Es ist kein Zufall, wenn Kylie Minogue ihr Comeback ausgerechnet bei einer Modeschau von Dolce & Gabbana verkündet. Auch nicht, wenn Karl Lagerfeld Madonna-Sound in die Show für Chanel mischt. Die Modewelt braucht den Glamour von Rock- und Popstars und die Musikwelt braucht etwas Passendes zum Anziehen. Eine Plattform für beide bildete gerade der von Swarovski gesponserte „Fashion Rocks“-Event in London – ein Mega-Konzert in der Royal Albert Hall, mit jeweils 14 Musikstars und Modeschöpfern. Wenn wir uns zehn der Duos genauer ansehen, wird gleich klar, warum Fashion rockt.
Donatella Versace und Iggy Pop. Sie liefen Hand in Hand über den roten Teppich, drinnen in der Royal Albert Hall ließen sie es richtig krachen. Beide mögen es schrill, wild und laut. Offensichtlich besuchen die langhaarigen Blondinen sogar denselben Schönheitschirurgen.
Giorgio Armani und Alicia Keys. Der italienische Mode-Maestro ließ sich für seine funkelnde Kollektion von der Rockwelt inspirieren. Klar, dass er dabei weniger an echte Rocker dachte als an zarte Soul-Wesen.
Guccis Frida Giannini und Roisin Murphy. In ihrem letzten Video zeigte sich die irische Popsängerin in den gehypten Outfits von Gareth Pugh. Beim Fashion Rocks-Event gab sie sich weiblicher in Gucci.
Christopher Kane und The Gossip. Vermutlich können Sie mit den Namen nichts anfangen. Kane ist das von Swarovski gesponserte modische Nachwuchstalent und Gossip-Röhre Beth Ditto, die sich selbst als „fette feministische Lesbe“ beschreibt, zeigte seine Kreationen als Nicht-Magermodel.
Calvin Klein-Designer Francisco Costa und Joss Stone. Zusammen sorgten die beiden – sagen wir mal – nicht gerade für den wildesten, aber vermutlich für den harmonischsten Auftritt der Nacht. Seine Entwürfe sind brav und sauber wie ihre Stimme.
Chanels Karl Lagerfeld und Lily Allen. Wenn die Modeikone eines alteingesessenen Fashionlabels auf eine ambitionierte Singer-Songwriterin trifft, die sich vor gar nicht so langer Zeit noch selbst auf MySpace vermarktet hat, wissen Zuschauer nicht, wo sie hinschauen sollen – auf die Mode oder auf die Muse.
Marchesa und Shirley Bassey. Hier war es umgekehrt: das erst drei Jahre junge Modehaus verschmilzt mit dem seit fünf Jahrzehnten erfolgreichen Stimmwunder auf der Bühne.
Dolce & Gabbana und Timbaland. Nachdem das italienische Designerduo seine Schauen in Mailand immer im eigenen Disco-Tempel abhält, gehört Rhythmus und Beat einfach zu deren Mode. Eine Ideal-Kombination, für die es von den 5000 Zuschauern Standing Ovations gab.
Valentino und Nicole Scherzinger. Der Grandseigneur macht sich unvergesslich. Erst übergab ihm Gwyneth Paltrow einen Award für sein Lebenswerk, dann zeigte er seine letzte Kollektion vor der Pension zu der Stimme von den Pussycat Dolls.
Yves Saint Laurents Stefano Pilati und Marc Almond. Der eine in den Fußstapfen des Labelgründers YSL, der andere in den Fußstapfen von Frank Sinatra, dessen Songs er interpretierte. Gemeinsam stapften sie von der Bühne.
Der Erlös kommt übrigens dem Prince's Trust zugute, einer Stiftung, die in Probleme geratenen Jugendlichen hilft, erklärten die Gastgeber Nadja Swarovski und Markus Langes-Swarovksi, deren Loge übrigens gut fünf Türen von jener entfernt war, in der Fiona und Ex-Finanzminister Karl-Heinz rockten.
Fashion Rocks-Event in London ein Mega-Konzert von 14 Musikern und prominenten Modeschöpfern für einen karitativen Zweck. Der Erlös kommt Jugendlichen zugute, die in Probleme geraten sind.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.10.2007)

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