Sammy Sheik: "Bösewichte halten sich selbst nicht für böse"

In den USA spielt Sammy Sheik zumeist Bad Guys, in Ägypten kennt man ihn als "Mr. Big".

'DIE HOeLLE' VON STEFAN RUZOWITZKY
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'DIE HOeLLE' VON STEFAN RUZOWITZKY
Sammy Sheik in "Die Hölle" von Stefan Ruzowitzky – APA/PETRO DOMENIGG/FILMSTILLS.AT

Sie spielen in großen Hollywood-Produktionen zumeist Terroristen. Sind Sie glücklich über diese typische Besetzung?

Sammy Sheik: Ich würde meine Charaktere eher als Freiheitskämpfer bezeichnen, aber „Terrorist“ macht wohl mehr her. Zu Beginn einer Karriere ist es definitiv wichtig, eine Nische zu besetzen. So kommst du leichter in Castingagenturen unter. Und wenn du dich dann oft genug bewiesen hast, wirst du auch für andere Rollen besetzt.

 

Spielen Sie eigentlich gern Bösewichte?

Ja, „böse Buben“ zu spielen macht viel mehr Spaß. Denn sie selbst halten sich ja nicht für böse. Sie glauben, einem höheren Ziel zu dienen. Daher ist es viel interessanter, sich in diese Figuren hineinzuversetzen und zu erkunden, warum sie sich als Helden fühlen, wenn sie schreckliche Dinge tun.

 

Welche andere Rollen würden Sie in US-Produktionen künftig gern spielen?

Ich habe schon alles Mögliche gespielt: einen CIA-Agenten, Polizisten, Kunstagenten, Koch, Studenten, Arzt, Diplomaten, Übersetzer, Prinzen und sogar einen Prostituierten. Aber die Rollen, für die ich bekannt bin, sind zumeist Bösewichte, womit ich überhaupt kein Problem habe. Um Ihre Frage zu beantworten: Einen Superhelden zu spielen wäre bestimmt supercool (lacht).

 

Wie haben Erfolgsfilme wie „American Sniper“ und „Lone Surviver“ Ihre Karriere in Ägypten beeinflusst?

In solchen Filmen zu spielen hat mich definitiv bekannter gemacht. Das Großartige an Ägypten ist, dass ich dort Rollen spielen kann, für die ich in Hollywood nicht infrage komme. Vor drei Jahren etwa habe ich in einer 30-teiligen Serie gespielt, eine Adaption von „Sex And the City“. Meine Rolle war die des Mr. Big, nur etwas schriller. Im Nahen Osten kennt man mich hauptsächlich aus dieser Serie.

 

Welchen Rat würden Sie einem jungen europäischen oder afrikanischen Schauspieler geben, der seine Karriere vor sich hat?

Lernen, lernen, lernen. Eine fundierte Ausbildung ist für einen Neuling sehr wichtig, sie verleiht dir Selbstbewusstsein bei Castings und am Set. Ich empfehle, so viele Filme und Serien wie möglich zu sehen – denn andere Schauspieler, denen du bei der Arbeit zusehen kannst, sind die besten Lehrer, die man sich vorstellen kann.

 

Wollen Sie später einmal auch Drehbücher schreiben und Regie führen?

Ich habe schon ein paar Skripts geschrieben, die in meiner Schublade warten. Vielleicht kümmere ich mich wieder um sie, wenn ich eine Schauspielpause einlege. Dass ich einmal Regie führen werde, bezweifle ich. Das ist so eine harte Arbeit und erfordert sehr viel Ausdauer, die ich wahrscheinlich nicht habe. Andererseits weiß man nie, was die Zukunft bringen wird.

Zur Person

Sammy Sheik ist ägyptischer Schauspieler, der in Hollywood-Produktionen wie „American Sniper“ zumeist als Terrorist zu sehen ist.
In Ägypten ist er vor allem als „Mr. Big“ in einer Adaption der Serie „Sex And the City“ bekannt.
Derzeit steht er in Ruzowitzkys „Die Hölle“ (Arbeitstitel) als Serienkiller vor der Kamera.
Sammy Sheik

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.03.2016)

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