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"Hausfrauen, hört auf, euch zu entschuldigen!"

"Hausfrauen, hört auf, euch zu entschuldigen!"
Symbolbild / Bild: Clemens Fabry 

Die Deutsche Birgit Kelle ist Ende dreißig, hat vier Kinder, einen klugen Kopf und ein gutes Mundwerk. Damit bringt sie frischen Wind in deutschsprachige Feminismusdebatten, jetzt auch mit einem Buch.

 (Die Presse)

Sie ist 38 Jahre jung und drauf und dran, ein Fixstern am Horizont deutscher Feminismusdebatten zu werden. Dabei war Birgit Kelle völlig unbekannt, bis sie zur Sexismusdebatte um FDP-Politiker Rainer Brüderle Stellung nahm. Als im Jänner auf der Internetplattform des Magazins „The European“ ihr Artikel „Dann mach doch die Bluse zu!“ erschien, hatte sie offenbar einen gesellschaftlichen Nerv getroffen. Der schlagfertige Text verbreitete sich viral im Netz und wurde so heiß diskutiert, dass er sogar „Social-Media-Phänomen des Jahres“ getauft wurde. Kelle fand die Sexismusdebatte heuchlerisch und aufgebauscht und fragte: „Mit welcher Begründung soll man uns in die Chefetagen vorlassen, wenn wir es nicht einmal schaffen, allein an einer Bar ohne Sexismuspolizei zu bestehen?“

Nun hat die Deutsche unter demselben Titel ein Buch veröffentlicht. Darin spielt die Sexismusfrage freilich eine Nebenrolle, Hauptthema ist ein anderes. Kelle hat vier Kinder, ist für sie lang zu Hause geblieben, habe „unfassbar schöne Jahre“ mit ihnen hinter sich – und ist es leid, sich dafür zu entschuldigen. „Denn sich zumindest ein bisschen schlecht zu fühlen, ist Mindestmaß für eine Hausfrau und Mutter in Deutschland.“

Kelle ist keine neue Eva Herman, die im Heimchen am Herd die „wahre“ Natur der Frau entdeckt hat. Die freie Journalistin mit Jura-Abschluss ist erstens klüger und zweitens ideologisch erfrischend unbekümmert. Sie vermisst nur die Freiheit, die der Feminismus versprochen hat. „Es ist mein gutes Recht, mein Leben so zu leben, wie es mich glücklich macht. Ich habe nur dieses eine. War der Feminismus nicht einst dafür eingetreten, dass ich genau das machen darf? Leben, wie ich es will? Was ist passiert auf dem Weg der gleichen Rechte für alle?“

Das ist kein Uraltplädoyer für das Hausfrauendasein. Birgit Kelle ist das frische Gesicht eines alten Unbehagens, das kein Alter hat. Unbehagen, da man als Frau, die sich entscheidet, mit ihren Kindern länger als das gesellschaftlich als „angemessen“ angesehene Mindestmaß hinaus zu Hause zu bleiben, scheel angesehen wird. Da man in Verdacht steht, faul zu sein, feige, dumm, ein Opfer.

Kelle schreibt nun regelmäßig Kolumnen in „The European“. Hunderte Frauen hätten ihr geschrieben, erzählt sie, halbtags arbeitende Mütter wie Studentinnen, die versuchten, Kinder und Studium zu vereinen. „Manche hatten große Karrieren beendet, um bei ihren Kindern sein zu können. Sie kamen aus allen Altersklassen und aus allen politischen Richtungen. Manche waren kirchlich engagiert, andere überzeugte Atheistinnen.“ Und immer wieder dasselbe: „Sie sprechen mir aus der Seele“ oder „Ich dachte, ich sei die Einzige, die so denkt.“ Das habe sie wütend gemacht. „Diese Frauen hungern nach Anerkennung“, sagt sie.

Luxusmodell für Kleinkinder. Zweifellos zu Recht. Wer wie Birgit Kelle aus Begeisterung mehrere Kinder aufzieht und diese Kinder in ihren ersten drei Lebensjahren bei sich und mit Geschwistern zu Hause aufwachsen lässt, noch dazu als gut ausgebildete, also nach gesellschaftlichem Konsens höchst „förderfähige“ Person, macht für fast kein Geld sehr wertvolle Arbeit. Könnten Kleinkinder Lebensformen im Geschäft kaufen, würden sie wohl ausnahmslos zu dieser Luxusausgabe „bei Mama oder Papa zu Hause“ greifen. Hochpreisig ist sie ja, aber nur für die Eltern selbst. Trotzdem ernten diese Eltern oft nicht einmal die Toleranz, die die Gesellschaft angeblich allen Lebensentwürfen entgegenbringt.

Kelle denkt nicht daran, die ewige Debatte, ab wann Kleinkinder (noch nicht) in die Krippe gehören, neu aufzuwärmen. Sie fordert nur den Respekt vor der freien Wahl der Mutter. Warum werden Väter, die länger „am Herd“ bleiben, beklatscht und Mütter ausgebuht?, fragt sie.

Einst war die Hausfrau ein aufgezwungenes Lebensmodell, längst ist sie es nicht mehr, es sei denn durch Arbeitslosigkeit. Und allein schon wegen des finanziellen Drucks besteht keine Gefahr für die große Hausfrauenrenaissance. Trotzdem sind Angst und Abneigung davor geblieben und führen zu paradoxen Haltungen. So geben sich linke Feministinnen, die alle Mütter so bald wie möglich wieder im Erwerbsleben sehen wollen, laut Kelle als „Steigbügelhalter für einen Kapitalismus übelster Ausprägung“ her, „in dem nur noch derjenige etwas zählt, der zum Bruttosozialprodukt beiträgt.“

Noch etwas findet Kelle befremdlich: „Wie einhellig und pauschal in dieser Sache über Familien mit Migrationshintergrund geurteilt wird, gern auch im Zusammenhang mit ,bildungsfernen‘ Familien – in einem Land, das sonst sehr bemüht ist, jeden Eindruck von Ausländerfeindlichkeit zu vermeiden. Ist eine Mutter, die kein Deutsch spricht, eine schlechte Mutter? Ist ein Vater mit geringer Bildung automatisch ein schlechter Vater?“

Und warum paart sich der Kampf um die Gleichstellung der Frau immer noch so oft mit Zwangsbeglückung und Bevormundung? Wenn es um das Muttersein ging, war die Wahlfreiheit im klassischen Feminismus ja nie so richtig vorgesehen. Dessen Ikone Simone de Beauvoir schrieb: „Keiner Frau sollte es erlaubt sein, zu Hause zu bleiben und ihre Kinder großzuziehen, denn hätten sie diese Möglichkeit, dann würden zu viele Frauen sie nutzen.“ Vielleicht dachte sie an einen vorübergehenden Zwang, bis Frauen wirklich frei entscheiden könnten. Aber viele Feministinnen trauen das Frauen bis heute nicht zu.

„Unpassende“ Studien. Und wenn Studien erscheinen, die nicht ins Bild passen, was dann? 2011 bejahten bei einer Befragung von 800 österreichischen Jugendlichen zwischen 14 und 24 Jahren 55 Prozent der weiblichen Befragten die Aussage: „Wenn mein Partner so viel verdient, dass unser Lebensunterhalt gesichert ist, möchte ich Hausfrau sein.“ Studienleiter Peter Filzmaier erklärte das damit, dass „das Familienleben – mit ganz unterschiedlichen, auch modernen Familienbegriffen – in Österreich einen grundsätzlichen gesellschaftlichen Wert darstellt.“ Dennoch zeigte sich der „Kurier“ überzeugt, die wahren „schockierenden Ursachen“ seien ausschließlich Wirtschaftskrise, Druck der Arbeitswelt und Versagen des Staats bei der Kinderbetreuung.

Noch viel aussagekräftiger war eine ebenfalls 2011 erschienene Studie des Mouvement Mondial des Mères (MMM). 61Prozent der befragten 11.000 europäischen Müttern sagten, sie wollten sich voll auf ihre Kinder konzentrieren, bis diese das dritte Lebensjahr vollendet hätten. 37 Prozent wollten das auch noch bis zum Schuleintritt. Und 70 Prozent wünschten sich Teilzeitarbeit bis zum 18. Lebensjahr der Kinder.

Haben alle diese Frauen ein deformiertes Bewusstsein? Flüchten sie alle vor einer zu harten, Frauen benachteiligenden Arbeitswelt? Oder sind unter ihnen doch einige oder viele, die einfach gern länger bei den Kindern bleiben möchten – ganz einfach, weil sie es wollen? Ja, und könnte es sein, dass es immer im Durchschnitt mehr Frauen als Männer geben wird, die das wollen, ganz gleich, wie viel Bewusstseins- und Systemveränderung man betreibt?

Birgit Kelle berichtet von einer Debatte mit der Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin, die ihr vorwarf, „ich sei gar nicht frei, selbst zu entscheiden, ich sei gefangen in einer Illusion. Folgt man ihrer Argumentation, dann bin ich als freiwillige Hausfrau und Mutter eine Art Geisel mit ,Stockholm-Syndrom‘“, die mit ihrem Peiniger (dem Ehemann, dem System) kollaboriere.

Das erinnert an das herrliche Gespräch zwischen dem norwegischen Komiker Harald Eia und einer Genderforscherin in Eias viel beachteter Reportage „Gehirnwäsche“. Nachdem Eia die Dame mit Studien konfrontiert hat, die zeigen, wie unterschiedlich Buben und Mädchen sich vom Babyalter an etwa gegenüber Spielzeug verhalten, fragt er sie, ob dieses Material ihre Sichtweise ändere. Aber nein, antwortet sie, „nein. Ich habe eine theoretische Basis, so könnte man es sagen. Und darin ist kein Platz für Biologie.“

Weg mit dem H-Wort. Am besten wäre es wohl, könnte man den belasteten Begriff Hausfrauen überhaupt abschaffen, wenn es um Mütter geht, die sich mehr Zeit für ihre Kinder nehmen wollen. Das Wort ist zu sehr mit alten Lebensformen, mit Hilflosigkeit und Zwang assoziiert. Birgit Kelle hat offenbar kein Problem damit, betont aber ebenfalls: „Nur wenige Frauen sind heute wirklich Hausfrauen, wie sie in den Geschichtsbüchern stehen. Manche sind es nur für einige Jahre, andere für längere Zeit. Wenn ich auf mein bisheriges Leben zurückblicke, dann steckte ich zeitweise in jeder dieser Schubladen. Manchmal erfolgte der Wechsel im Wochenrhythmus. Ich bin es leid, von Schublade zu Schublade zu springen, je nachdem, in welche mich andere gern stecken wollen, um ihr Klischeedenken zu kultivieren. Kuchenbacken und Geschichtenvorlesen hindern mich nicht daran, Geld zu verdienen und meine Autoreifen selbst zu wechseln. Ich kann beides, denn ich bin eine Frau. Was von alledem ich jedoch lieber mache – mit Verlaub, das entscheide ich selbst.“

H-Debatte

Eva Herman. Die ehemalige deutsche Fernsehmoderatorin sorgt seit 2006 immer wieder für Debatten über Frau- und Muttersein. Herman bezichtigte den Feminismus, die Frauen zwischen unvereinbaren Rollen aufzureiben. Dass „Mutter und Kind in den ersten drei Jahren zusammengehören“, bezeichnete sie als „Naturgesetz“.

Elisabeth Badinter, prominente französische Feministin, veröffentlichte 2010 ihrBuch „Le conflit“ („Der Konflikt“). Darin warnte sie, dass der Trend zum Stillen und zur Betonung des „Mutterinstinkts“ die Ziele der Frauenbewegung gefährde.

Kristina Schröder, die deutsche Familienministerin, kritisierte 2012 im Buch „Danke, emanzipiert sind wir selbst“ Feministinnen wie Alice Schwarzer und „Strukturkonservative“ wie Eva Herman, weil sie bestimmen wollten, wie „das richtige Frauenleben auszusehen hat“.

Birgit Kelle hat wie Herman beschlossen, längere Zeit mit den Kindern zu Hause zu bleiben, will ihren persönlichen Lebensentwurf aber niemandem aufdrängen. Sie fordert im Gegenteil wie Schröder, dass jeder nach seiner Fasson selig werden dürfe. Somit müsse die Gesellschaft auch Hausfrauen jene Toleranz entgegenbringen, die sie so lautstark gegenüber allen Lebensentwürfen propagiere.

Birgit Kelle im Wortlaut

„Dann mach doch die Bluse zu“ ist im Adeo Verlag erschienen – ein Auszug daraus:

Aus feministischer Sicht bin ich eine wirklich traurige Gestalt, die über ihren Kindern gluckt, ihnen selbst gekochtes Essen aufzwingt, und das auch noch zu Hause! Ich bin es leid, das immer wieder zu erklären, zu entschuldigen, zu rechtfertigen. Es ist mein gutes Recht, mein Leben so zu leben, wie es mich glücklich macht. Ich habe nur dieses eine. War der Feminismus nicht einst dafür eingetreten? [...]

Das Frauenkollektiv ist tot, sollte es überhaupt jemals existiert haben. Es gibt nicht die Frau und auch nicht den einen „Frauenwillen“. [...] Der Zwang ist geblieben, nur die Aufseher haben gewechselt. Besser gesagt, die AufseherInnen [...].

Mussten wir uns früher also von Männern erklären lassen, was das Richtige für uns Frauen ist, müssen wir uns das heute von anderen Frauen gefallen lassen. [...] Mussten wir einstmals darum kämpfen, aus dem bürgerlichen Leben ausbrechen zu dürfen, müssen wir heute darum ringen, in diesem bleiben zu dürfen. Mussten wir früher darum kämpfen, berufstätig sein zu können, müssen wir heute dafür streiten, bei unseren Kindern bleiben zu dürfen.

Ein glückliches Dasein als Mutter und Ehefrau ist auf diesem Weg einfach nicht vorgesehen. Ganz im Gegenteil, es ist sogar ein Verrat an der Frauensache. [...] So schrieb etwa die amerikanische Feministin und Politikwissenschaftlerin Jane Mansbridge realistisch: „Wenn auch nur zehn Prozent aller amerikanischen Frauen Hausfrauen bleiben, so würde dies die traditionelle Sichtweise auf das, was Frauen tun sollen, bestärken und andere Frauen ermutigen, ebenfalls Hausfrauen zu sein, zumindest, wenn ihre Kinder klein sind ... Dies bedeutet, wie auch immer eine einzelne Feministin über Kindererziehung oder Hausarbeit denkt, so hat doch die Bewegung als Ganzes viele Gründe, Frauen von der Vollzeithausarbeit abzubringen.“

Noch Fragen? Es darf eben nicht sein, was nicht sein soll. Ich dürfte mich doch der Frauenbewegung anschließen, bekam ich einmal von einer Leserin zu hören [...]. Ja, ich dürfte mich doch in meinem Kampf für das Glück von Müttern netterweise anschließen, oder besser gesagt hinten anstellen bei der großen feministischen Sache. Was sie und auch viele andere Frauen dieser Generation offensichtlich nicht einmal ansatzweise begriffen haben: Ich bin längst Teil der Frauenbewegung, ich bewege mich nur in eine andere Richtung. [...]

Von mir aus soll doch jede Frau leben, wie sie will. Wenn sie Karriere machen möchte, dann nur zu, wir brauchen die Frauen in der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Politik. Wenn sie beides haben will, Kinder und Karriere, auch gut, dann sollten wir ihr helfen, das Ganze zu bewältigen. Und wenn sie Hausfrau und Mutter sein will? Dann lasst sie doch, und gebt ihr die gleiche Unterstützung für ihren Lebensweg, die ihr allen anderen Frauen auch zugesteht.

Aber genau daran hapert es, und deswegen bin ich an diesem Punkt absolut liberal. Da es nicht darum gehen kann, anderen Frauen einen bestimmten Lebensentwurf aufzudrängen und sich in der Rabenmutter/Heimchen-am-Herd-Diskussion aufzureiben, sondern darum, jede ihren eigenen Weg gehen zu lassen. So, wie Friedrich der Große es einst formulierte, dass jeder nach seiner Fasson selig werden soll.

An diesem Punkt sind die Konservativen übrigens weitaus liberaler als die sogenannte moderne Linke oder diejenigen, die sich dafür halten. [...] Selbst die verstocktesten Konservativen nehmen [...] inzwischen nahezu widerstandslos hin, dass die Gesellschaft sich verändert, sie müssen Toleranz aufbringen, um selbst noch konservativ sein zu dürfen in einem Land, in dem sie sonst als überholt abgestempelt werden. Adeo Verlag

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.09.2013)

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72 Kommentare
 
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Recht hat sie!

Es ist schon eigenartig, wie man immer wieder versucht, anderen Menschen vorzuschreiben, wie diese zu leben haben. Das betrifft nicht allein die Hausfrauen.

Aber bei Müttern fällt es schon stark auf, dass sie es anscheinend niemandem recht machen können: gehen sie bald nach der Geburt wieder arbeiten, sind sie egoistische Rabenmütter, denen es nur um ihre Selbstverwirklichung geht und denen ihre Kinder egal sind. Bleiben sie jedoch zu Hause bei den Kindern und arbeiten nicht oder "nur" Teilzeit, dann sind sie faule Schmarotzerinnen, die sich von ihren Männern aushalten lassen.

Mich wundert es nicht, dass sich immer mehr - vor allem gebildete - junge Frauen dazu entschließen, sich das nicht antun zu wollen. Es wird spät oder gar nicht geheiratet und Kinder bekommt man auch kaum noch.

Müssen sich nicht entschuldigen

Jede/r wie er/sie will. Persönlich verurteil ich niemanden wegen solcher Entscheidungen, nur fällt dann banaler Small-Talk manchmal schwer wenn auf die Frage, was man denn so macht, als Antwort "Hausfrau" kommt.

Re: Müssen sich nicht entschuldigen

Dann hören Sie aber nicht richtig hin! Es kommt immer auf die Einzelperson an und was die so alles mit ihrem Leben anfängt.

Hausfrau sein bedeutet ja nicht notwendigerweise, dass man nur mehr Haushalt und Kinder im Kopf hat und sich den ganzen Tag Soaps im TV ansieht.

Sicher gibt es solche Frauen auch. Es gibt aber auch Mütter, die berufstätig sind und als einziges Gesprächsthema ihre Kinder haben und anderen detailreich erzählen, wie oft das Baby denn heute gefurzt und die Windeln vollgemacht hat. Solche Frauen finde ich weitaus mühsamer, denn mit diesen finde ich wirklich keine Gesprächsbasis.

Re: Re: Müssen sich nicht entschuldigen

Behaupte ja nicht dass sie deswegen langweilig sind. Bin es nur selbst nicht gewohnt da innerhalb der eigenen Familie praktisch niemand außerhalb der Karenz ganz zu Hause blieb. Und alle haben mind. 2 Kinder.
Insofern muss ich dann aufpassen dass ich nicht frage, wieso sie/er denn keiner Arbeit nachgeht. Denn das wäre unhöflich.

In Österreich wird diese Lebensform beinahe unfinanzierbar

Der mit "Individualbesteuerung" umschriebene Raub an Alleinverdiener-Familien mach das Lebensmodell von Birgit Kelle beinahe unmöglich. Die Linken im Lande zwingen Frauen in die Erwerbsarbeit. Und dieses Modell ist auch ganz im Sinne der Wirtschaft: Ein erhöhtes Arbeitskräfteangebot senkt - der "freien Marktwirtschaft folgend - den Arbeitslohn.
So "christlich" ist die Unternehmerseite.

Birgit Kelle - erfrischend

Wir freuen uns über Birgit Kelle.
Übrigens:
"Völlig unbekannt" war Birgit Kelle auch vor der Sexismusdebatte nach R. Brüderle nicht.
Wir kennen und schätzen sie schon seit Jahren!

seni

wer hindert frauen daran, so zu leben wie sie wollen?
haben auch männer recht darauf sich für die karriere oder zu hause bleiben, zu entscheiden?
appropp die entschädigung der hausfrauen/männer für ihre leistung: warum zahlen nicht die partner die von dem zu hause bleibenden partner diese entschädigung?

Re: seni

Natürlich haben Männer auch ein Recht darauf, wieso auch nicht? Auch Männer dürfen in Karenz gehen und wer nach dieser Zeit zu Hause bleibt, muss sich das Paar halt miteinander ausmachen.

Meist ist es halt aus finanziellen Gründen so, dass das die Frau ist, weil die vorher schon weniger verdient hat als der Mann und somit weniger Verdienstausfall entsteht.

Es ist ja jetzt so, dass das die Partner bezahlen, denn die finanzieren ja mit ihrem Gehalt auch die Lebensmittel, Kleidung usw. des zu Hause bleibenden Partners. Das Problem dabei ist halt, dass die wenigsten soviel verdienen, dass sich ein angemessenes Gehalt ausgehen würde. Ein angemessenes Mindestgehalt für einen Vollzeitjob ist in etwa 1300 EUR netto. Zeigen Sie mir einen Normalverdiener, der das an seinen Partner auszahlen kann.

Re: Re: seni

Für Männer gibts keinen Kündigungsschutz in der Karenzzeit. Was das in der heutigen Leistungsgesellschaft bedeutet bedarf keiner weiteren Erläuterung.
Ist halt mitunter auch ein Grund.

selbständig denkende Frauen

sind ein Quell der Freude.

leisten können

Das Hausfrauendasein muss sich der Göttergatte mal leisten können. Es ist eine Lebensform für die obere Mittelschicht und für die Sozialfälle.

leisten können - oder wollen

Es ist mehr eine Frage des Wollens.
In Österreich ist es durchaus möglich, mit einem Durchschnittseinkommen eine kinderreiche Familie zu haben.
Allerdings:
In der Stadt sehr schwierig, Urlaubsfahrten kaum mehr möglich bis unmöglich.

Trost:
Glücklich macht Urlaub nicht unbedingt.
Schön kann es auch zuhause sein.

Übrigens:
Eine Mutter mit 11 Kindern schenkte dem Staat sogar 671.000 Euro - nachzulesen auf schreibfreiheit.eu.

Re: leisten können - oder wollen

So leicht ist es nicht, denn schon allein Wohnraum ist teuer. Je mehr Kinder man hat, desto mehr Schlafräume braucht man auch.

Nicht jeder hat die Möglichkeit, eine Sechszimmerwohnung zu bezahlen, die bräuchte man aber für 11 Kinder in etwa. Mehr als 2 Kinder in ein Kinderzimmer zu stopfen, ist schon problematisch, vor allem dann, wenn die Kinder in die Pubertät kommen. Die Eltern wollen natürlich auch ein eigenes Zimmer zum Schlafen und ein großes Wohnzimmer, in dem alle sitzen können, wäre auch nett.

House Manager müssen pensions- und krankenversichert werden

Natürlich kann frau zu Hause bleiben wenn sie will. Wenn sie/er einen PartnerIn hat, die/der entsprechend zum Lebensunterhalt für alle Familienmitglieder beitragen kann, ohne die sozialen Netze noch zusätzlich in Anspruch zu nehmen, dann kann jeder seine Wünsche und Leben so gestalten, wie er/sie will. Dann sollte aber auch so viel Gehalt vom EinzelverdienerIn erzielt werden, dass er/sie auch die Pensions-, Kranken-, Unfallversicherung für den/die Daheimbleibende bezahlt. Denn was passiert z.B. im Scheidungsfall, wenn die Frau/Mann schon älter ist (also ohne Jobaussichten)-->ja dafür haben wir die von allen Arbeitslosenversicherten finanzierte Mindestsicherung.

Wir haben heute schon den paradoxen Fall, dass Leute, die jahrzehntelang gearbeitet haben und wenig verdient haben, weniger Pension bekommen, als jene, die überhaupt nichts in die Systeme eingezahlt haben. Man/frau suche sich nur einen höheren StaatsdienerIn als Partner aus, bekomme Kinder, bleibe bei diesen zu Hause. Die Witwen/Witwerpension ist trotzdem üppig. Irgendwie schreit das nicht nach Gerechtigkeit.

Re: House Manager müssen pensions- und krankenversichert werden

Dann bitte aber auch die Familienbesteuerung ! Da hab ich gleich 300,- mehr im Monat.

Re: House Manager müssen pensions- und krankenversichert werden

Ein Kindergartenplatz kostet viel mehr als die staatlichen Anrechnungen der Pensionsonszeiten. Von den Folgekosten der Fremdbetreuung vom Babyalter mal abgesehen......

Vorweg,

ich bin zu 100 % für die Gleichstellung der Frauen in allen Bereichen.
Vermisse aber den Aufschrei und die Forderung nach Angleichung des Pensionsantrittsalters und dem sozialen Dienst, als Ersatz für Zivildienst/Bundesheer.
Ja, da gäbe es noch Ungerechtigkeiten, aber diese Themen werden totgeschwiegen. Kämpft dafür...

Endlich kommt auch die Frauenwelt drauf,

dass der heutige Feminismus nur noch Schubladisierung und Sexismus in die andere Richtung ist!
Der Feminismus des letzten Jahrhunderts war gut und notwendig.
Aber heute dient er nur noch dazu Männer zu diskriminieren und Frauen einen bestimmten Lebensstil aufzuzwingen.

Intoleranz der Toleranten

Immer wieder:
Da kämpfen Menschen für Freiheit,
und flugsdiwugs werden dieselben Menschen zu neuen Unterdrückern.

Re: Intoleranz der Toleranten

Dann betrachten Sie mal die 2. Seite der Medaille. Der Feminismus hat schon seit langem nichts mehr mit Freiheit zu tun.

Männer und Frauen - seid selbstbewusst!

Meiner Meinung nach geht es weniger um die Frage, ob eine Mutter zuhause bei ihren Kindern bleiben "darf" als vielmehr darum, dass die ganze Gesellschaft umgebaut werden soll.
Es ist das "Projekt", das gezielt durchgezogen und verwirklicht werden soll.
Das Wohl der Kinder spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle.
Sind wir uns alle dessen bewusst?
Die Bedürfnisse der Kinder, der Mütter und der Väter interessieren die Strippenzieher im Hintergrund herzlich wenig.
Die wahren Motive einer Elite zu kennen, die sich anmaßt, Menschen in ihren ganz persönlichen Entscheidungen zu beeinflussen, wäre vielleicht ganz interessant und erhellend.

Dass eine Frau, die weniger Arbeitsjahre "auf dem Buckel" hat, finanzielle Nachteile hat, ist nicht zu leugnen.
Dies ist sowieso höchst ungerecht und einThema für sich.
Denn auch "Hausfrauen-Arbeit" ist, wenn sie verantwortungsbewusst gemacht wird, oft genug ein Knochen-Job.
Die wenigsten Mütter werden mit ihren Babys, ihren kleinen und größeren Kindern stundenlang am hauseigenen Pool liegen; allenfalls im öffentlichen Schwimmbad.

Re: Männer und Frauen - seid selbstbewusst!

sie haben noch nie hausarbeit gemacht stimmts?? weil wenn sie das einen knochenjob nenne, dann sind sie die prinzessin auf der erbse

ich empfehle arbeiten sie mal am bau, am hochofen, in der forstwirtschaft oder im bergwerk, dann wissen sie was ein knochenjob ist und wer mit einem baby überfordert ist, na .... da ist hopfen und malz verloren

Re: Re: Männer und Frauen - seid selbstbewusst!

Arbeiten Sie auf dem Bau, am Hochofen, in der Forstwirtschaft oder im Bergwerk? Oder sitzen Sie vielleicht in einem gemütlichen Büro?

Re: Re: Männer und Frauen - seid selbstbewusst!

Doch, @Jan55,
ich war jahrelang Hausfrau und weiß, wovon ich rede.
Sie haben sich an meiner Verwendung "Knochenjob" gestört und aus der Sicht eines Mannes, der z.B. am Hochofen arbeitet, ist das auch durchaus verständlich.
Aber es gibt auch eine andere Art des Stresses.
Quengelnde oder gar kranke Kinder, beengte Wohnverhältnisse, fehlende Geldmittel oder in meinem Fall ein lebenslang kranker Ehemann.
Es gibt einfach mannigfaltige Probleme, die bewältigt werden müssen.
Dennoch habe ich schöne Jahre mit meinem krankem Mann und unseren beiden Kindern verbringen dürfen und ich möchte diese Zeit nicht mehr missen.
Falls Sie, lieber @Jan55, einer von diesen schweren Berufen, die Sie erwähnt haben, ausüben sollten, so zolle ich Ihnen meine ganze Hochachtung!
Jede Arbeit, so sie verantwortungsvoll gemacht wird, verdient Anerkennung.
Ob als Hausfrau, Handwerker, im Bergwerk oder sonstwo. Und überall gibt es Stress, nur verschiedener Art.

Re: Re: Männer und Frauen - seid selbstbewusst!

So sehr ich Ihre Beiträge sonst meist gut finde, hier aber greifen Sie ziemlich daneben evtl. weil Sie noch keine eigenen Kinder haben? Das Hausfrau-Dasein ist durchaus ein Knochenjob, vor allem wenn kleine Kinder zu betreuen sind. Natürlich ist es körperlich weniger anstrengend als ein Job am Bau, Hochofen, Bergwerk usw. Jedoch hat man bei diesen Berufen vorgeschriebene Pausen und ein Arbeitsende. Das hat man bei kleinen Kindern nicht, es ist also ein Beruf mit Arbeitszeiten über den ganzen Tag und die ganze Nacht verteilt verbunden mit einer 24/7 Bereitschaft.

Re: Re: Männer und Frauen - seid selbstbewusst!

Aber sie haben diesen Prinzessinnenjob sicher schon mit links gemacht

 
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