glaube nicht“, sagt Sabo und lacht. „Ach Gott, man muss diesen Begriff nicht überstrapazieren.“

Zur Person

Thomas Sabo wuchs in Tulln auf und zog mit zehn mit seiner Familie nach Nürnberg. 1984 gründete er sein Schmuckunternehmen. Heute hat Sabo 230 Shops weltweit. In Wien eröffnete er am Donnerstag mit seiner Frau Luz-Enith sein Geschäft in der Seilergasse neu. Unter den Gästen: die Testimonials David Garrett und Nico Rosberg nebst heimischer Prominenz.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.04.2013)

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