Anti-Preis: Das "Goldene Brett vorm Kopf"

Die Gesellschaft für kritisches Denken kürt wieder den "herausragendsten Unfug des Jahres". Im Rennen ums "Goldene Brett" sind Spar, Franz und die Homöopathen ohne Grenzen.

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www.goldenesbrett.at

Die Handelskette SPAR, der Arzt und Team-Stronach-Abgeordnete Marcus Franz sowie die Organisation "Homöopathen ohne Grenzen" gehen heuer ins Rennen um das "Goldene Brett vorm Kopf". Mit dieser "Auszeichnung" macht die Gesellschaft für kritisches Denken auf den "erstaunlichsten pseudowissenschaftlichen Unfug des Jahres" aufmerksam. Der "Gewinner" wird am Freitag in der Urania gekürt.

Aus über 200 Nominierungen hat eine Fachjury drei Finalisten ausgewählt. SPAR qualifizierte sich "für den großflächigen Vertrieb von Grander-Wasser" für das Finale. Franz geht mit Aussagen in einem "profil"-Interview ins Rennen, in denen er Homosexualität als amoralische genetische Anomalie qualifizierte. Die "Homöopathen ohne Grenzen" wiederum könnten die Trophäe für den Einsatz von Homöopathie in Krisengebieten erhalten.

Der "Grad der Abwegigkeit" ist wichtig

Gekürt wird der Preisträger am Freitag in der Wiener Urania. Im Vorjahr wurde Harald Walach, Professor an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder, für sein "einzigartiges Bemühen, wissenschaftsbefreite Theorien in die akademische Welt hineinzubringen", mit der "Ehrung" bedacht. Der Lebenswerk-Preis ging 2012 an den Buchautor und "Alien-Forscher" Erich von Däniken. Mit diesem auch heuer wieder zu vergebenden Spezialpreis werden Personen identifiziert, "die sich jahrzehntelang mit besonders beeindruckender Resistenz gegen wissenschaftliche Fakten einen Namen gemacht haben".

Bei der Preisvergabe spielen unter anderem der "Grad der Abwegigkeit" der vertretenen Theorien, die Kritikresistenz der Personen bzw. Organisationen und deren kommerzielles Interesse eine Rolle. Außerdem wird bewertet, inwieweit para- oder pseudowissenschaftliche Theorien ausdrücklich als Wissenschaft ausgegeben und inwieweit Gesundheit oder das politisch-gesellschaftliche Gefüge gefährdet werden.

Die Gesellschaft für Kritisches Denken (GKD) ist die Wiener Lokalgruppe der GWUP (Gesellschaft zur Wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften), vernetzt in der internationalen Skeptikerbewegung. Zu ihren Zielen gehört Aufklärung und Information über Pseudowissenschaft und Scharlatanerie, eine Festigung des skeptisch-naturwissenschaftlichen Weltbildes und die wissenschaftliche Überprüfung parawissenschaftlicher Behauptungen.

(APA)

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