Jackson-Zivilprozess: "Sie werden mich töten"

27.06.2013 | 13:10 |   (DiePresse.com)

Prince Jackson, der Sohn des "King of Pop", erhob vor Gericht schwere Vorwürfe gegen die Konzertagentur AEG. Sie soll seinen Vater stark unter Druck gesetzt haben.

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Im Zivilprozess um den Tod von Michael Jackson hat der Sohn des "King of Pop" schwere Vorwürfe gegen den Konzertveranstalter AEG erhoben. Die Agentur habe seinen Vater unglaublich stark unter Druck gesetzt, sagte Prince Jackson am Mittwoch vor Gericht in Los Angeles. "Manchmal hat er geweint. Er hat gesagt: 'Sie werden mich töten, sie werden mich töten.'"

Auf die Frage, wer damit gemeint sei, habe sein Vater geantwortet: "Die Leute von AEG, Randy Phillips." Phillips ist der Chef der Konzertagentur. Prince Jackson sagte aus, dass sein Vater nach den Telefonaten mit dem Musikmanager oft "verärgert" gewesen sei. Michael Jackson sei von der Idee, wieder aufzutreten, "begeistert gewesen", berichtete der heute 16-Jährige weiter. "Er hätte sich einfach gewünscht, mehr Zeit für die Proben zu haben".

"Sorry, Kinder, Euer Vater ist tot"

Prince Jackson schilderte am Mittwoch auch die Ereignisse am Todestag seines Vaters, der fast auf den Tag genau vier Jahre zurücklag. Seine jüngere Schwester Paris habe "geschrien" und verzweifelt "ich will meinen Daddy" gerufen, während Murray versucht habe, den Popstar wiederzubeleben. Mit Tränen in den Augen erzählte der 16-Jährige, wie die Kinder in einem Auto hinter dem Krankenwagen her zur Klinik gefahren seien.

Zu dem Zeitpunkt hätten sie noch an einen glimpflichen Ausgang geglaubt, sagte Prince Jackson: "Mein Vater hat uns immer gesagt, dass Engel auf ihn aufpassen." Im Krankenhaus sei Murray aber dann zu ihnen gekommen und habe gesagt: "Sorry, Kinder, Euer Vater ist tot." Daraufhin seien sie in Tränen ausgebrochen. Der 16-Jährige, dessen richtiger Name Michael Joseph Jackson Jr. lautet, berichtete auch, wie er dem Leibarzt mehrmals auf Bitten seines Vaters Bargeld überbrachte.

Ein "bescheidenes" Leben

Das Leben mit seinem Vater und seinen Geschwistern bezeichnete Prince Jackson als "glücklich". Ausführlich beschrieb er die Filme, die sie sich gemeinsam ansahen, ihre gemeinsamen Reisen sowie ihr Leben auf der "Neverland Ranch", Jacksons Traum-Anwesen mit Vergnügungspark und Streichelzoo.

Ihr Vater habe stets darauf geachtet, dass sie "bescheiden" blieben, sagte der 16-Jährige: "Unser Vater wollte stets wissen, was wir gerade lernen, ob wir gut in der Schule waren und wie wir unser Wissen einsetzen wollen, um die Welt zu verbessern. Er sagte uns immer, wir sollten kreativ sein und mit der richtigen Gehirnhälfte denken - mit der linken." Heute schlafe er schlecht, sagte Prince Jackson weiter. Sein Vater fehle ihm: "Ich werde ihm niemals meine erste Freundin vorstellen können".

Michael Jackson war am 25. Juni 2009 im Alter von 50 Jahren an einer Überdosis Propofol gestorben. Sein Leibarzt Conrad Murray hatte ihm das Narkosemittel verabreicht, weil der Popstar vor seiner Comeback-Konzertreihe unter chronischer Schlaflosigkeit litt. Der Arzt wurde im Jahr 2011 wegen fahrlässiger Tötung zu vier Jahren Haft verurteilt. Die Jackson-Familie fordert nun in einem Zivilprozess Schadenersatz von AEG, weil die Konzertagentur Murray eingestellt hatte.

(APA)

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