Denkerpose: Forscher vor der Kamera

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Fotos: Elsa Okazaki
Produktion und Text: Daniel Kalt

Eva Kössner, Kultur- und Sozialanthropologie
Der Wissenschaft zugewandt hat sich Eva Kössner erst
mit 24, nachdem sie bereits als Grafikerin gearbeitet hat. Für ihr Doktoratsprojekt, in dem sie sich mit den Erinnerungen von Menschen aus Palästina an das Oslo-Abkommen beschäftigt, wurde ihr vor Kurzem der Dissertationspreis der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) zuerkannt. Ihr Doktoratsstudium verfolgt Kössner außerdem im Rahmen eines Doc-Stipendiums der ÖAW: „In Österreich gibt es zum Glück gute Möglichkeiten, ein Doktorat finanziert zu bekommen. Der Wettbewerb ist aber natürlich hart.“ Durch Preise und Stipendien sei es auch möglich, fallweise Feldforschung vor Ort, etwa in Palästina, durchzuführen.(c) Elsa Okazaki

Ovidiu Paun, botanische Systematik und Evolutionsforschung

Um natürliche Variationen innerhalb einer Pflanzengruppe – nämlich der Knabenkräuter – geht es in dem Forschungsprojekt, das Ovidiu Paun als Gruppenleiter an der Universität Wien durchführt. Dafür wurde ihm ein auf sechs Jahre angelegtes START-Programm durch den FWF für Wissenschaftsförderung zuerkannt: „Wenn ich internationalen Kollegen von diesem großzügig dotierten Programm erzähle, sind alle erstaunt“, sagt Paun und unterstreicht insbesondere, wie wichtig die lange Dauer des Programms ist: „Sonst sind Projekte oft nur für zwei, drei Jahre finanziert. Diese Zeitspanne erlaubt uns ein anderes Arbeiten.“(c) Elsa Okazaki

Rupert Mayer, analytische Chemie

In seinem Dissertationsvorhaben möchte Rupert Mayer neue Ansätze für eine Therapie der chronisch lymphatischen Leukämie entdecken, und dafür wurde er von der Akademie der Wissenschaften vor wenigen Wochen mit dem erstmals vergebenen Otto-Vogl-Preis ausgezeichnet. Mayer selbst hat in Dublin und Wien studiert. Derzeit ist er als Assistent am Institut für analytische Chemie der Universität Wien beschäftigt. „Solche Preise im wissenschaftlichen Lebenslauf sind wichtig für die Karriere als Forscher“, weiß Mayer. Zugleich fügt er hinzu: „Forschung ist Teamarbeit, auch bei uns am Institut. Auch meine Dissertation ist Teil eines größeren Ganzen.“(c) Elsa Okazaki

Monika Schmoll, technische Chemie und angewandte Genetik

Als Senior Scientist am Austrian Institute of Technology arbeitet Monika Schmoll in Tulln, wo sie seit zwei Jahren eine permanente Position innehat. „Davor habe ich für meine Forschungstätigkeit zehn Jahre lang selbst Projektmittel eingeworben, bin im Zwei- bis Dreijahrestakt von einem Projekt zum nächsten gegangen“, erzählt Schmoll von dem typischen Werdegang einer Wissenschaftlerin. Heute möchte Schmoll, die etwa mit dem Wissenschaftspreis des Landes Niederösterreich und einem Apart-Stipendium der ÖAW ausgezeichnet wurde, als Teamleiterin eine sichere Ausgangsbasis für die Karrieren der jüngeren Forscher unter ihren Fittichen schaffen.(c) Elsa Okazaki

Jeremias Stadlmair, Politikwissenschaft

Auf vier Jahre ist die Assistentenstelle von Jeremias Stadlmair am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien angesetzt. In seiner Doktorarbeit, die hier entstehen soll, setzt er sich mit den wirtschaftlichen Voraussetzungen für die Erlangung der Staatsbürgerschaft in westeuropäischen Staaten auseinander. Im Herbst wurde er dafür mit dem Dissertationspreis für Migrationsforschung der ÖAW ausgezeichnet, gemeinsam mit Eva Kössner. „Viele der Policy-Dokumente sind online einsehbar. Kommendes Jahr werde ich aber einige Monate am European University Institute in Florenz forschen.“ Die Finanzierung ist zum Teil durch den ihm zuerkannten Preis möglich.(c) Elsa Okazaki
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